Kurt Weill
02.03.1900—03.04.1950

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Kurt Weill
Die Dreigroschenoper | Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und 8 Bildern | neue Fassung nach der Gesamtausgabe - Werkeinführung

Elisabeth Hauptmann, Bertolt Brechts belesene Mitarbeiterin, hatte von dem Riesenerfolg
gehört, den seit 1920 eine Wiederaufführung der alten englischen Beggar’s Opera von John Gay mit der Musik von John Christopher Pepusch im Londoner Lyric Theatre hatte. Für Brecht fertigte sie eine Rohübersetzung des Gayschen Textes an.

Ihn interessierte diese Geschichte, die im Bettler-, Huren- und Diebesmillieu spielte und sie schien ihm äußerst geeignet, seine Kritik an bürgerlichen Verhaltensweisen zu formulieren. Brecht verlegte die Handlung in das viktorianische Zeitalter des 19. Jahrhunderts. Aus der „verkleideten Kritik an offenen Missständen″ bei Gay wurde nun bei ihm „offene Kritik an verkleideten Missständen″, wie es Werner Hecht formuliert hat. „Sie richtet sich nicht mehr gegen die Spitze der Gesellschaft, sondern trifft sozusagen die ‚normalebürgerliche’ Existenz″. Als Brecht mit der Idee vorstellig wurde, war noch keine Note geschrieben. Dass Kurt Weill die Musik schreiben sollte, stellte für Brecht eine Bedingung an den Auftraggeber Ernst Josef Aufricht dar.

Da die Zeit drängte, fuhren Weill und Brecht mit ihren Frauen im Mai 1928 nach Südfrankreich, um ungestört arbeiten zu können. Ende Juli war die Oper fertig und Anfang August begannen die Proben. Die Uraufführung am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin, war ein bombastischer Erfolg. Die Erstaufführung der Dreigroschenoper in den USA 1933 am New Yorker Broadway, wurde aufgrund einer misslungenen Übersetzung und inadäquater Inszenierung zum ausgesprochenen Misserfolg und musste nach 12 Vorstellungen abgesetzt werden.

1956 war Lotte Lenya die Jenny, in einer angeglichenen Version von Marc Blitzstein am Theater de Lys in Greenwich Village. Es wurden weit über 2000 Vorstellungen gegeben und heute ist Die Dreigroschenoper eines der meistgespielten musikdramatischen Werke des 20. Jahrhunderts.