06.10.1882—29.03.1937
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Karol Szymanowski
1. Konzert | op. 35 | für Violine und Orchester | reduzierte Fassung - Werkeinführung
Mitten im Ersten Weltkrieg entstanden, schwört Karol Szymanowskis I. Violinkonzert eine idyllische, bisweilen bukolische, endgültig vergangene Welt herauf. Der Komponist, der die Solovioline in vielen seiner Orchesterwerken eine poetische Aussage singen lässt, erhebt nun das Instrument zur führenden Rolle. Die Violine steigt insbesondere im ersten Teil sowie in der Cadenza (geschrieben vom Widmungsträger Pawel Kochański) in schwindelerregende Höhen – fragil, lyrisch, poetisch. Der zweite Teil (Vivace scherzando) ist ungemein farbig, mit ständigen Stimmungswechseln; die substanziellen Zwischenspiele im Orchester räumen dem Klavier, der Celesta und den zwei Harfen eine wichtige klangmalerische Funktion ein. Das Violinkonzert, mit über 320 Aufführungen in den letzten vierzehn Jahren, ist eines der populärsten Werke dieser Gattung im 20. Jahrhundert.

