Naturtöne in höchster Brillanz
Bis heute ist das Waldhornkonzert Nr. 1 von Richard Strauss eines der Repertoirewerke der Hornvirtuosen. Für das Waldhorn, also einem ventillosen Vorgänger des modernen Instruments komponiert, bietet es dem Solisten zahlreiche Möglichkeiten, seine musikalische und technische Brillanz unter Beweis zu stellen.
Als Quellen für die vorliegende Neuausgabe wurden Autograf und Erstausgabe der Klavierfassung (gedruckt 1884 bei Aibl, Nr. 2540d) verwendet, weiters der Erstdruck der Partitur (UE 1592), die Erstausgabe der Hornstimme (Aibl Nr. 2540c) und der Orchesterstimmen (Aibl Nr. 2540b), sowie die bisher bei Universal Edition erschienenen Ausgaben.
"Gott, diese melodische Dürftigkeit! Wann wird sich dieser greisgeborene Jüngling verlieben?" Das Urteil Hans von Bülows hat der Rezeption von Strauss' Frühwerk nicht geschadet: Bis heute ist es eines der beliebtesten Hornkonzerte des "Betriebs". Und erstaunlicherweise nicht für eines der modernen Virtuosenhörner geschrieben, sondern für dasselbe Instrument, das schon Haydn und Mozart nutzten: das ventillose Waldhorn, bei dem die Tonhöhenveränderung im Wesentlichen nur über die Lippenspannung und geschicktes "Stopfen" der Stürze geschieht, was dieses Konzert wiederum zu einer echten Herausforderung macht. Die Neuausgabe der Universal Edition bietet eine solide Werkeinführung, einen gut lesbaren Notentext auf dem neuesten Stand der Forschung und führt die Originalfassung für Horn und Klavier mit dem Klavierauszug der späteren Orchesterfassung zusammen.
Ensemble 06/2011