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Universal Edition - Komponisten und Werke

Werke aktuell

  • Uraufführungen (51 in den vergangenen 12 Monaten)
  • Bearbeitungen von Meisterwerken (von Berg über Mahler bis Zemlinsky)
  • Herausgabe neuer kritischer Ausgaben nach musikwissenschaftlichen Standards
  • Restaurierung historischer Aufführungsmateriale
  • neue, attraktive Aufführungs- und Spielliteratur (Der Ring, Nussknacker, La Cenerentola, …)

Verschaffen Sie sich einen Überblick über unsere aktuellsten Verlagsarbeiten in den Bereichen Orchester, Oper, Vokal- und Kammermusik.



Uraufführungen sind mit UA gekennzeichnet.

Orchester

Badinski, Nikolai (*1937)

Die „trunkene“ Fledermaus (1991/1992)
Eine surrealistische Begegnung im Traum mit Johann Strauß und Johann Sebastian Bach für Orchester | 14′
2 2 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Schl(2), Str

"Die Idee zu einer Orchesterkomposition in Verbindung mit Johann Strauß kam mir vor Jahren in Form eines wiederholten Traumes: In meinen eigenen musikalischen Visionen schimmerte immer wieder die Ouvertüre zu seiner Fledermaus durch. Da ich mich damals in der DDR verbotenerweise intensiv mit der Zwölftonmusik und avantgardistischem Gedankengut beschäftigte, war ich sehr irritiert. Später kamen dazu noch Klänge, die ich als die Anfangstöne von Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge erkennen konnte. Mein Gewissen wurde sozusagen durch "Papa" Bach beruhigt. Dennoch sperrte ich mich innerlich, diese Traum-Klangvision zu Papier zu bringen. Sie hat mich jedoch jahrelang verfolgt, bis ich 1991 die ersten Skizzen entwarf und die Partitur schließlich in Berlin beendete. In diesem Werk changieren auf surrealistische Art und Weise zwei Welten bzw. Epochen und vermischen sich: die Zeit Johann Strauß' und unsere Zeit. Bach erscheint als Brücke zwischen diesen Epochen." (Nikolai Badinski)

Bedford, Luke (*1978)

Instability (2015)
für großes Orchester
4 3 4 3 - 4 3 3 1 - Schl(4), Hf, Org, Str

UA 01.08.2015, Royal Albert Hall London / Großbritannien, BBC Philharmonic Orchestra, Dir. Juanjo Mena

"Die Ideen in diesem Stück werden durch eine seltsame Energie auseinander gerissen und wieder in neue, dynamische Beziehungen zueinander gebracht. Es gibt eine konstante Spannung zwischen Anwachsen und Zusammenbrechen. Was von Dauer erscheint, kann sich im Handumdrehen in Luft auflösen. Das Stück bezieht die Orgel der Albert Hall mit ein und wird von einem umgestimmten Orchester gespielt mit dem möglicherweise ersten Einsatz eines Kricketschlägers in einem Orchesterwerk." (Luke Bedford) Der Auftrag der BBC Proms wird beim diesjährigen Festival uraufgeführt.

Berg, Alban (1885-1935)

5 Orchester-Lieder (1912)
nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg für Sopran / Mezzosopran und mittelgroßes Orchester | 10′
Bearbeitet von Eberhard Kloke
2 2 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Schl(2), Hf, Klav, Str

Bergs grandiose Vertonung der Texte Peter Altenbergs überwinden eine vordergründige Diskrepanz zwischen der Kürze der Texte und des dennoch großatmigen Verlaufs der Musik. Es ist die erste Komposition Alban Bergs für Orchester. Eberhard Kloke, der mit seinen Bearbeitungen der Lulu und des Wozzeck internationale Anerkennung erhielt, hat nun auch diesen Orchesterlieder-Zyklus reduziert, sodass er entweder mit mittelgroßem Orchester oder aber auch mit einem Ensemble von 13 Spielern aufgeführt werden kann.

Passacaglia (1913)
Fragment für großes Ensemble bzw. kleines Orchester | 5′
Bearbeitet von Klaus Simon
1 1 2 1 - 1 1 0 0 - Schl, Hf, Cel, Str

UA 25.11.2014, E-Werk Freiburg / Deutschland, Holst-Sinfonietta, Dir. Klaus Simon

Klaus Simon hat noch eine zweite, etwas größere Fassung ("Freiburger Fassung") des Passacaglia-Fragments von Berg angefertigt, die die gleiche Ensemblebesetzung wie seine Instrumentation der Klarinettenstücke op. 5 als Grundlage hat, damit diese beiden kurzen Stücke aus dem Jahre 1913 in Konzerten leicht kombiniert werden können.

Cerha, Friedrich (*1926)

3 Sätze (2012)
für Orchester | 13′
3 2 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(4), Hf, Str

UA 09.04.2016, Musikverein, Großer Saal Wien / Österreich, RSO, Dir. Cornelius Meister

Die Skizzen zu den "Drei Sätzen für Orchester" sind schon 2011 während der Arbeit an den "Drei Orchesterstücken" entstanden. Die Partitur wurde dann im März und April 2012 ausgeführt. Das Eruptiv-Dramatische, das subversiv Aufbegehrende des "Intermezzo" aus den Drei Orchesterstücken ist hier ausgespart, ebenso das Statuarische von "Tombeau". Das erste Stück lebt vom Nebeneinander, vom Wechselspiel rhythmisierter Schichten. Das zweite wird dominiert von Englischhorn und Flöte, die in nachdenklichem Ton solistisch eingesetzt sind. Das Orchester hat zunächst nur Einwürfe und kurze Zwischenspiele; erst im letzten Abschnitt gewinnt es an Eigencharakter und endet in pp-Streicherakkorden. Das dritte Stück ist lebhaft-konzertant, mit einer etwas düsteren Episode in der Mitte. Es verlangt vom Orchester ein gerütteltes Maß an Virtuosität." (Friedrich Cerha)

Nacht (2012-2013)
für Orchester | 20′
3 0 5 3 - 6 3 5 0 - Schl(6), Hf(2), Klav, Str

UA 17.10.2014, Baar-Sporthalle Donaueschingen / Deutschland, SWR-SO Baden-Baden und Freiburg, Dir. Emilio Pomàrico

"Ich arbeite gerne bei Nacht - manchmal bis zum Morgengrauen. In der Nacht habe ich die Vorstellung: die Zeit gehört mir, am Tage: ich gehöre der Zeit. (…) Und da ist die Größe des Nachthimmels: Ich liebe es, im August die Sternschnuppen zu beobachten, - kurze Leuchtpunkte von enormer Geschwindigkeit in der dunklen Unbewegtheit. In meiner Phantasie potenzieren sich diese Ereignisse: Myriaden von Sternschnuppen fallen in dichten Bahnen vom Himmel. Sie bilden rasch bewegte Vorhänge. Und diese "Vorhänge" gliedern mein Stück. Sie tauchen immer wieder auf, werden im Verlauf des Stücks immer langsamer, gewichtiger, kommen weniger von "oben", haben immer weniger Leuchtkraft. Dazwischen steht, was in nächtlichen Stunden für mich Klang geworden ist." (Friedrich Cerha). Das Urteil der Neuen Zürcher Zeitung: "Ein Meisterwerk."

Tagebuch (2012)
für Orchester | 15′30″
3 2 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(3), Hf, Str

"Nach den gewichtigen, umfangreichen, im Ausdruck ‚bekenntnishaften' Drei Orchesterstücken: "Berceuse céleste", "Intermezzo" und "Tombeau" sind im Herbst 2011 die viel einfacheren elf "Skizzen" für Orchester entstanden, kurze Stücke, durchsichtig im Satz und leicht fasslich. Schon während der Arbeit daran habe ich einige musikalische Situationen weitergedacht und in der Folge acht Stücke von epigrammatischem Zuschnitt - noch sparsamer und durchsichtiger als die Skizzen - geschrieben. "Tagebuch" heißt die Komposition, weil fast jedes Stück an einem Tag entstanden ist. Natürlich haben die Stücke stark unterschiedliche Charaktere; einige haben auch Titel wie Scherzo, Intermezzo oder Etüde. Es ging mir um die Spontaneität der Diktion. Leicht und schnell mit dem Pinsel hingeworfen, wollen sie nichts anderes sein als gute Musik. Und mein besonderes Anliegen: Der Zuhörer sollte nichts von der kompositorischen Arbeit merken, die gleichwohl dahintersteckt." (Friedrich Cerha)

Dünser, Richard (*1959)

Entreacte (2014)
für Ensemble oder Kammerorchester
1 1 2 1 - 2 1 1 1 - Pk, Schl, Hf, Cel, Str (solistisch od. max. 6 5 4 3 2)

UA 21.04.2015, ems lounge Wien / Österreich, Amadeus Ensemble-Wien, Dir. Walter Kobéra

Einem, Gottfried von (1918-1996)

Hunyady László (1981)
3 Gaben für Orchester für Orchester | 16′

Neu im UE-Katalog: Graf Laszlo Hunyady war der leibliche Vater Gottfried von Einems. Er begegnete ihm allerdings nur zweimal als Kind. Von ihm hatte Gottfried von Einem seine musische Neigung. Erst lange nach dem Tode des Grafen - der 1927 spektakulär bei einer Großwildjagd in Afrika ums Leben kam - näherte sich von Einem seinem Vater und komponierte Anfang der 1980er-Jahre das vorliegende Orchesterstück in seinem Gedenken.

Ludi Leopoldini (1980)
Konzertante Abwandlungen eines Themas Kaiser Leopolds I. für Orchester | 19′

Neu im UE-Katalog

Fennessy, David (*1976)

Hirta Rounds (2015)
für 16 Streicher | 12′

UA 02.07.2015, Prinzregententheater München / Deutschland, Münchener Kammerorchester, Dir. Daniel Giglberger

"In Folge der Zusammenarbeit mit dem Münchener Kammerorchester für mein bevorstehendes, neues Musiktheaterwerk für die Münchener Biennale 2016 wurde ich eingeladen, für das Orchester ein neues Konzertstück für Streicher zu schreiben, mit der Bedingung, es ohne den Einsatz eines Dirigenten auszuführen. Dieser Ansatz war der Schlüssel für die Konzeption des gesamten Stückes und führte mich zu der Überlegung, wie ich Kammermusik für siebzehn einzelne Spieler schreiben könnte. Die Aufteilung der Streicher in kleinere Gruppen eröffnete mir die Möglichkeit von vielen verschiedenen und gleichzeitig auftretenden Temposchwankungen. Was daraus resultierte, ist einerseits die einfachste, aber andererseits auch sehr komplexe Musik, die ich bisher komponiert habe." (David Fennessy)

Haas, Georg Friedrich (*1953)

13 Bilder aus der Oper „Die schöne Wunde“ (2002-2003/2014)
konzertanter Ausschnitt (2014) für 6 Stimmen und Kammerorchester | 35′
2 1 2 1 - 2 2 2 1 - Schl(3), Hf, Akk, Klav(2), Sax, Vl(4), Va(2), Vc(2), Kb - MusikstatistInnen: Vc(5), Kb(3)

UA 26.04.2015, Theatersaal Witten / Deutschland, WDR Sinfonieorchester Köln, Dir. Titus Engel


concerto grosso Nr. 1 (2014)
für 4 Alphörner und Orchester | 30′
3 3 3 3 - 6 3 3 1 - Pk, Schl(3) - Streicher (12 10 8 6 6)

22.04.2015, Tonhalle Zürich / Schweiz, Tonhalle Orchester, Dir. Kent Nagano, HORNROH modern alphornquartet Balthasar Streiff, Heléne Berglund, Rudolf Linder, Michael Büttler

"Die Alphörner werden nicht als Symbole einer folkloristischen Kultur verstanden, sondern als Tongeber einer anderen Intonationswelt (Obertonakkorde), die als Kontrast und als Erweiterung der traditionellen zwölftönigen Stimmung des Symphonieorchesters eingesetzt werden." (Georg Friedrich Haas) Haas lässt die Alphörner aber nicht nur die reinen Obertonakkorde spielen, sondern komponiert ganz bewusst Schwebungen, die auch vom Orchester übernommen werden. Kein geringer Teil der Faszination des Werks geht von diesem Wechselspiel aus: "concerto grosso" eben.

concerto grosso Nr. 2 (2014)
für Kammerensemble und Orchester | 22′
KAMMERENSEMBLE: 1 1 1 1 - 1 1 1 0 - Schl(1), Akk, Klav - Vl(2), Va, Vc, Kb / ORCHESTER: 2 2 2 2 - 3 2 2 1 - Pk, Schl(3) - Vl.I(10), Vl.II(10), Va(8), Vc(7), Kb(6)

29.10.2014, Konzerthaus Wien / Österreich, ORF RSO Wien, Dir. Cornelius Meister

Auch im "concerto grosso Nr. 2" prallen zwei Welten aufeinander: Der Gegensatz zwischen kammermusikalischer Intimität und orchestraler Fülle. "Das "concerto grosso Nr.2" war ein Highlight, mit all den luziden Texturen und schneidenden, elementaren Harmonien", schrieb The Guardian. Und Andrew Clark von der Financial Times ergänzte: "Im 18-minütigen Stück wird das Ohr von einem konstant sich ändernden und entwickelnden Strang von sirenenartigen Sounds gereizt und stimuliert."

dark dreams (2013)
für Orchester | 23′
3 3 3 4 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(2), Hf(2) - Streicher (16 14 12 10 8)

06.10.2014, Carnegie Hall New York / USA, Berliner Philharmoniker, Dir. Simon Rattle

"Dass man sich dem Sog der Klänge und der Emotionen hingibt und dass die sich unmittelbar mitteilen, ohne dass man viel erklären muss", dies wünschte sich Georg Friedrich Haas vor der Uraufführung von "dark dreams", geschrieben für Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker, die es auf ihrer Europa-Tournee und sogar bei ihrem Konzert in der Carnegie Hall im musikalischen Gepäck hatten. "dark dreams" ist das erste Werk, das er in Amerika komponierte, wo Haas eine Professur für Komposition an der Columbia University innehat. Natürlich gibt es auch in "dark dreams" Mikrotonalität. Gegen Ende aber taucht plötzlich eine ganz klare melodische Struktur auf: das Fagott spielt ein Solo. "Nach der vorhergehenden, lang andauernden Klangentwicklung erscheint diese Linearität wie ein Fremdkörper - ein expressiver Fremdkörper", sagt Haas dazu. Ein Fremdkörper mit Sogwirkung und einem überraschenden Ende.

Halffter, Cristóbal (*1930)

Concerto grosso (2013)
für Streichquartett und Orchester | 25′
2 2 3 2 - 3 2 0 0 - Schl(3), Cel, Str(16 14 12 10 8)

UA 19.02.2014, Theater am Marientor Duisburg / Deutschland, Duisburger Philharmoniker, Dir. Giordano Bellincampi, Auryn Quartett

Das Werk ist "ein Spiel im besten Sinn". Das Orchester tritt gegen ein Instrument an, "das vier Köpfe hat" (Cristóbal Halffter). Hin und wieder begleitet es nur, manchmal interferiert es, manchmal nimmt es Impulse auf und treibt das Geschehen so voran, ein produktiver Wettstreit.

Elegías a la muerte de tres poetas españoles (1975/2013)
für Orchester | 30′ reduzierte Fassung
3 3 4 3 - 4 3 3 1 - Schl(4), Hf, E-Org, Str(16 14 12 10 8)

UA 24.10.2014, Auditorio Nacional Madrid / Spanien, Orquesta Nacional de Espana, Dir. Ramon Tebar

"Elegías a la muerte de tres poetas españoles" (Elegien auf den Tod dreier spanischer Dichter) sind im Sommer 1975 entstanden. Halffter gedenkt hier der Dichter Antonio Machado, Miguel Hernandez und Federico Garcia Lorca, die allesamt Opfer von Faschismus und Vertreibung wurden. Die Hoffnung des Komponisten, dass sich dies nie wiederholen möge, hat er auf eindrucksvolle Weise in Töne gefasst. Nun ist das bewegende Bekenntniswerk auch in reduzierter Fassung verfügbar.

Imágenes (2013/2014)
für Orchester | 26′
4 3 4 4 - 4 3 3 1 - Schl(4), Hf, Cel, Str(16 14 12 10 8)

Unübersehbar ist der Titel von Claude Debussys Images inspiriert. Halffter bezieht sich in seinem zweisätzigen Werk (I. Scherzo - "En la pradera de San Isidro", 1788; II. Adagio -"Romería de San Isidro", 1821-1823) auf Werke von Francisco de Goya ("Pinturas Negras"). Er schlägt aber im Adagio auch die Brücke zum 1825 komponierten, letzten Streichquartett op. 131 von Ludwig van Beethoven, dem Zeitgenossen Goyas.

Lentz, Georges (*1965)

Jerusalem (after Blake) (2011-2014)
from 'Mysterium' ("Caeli enarrant ..." VII) für Orchester und Elektronik
3 3 3 0 - 4 3 3 0 - Schl(4), Klav, Cimb, E-Git, Str(14 14 12 10 8)

UA 16.01.2015, Philharmonie Luxembourg / Luxemburg, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, Dir. Duncan Ward

""Jerusalem (after Blake)" entstand unter dem Eindruck des literarischen und graphischen Werks von William Blake (1757-1827), einem genialen Visionär der englischen Romantik. "Jerusalem. The Emanation of the Giant Albion", Blakes letztes und bedeutendstes Buch, ist eine Art Höhepunkt seines Schaffens und jenes Werk, das mich nun schon seit Jahren beschäftigt. Blake schreibt darin vom Fall des Menschen, vom Ende der Zeiten, von der Apokalypse. Wie steht es mit unserer Zeit? Wenn ein Passagierflugzeug mit voller Absicht in einen Wolkenkratzer rast, wenn unschuldige Menschen vor laufender Kamera enthauptet werden, wenn wir trotz drohender ökologischer Katastrophe einfach weiter munter auf den Abgrund zusteuern - dann finde ich, dass man durchaus behaupten könnte, dass auch wir in apokalyptischen Zeiten leben. Den Schluss des Werks widme ich den 239 Opfern einer anderen Flugzeugkatastrophe, die mit der Maschine MH370 seit März 2014 wie vom Erdboden verschwunden sind." (Georges Lentz)

Mahler, Gustav (1860-1911)

1. Symphonie (1884-1888/1896)
in 5 Sätzen | 55′ Hamburger Fassung
4 4 4 3 - 7 4 3 1 - Pk, Schl, Hf, Str

UA 09.05.2014, Laeiszhalle Hamburg / Deutschland, NDR SO, Dir. Thomas Hengelbrock

Diese Version der "1. Symphonie" stellt eine eigens für Hamburg hergestellte Fassung dar, die eine deutlich unterschiedliche Instrumentierung aufweist und in welcher sich der später verworfene Blumine-Satz findet.

5. Symphonie
in 5 Sätzen für Kammerensemble | 65′
Bearbeitet von Klaus Simon
1 1 2 1 - 2 1 0 0 - Schl(2), Hf, Harm, Klav - Str

UA 25.11.2014, E-Werk Freiburg / Deutschland, Holst-Sinfonietta, Dir. Klaus Simon

Klaus Simons Bearbeitungen der Mahler-Symphonien 1, 4 und 9 haben es bereits in die internationalen Konzertsäle geschafft. Seine reduzierte Fassung von Mahlers "5. Symphonie" ist kürzlich fertig geworden und wurde bereits in Freiburg und Hamburg aufgeführt. Diese Fassung ist für insgesamt 18 Musiker arrangiert, wobei die Streicher natürlich auch hier chorisch besetzt werden können.

Pärt, Arvo (*1935)

Silhouette (2009)
Hommage à Gustave Eiffel für Streichorchester und Schlagzeug | 7′
0 0 0 0 - 0 0 0 0 - Schl(4), Str(16 14 12 10 8)

Arvo Pärts hat soeben eine umfangreiche Revision von Silhouette abgeschlossen.

Swansong (2013)
für Orchester | 6′
2 3 3 2 - 4 2 3 0 - Pk, Schl(2), Hf, Str

17.06.2015, Paris / Frankreich, MDR Sinfonieorchester, Dir. Kristjan Järvi

Kardinal John Henry Newman (1801-1890), Theologe, Dichter und Denker, war eine der prägenden Persönlichkeiten Englands seiner Zeit. Arvo Pärt vertonte anlässlich der 200-Jahr-Feier der Geburt von Newman einen seiner bekanntesten Texte, den "Littlemore Tractus". Ursprünglich als Chorwerk mit Orgelbegleitung konzipiert, entwickelte Pärt das Werk weiter, in dem er es dem Orchester anvertraute, wenngleich der Text, der dem Werk zu Grunde liegt, nicht mehr zu hören ist. Seit seiner Uraufführung im Januar 2014 führte ein Reifungsprozess des Werks zu mehreren Revisionen.

Rihm, Wolfgang (*1952)

2. Klavierkonzert (2014)
für Klavier und Orchester | 25′
2 1 3 2 - 2 1 1 0 - Schl(2), Hf, Str

26.03.2015, Philharmonie im Gasteig München / Deutschland, Münchner Philharmoniker, Dir. Christoph Eschenbach, Tzimon Barto, pno

Der Bogen des klassizistisch anmutenden "2. Klavierkonzerts" spannt sich von Bach bis Bartók und weiter bis zu Ligeti - ist aber dennoch purer Rihm. "Geradezu sinnliche, Wohlfühlmusik' im besten Sinn", schrieben die Salzburger Nachrichten. In der Rücknahme und Zergliederung des Klanges hat Rihm bislang unerschlossene Reize aufgespürt. Raumgreifende Klangerkundungen, ausgeführt mit großem Können.

Gedicht des Malers (2014)
(Poème du Peintre) für Violine und Orchester | 15′
2 2 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Schl(2), Hf, Str

04.04.2015, Grand Théâtre de Provence Aix-en-Provence / Frankreich, Orchestre National du Capitole de Toulouse, Dir. Tugan Sokhiev, Renaud Capuçon, vl

"Gleich einem Maler wartet die vom Orchester mit stetig wiederkehrenden rhythmischen Mustern assistierte Solovioline mit kräftigen Pinselstrichen und Konturen auf, führt zu heftigen Kulminationen, um dieses impulsive, technisch höchst anspruchsvolle Espressivo ruhig ausklingen zu lassen. Ein virtuoses, mit zahlreichen rhythmischen und dynamischen Raffinessen garniertes, effektvolles Wechselbad, das im brillanten Renaud Capuçon, dem Rihm dieses Opus auch gewidmet hat, seinen idealen Gestalter fand." (Die Presse)

Hornkonzert (2013-2014)
für Horn und Orchester | 20′
1 2 3 2 - 0 1 2 1 - Pk, Hf, Str

UA 19.08.2014, KKL Luzern / Schweiz, Mahler Chamber Orchestra, Dir. Daniel Harding, Stefan Dohr, hn

Schon lange trug sich Rihm mit dem Gedanken, für Stefan Dohr, den Solohornisten der Berliner Philharmoniker, ein "Hornkonzert" zu schreiben. Anders als György Ligeti, der in seinem Hornkonzert auch im Orchester Hörner verwendet, spart Rihm in seiner Orchesterbesetzung das Horn aus. Dem Soloinstrument gab Rihm dafür Linien von großem kantablen Reiz und grundierte diese mit einer erstaunlichen Farbpalette, ohne dass die dahinterstehende Virtuosität gleich plakativ sichtbar würde.

Transitus (2012-2013)
für Orchester | 15′
3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(2), Hf, Str

UA 05.05.2014, Teatro alla Scala Milano / Italien, Filarmonica della Scala, Dir. Riccardo Chailly

"Transitus" ist ein Auftragswerk der Mailänder Scala mit dem Wunsch einer inhaltlichen Bezugnahme auf das Werk von Richard Strauss. "Virtuosität ist kein Wert an sich", sagt Rihm auf die Frage, ob er von der Virtuosität Strauss' als Orchestrator beeinflusst wurde: "Jeder Musterschüler kann virtuos sein. Worauf es ankommt: welche und wie viel Energie bewegt wird! Es gibt so viele virtuose Musik, die auf der Stelle tritt. Nichts bewegt sich, aber alles wackelt, fuchtelt, glitzert. Musik ist aber Energieweitergabe. Erst durch ihre energetische Ladung und deren Strömen entscheidet sich die Qualität eines Musikwerkes. In seinen besten Momenten gibt es bei Strauss einen unvergleichlichen Sog des unablässigen Fließens.

Trio Concerto (2014)
für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester | 25′
2 2 2 2 - 2 1 1 0 - Schl(2), Str

UA 17.09.2014, Philharmonie Berlin Berlin / Deutschland, WDR SO Köln, Dir. Jukka-Pekka Saraste, Trio Jean Paul: Ulf Schneider, vln; Martin Löhr, vlc; Eckart Heiligers, pno

Hat man im Nachlass von Gabriel Fauré ein unbekanntes Werk entdeckt? Das wäre eine nur zu verständliche, erste Assoziation auf Rihms "Trio-Concerto". Die Schwierigkeit der Besetzung liegt ja auf der Hand. Wenn man das Trio als "ein" Soloinstrument begreift, unterläuft man gleichzeitig die subtilen Klangmöglichkeiten, die der Besetzung innewohnen. Nicht nur Beethoven hatte damit zu kämpfen. Doch anders als dieser lässt Rihm das Klaviertrio beginnen und mischt dann, mit sich steigernder Intensität, das Orchester in immer wieder neuen Klangschattierungen dazu. Sehr virtuos, sehr lohnend.

Über die Linie VIII (2012-2015)
für Orchester | 30′
3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(3), Hf, Str

UA 08.03.2015, Badisches Staatstheater Karlsruhe / Deutschland, Badische Staatskapelle, Dir. Justin Brown


Verwandlung 6 (2014)
Musik für Orchester | 15′
2 1 2 1 - 4 1 2 0 - Pk, Schl(3), Hf, Klav, Str

UA 04.06.2014, Philharmonie Essen / Deutschland, Essener Philharmoniker, Dir. Tomáš Netopil

Dieses Werk schließt den Verwandlungs-Zyklus vorläufig ab. Auch hier unterzieht Rihm Klänge weitreichenden Transformationsprozessen, etwa, wenn eine Rassel den ersten Rhythmus anklingen lässt und im Verlauf des Werkes vier Schlagzeuger zum Einsatz kommen. Spieltechnisch birgt die "Verwandlung 6" keine allzu großen Klippen. Aber der Prozess der Energieentfaltung und Energieweitergabe bleibt die große Herausforderung bei der Realisierung von Rihms Orchesterwerken.

Schwartz, Jay (*1965)

Delta – Music for Orchestra IV (2013)
für Orchester | 25′
4 4 4 4 - 6 4 4 1 - Kontrabass (5-saitig), Schl(3), Vl.I, Vl.II, Va, Vc

"Delta - Music for Orchestra IV" experimentiert mit dem Phänomen der Periodizität und der Synchronizität eines Pendels wie auch einer Wellenbewegung und verbindet mithin erneut Schwartz' Affinität zur Physik mit den poetischen und ästhetischen Dimensionen von Klang.

Staud, Johannes Maria (*1974)

Moment, Leute, Moment! (2014)
für Orchester | 10′
2 2 2 2 - 2 2 2 1 - Schl(3), Klav, Str

UA 01.03.2015, Bozar Bruxelles / Belgien, Orchestre National de Belgique, Dir. Stefan Blunier

"Dieses Werk wurde vom National Orchestra of Belgium für die Saison 2014/2015 im Andenken an 100 Jahre Erster Weltkrieg in Auftrag gegeben. Eine kurze Szene aus meiner Oper "Die Antilope" (2013/2014) wird dabei als musikalischer Ausgangspunkt genommen. Dieser wird in diesem dreiteiligen Orchesterwerk neu und dynamisch exponiert weitergesponnen und bleibt dabei stets im Spannungsfeld zwischen aufwühlender orchestraler Verdichtung und irisierender, beinahe kammermusikalischer Filigranität." (Johannes Maria Staud)

Oskar (Towards a Brighter Hue II) (2014)
Musik für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug | 18′

UA 27.08.2014, KKL Luzern / Schweiz, Luzerner SO, Dir. James Gaffigan, Midori, vln

"Towards A Brighter Hue" für Violine solo (2004) war eine Auftragskomposition für den Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Midori war von diesem Werk so angetan, dass sie sich von Staud ein Werk für Violine und Kammerorchester wünschte. Beim Lucerne Festival hob Midori nun das neue Werk "Oskar" aus der Taufe. Unüberhörbar hat Staud Elemente von "Towards A Brighter Hue" darin weiter gedacht, aber es wäre nicht Staud, wenn er uns nicht mit so mancher klanglichen Delikatesse überraschen würde.

Zimt (2008-2010)
Ein Diptychon für Bruno Schulz für Orchester | 35′
5 3 3 3 - 4 3 3 1 - Schl(5), Hf, Cel, Klav, BaHn, Str

UA 06.09.2014, KKL Luzern / Schweiz, Lucerne Festival Academy Orchestra, Dir. Matthias Pintscher

Als Johannes Maria Staud erstmals die Erzählungen des jüdisch-polnischen Dichters Bruno Schulz las, war er davon zutiefst berührt. Er habe die Welt "mit völlig neuen Augen zu sehen gelernt". Und so schrieb Staud seine beiden Orchesterwerke "On Comparative Meteorology" und "Contrebande", die der geheimnisvollen Welt von Schulz mit verwunschenen Gärten, labyrinthartigen Dachböden und dem Gassengewirr des Schtetls auf musikalischem Wege nachspüren, ohne sie indes "zu verdoppeln oder gar zu illustrieren". Die in Luzern uraufgeführte Gesamtfassung heißt "Zimt".

Zemlinsky, Alexander (1871-1942)

Suite aus der Oper "Eine florentinische Tragödie"
erstellt von James Conlon für Orchester
Bearbeitet von James Conlon

Kammerorchester/Ensemble/Kammermusik

Bedford, Luke (*1978)

Falling Falling (2014)
für Klarinette, Horn, Violine und Violoncello | 4′

UA 14.12.2014, Berkhamsted / Großbritannien, Chroma

"Aufgrund des sehr beschränkten harmonischen Umfelds (im Wesentlichen werden Oktaven und Vierteltöne wiederholt) war ich der Ansicht, dass die Struktur als eine Art Gegengewicht turbulenter sein muss. Es gibt plötzliche Wechsel von Stimmungen und Tönen, von schneller zu langsamer Musik, aber die harmonische Progression scheint dadurch nahezu unverändert. Die Dynamik des Stückes entsteht daraus, wie jeder Abschnitt interagiert, ob sie aufeinanderprallen oder sich neu entwickeln." (Luke Bedford)

Berg, Alban (1885-1935)

4 Stücke (1913)
nach den Klarinettenstücken op. 5 für Klarinette und Ensemble | 8′
Bearbeitet von Klaus Simon
1 1 1 1 - 1 1 0 0 - Schl, Hf, Vl, Vl, Va, Vc, Kb


5 Orchester-Lieder (1912)
nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg für Sopran / Mezzosopran und 13 Spieler | 10′
Bearbeitet von Eberhard Kloke
1 1 1 1 - 1 1 1 0 - Schl, Hf, Klav, Vl, Va, Kb

Bergs grandiose Vertonung der Texte Peter Altenbergs überwinden eine vordergründige Diskrepanz zwischen der Kürze der Texte und des dennoch großatmigen Verlaufs der Musik. Es ist die erste Komposition Alban Bergs für Orchester. Eberhard Kloke, der mit seinen Bearbeitungen der Lulu und des Wozzeck internationale Anerkennung erhielt, hat nun auch diesen Orchesterlieder-Zyklus reduziert, sodass er entweder mit mittelgroßem Orchester oder aber auch mit einem Ensemble von 13 Spielern aufgeführt werden kann.

Passacaglia (1913)
Fragment für Kammerensemble | 5′
Bearbeitet von Klaus Simon

Alban Berg hatte sein Passacaglia-Fragment, das immerhin bis Takt 102 gediehen ist, für großes Orchester konzipiert. Das wird im Particell deutlich, welches Siegfried Borries im Jahre 2000 für sehr großes Orchester gemäß Bergs Angaben adaptiert hat. Diese Fassung hat seitdem auch einige Beachtung gefunden. Klaus Simon hat die Passacaglia für Ensemble eingerichtet. Dieses Werk in seinem fragmentarischen Charakter, an der Schwelle von Tonalität (die d-moll-Vorzeichnung hat Klaus Simon beibehalten, obwohl die Tonika niemals wirklich bestätigt wird ...) und Atonalität, ist ein interessantes Zeugnis aus der Komponierwerkstatt Bergs. Kenner von Bergs Musik werden ihn auch eindeutig in diesem Arrangement wiedererkennen.

Cerha, Friedrich (*1926)

6 Postludien (2014)
für Orgel | 25′

UA 22.02.2016, Konzerthaus Wien / Österreich, Martin Haselböck, Hans Haselböck, org

""Die Präludien für Orgel" sind 2011, die "Inventionen" kurz darauf 2012 entstanden. Ich habe die Tendenz dieser Werke weiterverfolgt, wohl auch die Erfahrungen benützend, die ich bei der Aufnahme der Stücke durch den Organisten Wolfgang Kogert erworben habe. Die "Sechs Postludien" - der Titel weist auf die innere Trias der drei Orgelwerke hin - entstanden im Spätherbst 2013. Sie sind im Verhältnis zu den Präludien weniger pointiert-aphoristisch verspielt, von größerem Volumen, wenn man will "ernster" im Anspruch, reicher an formaler Konzentration. Als Abschluss meiner Werkgruppe für Orgel konzipiert, sind sie gleichwohl zum Angelpunkt für weitere Auseinandersetzungen mit ihrem Material in nachfolgenden Stücken für andere Besetzungen geworden. Die "Postludien" sind meinem Freund Hans Haselböck, der mich immer wieder animiert hat, für Orgel zu schreiben, zu seinem 85. Geburtstag gewidmet." (Friedrich Cerha)

8 Stücke (2012)
für drei Klarinetten | 19′30″

UA 15.06.2014, Musikverein Wien / Österreich

"Die Stücke sind für Ernst Ottensamer, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, und seine zwei Söhne geschrieben und von sehr unterschiedlichem Charakter. Sie machen von allen Spielarten - von der fließenden Legato-Kantilene bis zum kapriziösen, manchmal karikierenden, kurzen Staccato - Gebrauch. Die Formen ergeben sich zumeist aus der rhapsodischen Entwicklung, es gibt keine Reprisen und fast keine motivischen Bezüge." (Friedrich Cerha)

Einem, Gottfried von (1918-1996)

3. Streichquartett (1981)
| 23′

Neu im UE-Katalog

5 Lieder (1958)
für hohe Stimme und Klavier | 6′

Neu im UE-Katalog

Laudes Eisgarnenses
Zwei Sätze für vier Hörner | 7′

Neu im UE-Katalog

Lieder vom Anfang und Ende (1981)
nach Texten von Lotte Ingrisch für mittlere Stimme und Klavier | 12′

Neu im UE-Katalog

Fennessy, David (*1976)

BIG LUNG (2008)
für 2 E-Orgeln und 2 Schlagzeuger | 24′ Konzertsaal-Fassung

UA 06.03.2015, University of Manchester Manchester / Großbritannien, Psappha Ensemble

"Gleich nach der Premiere von BIG LUNG im Jahr 2008 dachte ich an die Möglichkeit, das Stück für den Konzertsaal zu adaptieren, ohne das Erfordernis einer Kirchenorgel. Einer der zentralen Aspekte des Stückes, das im akustischen Nachhall einer Kirche leicht verloren gehen kann, ist das präzise Zusammenspiel der rechten und linken Hand auf der Orgel. In der neuen Version habe ich die Manuale auf zwei separate elektrische Orgeln aufgeteilt und hoffe, dass dadurch das Innenleben des Stückes besser hörbar wird. Während der Großteil der Musik für die Schlagzeuger unverändert bleibt, verwandelt sich der Charakter des Stückes dennoch unweigerlich, und ich bin wirklich gespannt, wie sich das ‚neue' Stück dann anhören wird!" (David Fennessy)

Hauptstimme (2013)
für verstärkte Solo-Viola und Ensemble | 17′
1 1 1 1 - 0 0 0 0 - Rhodes piano, Schl, E-Git, Vl, Va, Vc, Kb

"Viele meiner Werke der letzten Jahre - von "graft" für Streichquartett (2000) bis hin zu "13 Factories" für Ensemble (2009) - konzentrieren sich auf das Konzept des Individuums und darauf, was es zu einer Gruppe beitragen kann und wie es in dieser funktioniert. Es geht auch darum, wie diese Gruppe aussagekräftig mit einer Stimme sprechen kann. Der Gedanke steht auch bei diesem neuen Werk für Solo-Viola und Ensemble im Mittelpunkt. Einen Gutteil der Zeit ist die Solo-Viola unter den dichten Klängen des Ensembles begraben und will vor allem einfach gehört werden. Hat sie das einmal geschafft, stellt sich eine komplexere Frage: Was möchte sie ausdrücken?" (David Fennessy)

PPP (2004)
für Ensemble und Elektronik | 50′

07.04.2015, Novi Sad / Serbien, David Fennessy, e.guit; Horia Dumitrache, Péter Szücs, Bogdan Bikicki, bass cl; Vladimir Blagojevic, acc; Vladimir Bogdanovic, vc; Dunja Crnjanski, pno

Haas, Georg Friedrich (*1953)

8. Streichquartett (2014)
für Streichquartett | 22′

UA 21.10.2014, Stadtcasino Basel / Schweiz, JACK Quartet


Anachronism (2013)
für Ensemble | 13′

UA 14.02.2014, New York / USA, Ensemble ACJW

In "Anachronism" sind Assoziationen zur Minimal Music ein wesentliches Element - obwohl "die Zeitstruktur und die kompositorischen Prozesse weit entfernt sind von den historischen Bezugspunkten" (Georg Friedrich Haas). Haas hat in einem Gespräch mit der New York Times an alte Zeitungsfotos erinnert, in denen Fotografien durch einen groben Raster einzelner Punkte aufgelöst wurden. "Anachronism" verfährt vergleichbar. Haas' harmonische Welt wird in die Körnung eines "unbarmherzig durchpulsierenden 11/8-Taktes" projiziert.

Dido (2012)
für Sopran und Streichquartett | 9′

29.11.2013, Mozarteum Salzburg / Österreich, Arditti String Quartet, Sarah Wegener, S


Saxophonquartett (2014)
für Saxophonquartett | 12′

UA 26.04.2015, Philharmonie Köln Köln / Deutschland, SIGNUM saxophone quartet


„I can't breathe“ (2015)
für Trompete solo

UA 08.02.2015, Kölner Philharmonie Köln / Deutschland, Marco Blaauw, tpt

Haas gedenkt in "I can't breath", in memoriam Eric Garner für Trompete solo, des Afroamerikaners Eric Garner, der im Rahmen einer Amtshandlung von amerikanischen Polizisten umgebracht wurde. Er war Asthmatiker und wurde rechtswidrig in den Schwitzkasten genommen. Seine letzten Worte waren: "I can't breath."

Janácek, Leoš (1854-1928)

Pohádka
für Solovioloncello und Ensemble | 12′30″
Bearbeitet von Reinbert de Leeuw
1 2 2 1 - 2 0 0 0 - Hf, Str

UA 27.10.2014, Musikverein Wien / Österreich, Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig, Raphael Flieder, vc

"Pohádka" (Märchen) ist ursprünglich ein Kammerwerk für Violoncello und Klavier, das Janacek im Jahre 1910 schrieb und später zweimal (1912, 1923) umgearbeitete. Es steht nun in einer Fassung für Solo-Violoncello und Ensemble des niederländischen Dirigenten, Pianisten und Komponisten Reinbert de Leeuw zur Verfügung. "Pohádka" basiert auf dem epischen Gedicht des russischen Autors Vasily Zhukovsky ("Das Märchen vom Zaren Berendej") und spiegelt Janaceks Interesse an der russischen Kultur wider. Die Musik Janaceks umfasst drei Sätze, die der Stimmung des Märchens überaus zart und lyrisch nachspüren.

Mahler, Gustav (1860-1911)

Adagietto aus der 5. Symphonie
für Kammerensemble
Bearbeitet von Klaus Simon

Klaus Simons Bearbeitungen der Mahler-Symphonien 1, 4 und 9 haben es bereits in die internationalen Konzertsäle geschafft. Seine reduzierte Fassung von Mahlers "5. Symphonie" ist kürzlich fertig geworden und wurde bereits in Freiburg und Hamburg aufgeführt. Diese Fassung ist für insgesamt 18 Musiker arrangiert, wobei die Streicher natürlich auch hier chorisch besetzt werden können. Das "Adagietto" wird als getrennt erhältlicher Satz ebenfalls angeboten.

Kindertotenlieder
für mittlere Singstimme und Kammerensemble | 20′
Bearbeitet von Eberhard Kloke Originaltonart


Kindertotenlieder
für hohe Singstimme und Kammerensemble | 20′
Bearbeitet von Eberhard Kloke


Rückert-Lieder
für tiefe Singstimme und Kammerensemble | 22′
Bearbeitet von Eberhard Kloke Originaltonart


Rückert-Lieder
für hohe Singstimme und Kammerensemble | 22′
Bearbeitet von Eberhard Kloke

Rihm, Wolfgang (*1952)

Harzreise im Winter (2012)
für Bariton und Klavier | 13′

05.08.2014, Haus für Mozart Salzburg / Österreich, Christian Gerhaher, Bar; Gerold Huber, pno


Sehnsucht und Nachtgesang (2014)
zwei Goethe-Lieder für mittlere Stimme und Klavier | 10′

UA 19.06.2014, Regentenbau Bad Kissingen / Deutschland, Anna Prohaska, S; Eric Schneider, pno


Sextett (2013-2014)
für Klarinette, Horn und Streichquartett | 15′

UA 18.09.2014, Muziekgebouw aan 't IJ Amsterdam / Niederlande, Quatuor Danel, Jörg Widmann, cl; Bruno Schneider, hn


Sound As Will (2011/2014)
für Trompete und Ensemble | 18′
1 1 2 1 - 1 2 1 1 - Schl(3), Hf, Akk, Klav, Asax(Es), Tsax(B), Vl, Va, Vc, Kb

UA 18.10.2014, Donauhallen Donaueschingen / Deutschland, Klangforum Wien, Dir. Ilan Volkov, Marco Blaauw, tpt

Jeder Komponist, und gerade der unserer Zeit, ist in hohem Maß von guten Interpreten abhängig. Wolfgang Rihm hat das Glück, dass sich immer wieder Virtuosen durch seine Musik herausfordern lassen - und diese haben das Glück, von einem Könner wie Rihm bedient zu werden. Der Trompeter Marco Blaauw konnte bei der Uraufführung in Donaueschingen unter Beweis stellen, dass er auch noch die höchsten technischen Anforderungen mit berückend strahlendem Ton zu bewältigen weiß. Ein hoch komplexes Kammerstück, dem es an sinnlichem Reiz in keiner Weise mangelt.

Sawer, David (*1961)

Bronze and Iron (2014)
concert version für Bläserquintett | 10′

"Ich finde Musikpavillons unglaublich eindrucksvoll, voller Geister und kindlicher Erinnerungen, und gleichzeitig sind sie funktionelle und praktische Plattformen für populäre Freilichtaufführungen. Die Idee, ein Stück zu komponieren, das die Aufmerksamkeit auf diese einzigartigen, überlebenden Denkmäler in freien, offenen und öffentlichen Räumen lenkt, hat auf mich sofort große Anziehungskraft ausgeübt. Mein Stück erhöht die Theatralik dieser Räume durch die räumliche Anordnung und Bewegung der fünf Spieler, sowohl einzeln als auch in Gruppen, die sich in und um den Musikpavillon bewegen, mit dem Ziel, das Publikum zu überraschen." (David Sawer)

Coachman Chronos (2014)
für 9 Spieler

UA 01.10.2015, Science Museum London / Großbritannien, Aurora Orchestra, Dir. Nicholas Collon

Dieses Werk entstand für das NMC-Projekt Objects and Exhibition, eine Zusammenarbeit des Aurora Orchestra mit dem Science Museum in London. "Als ich die herrliche Postkutsche der Royal Mail aus dem Jahr 1820 in der Ausstellung "Making the Modern World" im Museum sah, erinnerte ich mich an Thomas de Quinceys Essay über Bewegung "Die englische Postkutsche" und besonders an die Stelle, wo er beschreibt, wie durch die Gegenüberstellung der Geschwindigkeit der Bewegung mit der Geschwindigkeit des Denkens der Kutschers in der Lage ist, klar zu denken und damit knapp eine Katastrophe zu vermeiden. In einer Welt, in der die Geschwindigkeit immer wichtiger wird, kann Klarheit vielleicht am besten erreicht werden, wenn die Zeit still steht." (David Sawer)

Schönberg, Arnold (1874-1951)

Gurre-Lieder (1901)
für Singstimme und Klavier Frühfassung

Schwartz, Jay (*1965)

Music for Chamber Ensemble (2006)
für Ensemble | 17′
1 1 2 1 - 2 1 2 0 - Schl(2), Vl, Vl, 2 2

06.12.2014, Cité de la musique Paris / Frankreich, Ensemble Intercontemporain, Dir. Matthias Pintscher

""Music for Chamber Ensemble besteht aus einem geometrischen Muster aus Linien, Kurven und Schnittpunkten, die sowohl den musikalischen Gesetzen von horizontalen und vertikalen Intervallen als auch den architektonischen Gesetzen von Struktur und Proportion folgen. In der Struktur des Werkes folgen Linien aus diametral entgegengesetzten Punkten einem Verlauf, dessen Metamorphose zu einer Katharsis führt. Alle Ereignisse verweisen auf diese Katharsis oder nehmen auf diese Bezug. Das Ziel meiner Arbeit ist, die Architektur meines Stückes in einen einzelnen Zeitraum zu fassen. Meine Leitlinien sind Prinzipien der architektonischen Harmonie sowie die Anwendung von empirischen und intuitiven Methoden des Experimentierens mit der Zeit und dem musikalischen Gedächtnis, dessen Ergebnisse erstaunlich oft Jahrtausende alten Grundsätzen entsprechen." (Jay Schwartz)

Staud, Johannes Maria (*1974)

Donum (2006-2015)
(Segue II für Pierre Boulez) für Violoncello | 4′30″

UA 22.03.2015, Amphithéâtre Paris / Frankreich, Marc Coppey, vc

Troiani, Lorenzo (*1989)

Empedoclea II. Über Materialismus (2013)
für Ensemble | 8′

UA 16.05.2014, Parco della Musica Roma / Italien, PMCE - Parco della Musica Contemporanea Ensemble, Dir. Tonino Battista

"Das Arbeiten mit den Trümmern, das Zeigen des "Negativen des Bildes". Das an sich Nebensächliche rückt ins Zentrum. All das geschieht in "Empedoclea II". Meine Musik könnte man als eine Stimme betrachten, die man aus der Ferne hört. Die Landschaft und andere Filter verzerren das Lied. Es bewegt sich ständig." (Lorenzo Troiani) Das Stück gewann den Kompositionswettbewerb Concorso Valentino Bucchi der Fondazione Musica per Roma 2014.

Valle-Lattanzio, Alejandro del (*1986)

Flügelbrausend (2014)
für Ensemble | 28′

UA 02.12.2014, Muth Wien / Österreich, Dir. Marie Jacquot, Shkelzen Doli, vln; Thomas Lechner, perc; Sylvie Lacroix, fl; Friedrich Kleinhapl, vlc; Hidan Mamudov, cl; Edi Köhldorfer, e.guit

"Dieses Stück ist vor allem ein Zelebrieren tiefer, "brausender", musikalischer Freude, eine Lobpreisung Gottes. Der Titel entstammt Nietzsches "Zarathustra": "Meine weise Sehnsucht schrie und lachte also aus mir, die auf Bergen geboren ist, eine wilde Weisheit wahrlich! - meine große flügelbrausende Sehnsucht." Die Konstruktion dieser Besetzung und ihre Ausdruckspalette geht vom Marimbaphon aus, dessen Klang ich als "ursprünglich" oder essenziell, mit seiner besonderen Disposition zu iterativen Rhythmen, empfinde: Dann 2 Holzbläser, die die Klangfarbe des Marimbaphons erweitern und nachklingen lassen. Auf der anderen Seite 2 Streicher mit einer volleren Klangfarbe, reichere dynamische Nuancen, die keine Luft brauchen und auch keine Abklingzeit haben. Und die E-Gitarre, als ein extrem flexibles Instrument, eine Brücke zwischen diesen beiden Welten mit Klangfarben, die ich besonders liebe, und die die ganze Welt der elektronischen Instrumente in sich hat." (A. del Valle-Lattanzio)

Zemlinsky, Alexander (1871-1942)

7 Lieder von Nacht und Traum
für mittlere Stimme und Ensemble (Kammerorchester) | 20′
Bearbeitet von Richard Dünser
1 2 1 1 - 2 0 0 0 - Hf, BaHn, Vl, Vl, Va, Vc, Kb

UA 27.10.2014, Musikverein Wien / Österreich, Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig, Peter Weber, Bar

Richard Dünser hat "Sieben Lieder von Nacht und Traum" von Alexander Zemlinsky - es handelt sich um eine Auswahl aus den op. 2, 5, 6, 8 und 10 - zu einem Zyklus zusammengestellt und für mittlere Stimme und Kammerorchester bearbeitet.

Kammerkonzert (1896)
nach dem Trio op. 3 für Ensemble | 25′
Bearbeitet von Richard Dünser
1 2 3 1 - 1 0 0 0 - Hf, Vl, Vl, Va, Vc(2), Kb

Zemlinsky komponierte sein "Trio" op. 3 für Klarinette, Violoncello und Klavier im Jahre 1896 als nur 25-Jähriger. Es ist ein früher Geniestreich Zemlinskys, der bereits seine eigene Sprache deutlich erkennen lässt, auch wenn der Bezug zu Brahms und Mahler offenliegt. In Anlehnung an das "Kammerkonzert" von Alban Berg und als Brücke zu diesem hat Richard Dünser dieses "Trio" nun für 15 Soloinstrumente bzw. kleines Orchester instrumentiert. Der Mahler-Bezug im langsamen Satz wird durch den verwendeten Klang von Streichern und Harfe noch unterstützt. Die UA findet in der Saison 2015/16 im Musikverein Wien statt.

Vokal- und Chorwerke

Fennessy, David (*1976)

Letter to Michael (2014)
für Chor (16 Stimmen) a cappella | 7′

"Vor einigen Jahren wurde ich auf ein außergewöhnliches Kunstwerk einer Frau namens Emma Hauck aufmerksam. Sie wurde vor etwa hundert Jahren in einer deutschen psychiatrischen Klinik aufgrund der Diagnose Schizophrenie behandelt. Während dieser Zeit produzierte sie seitenweise Texte. Sie schrieb ihrem Mann, der aufgehört hatte, sie zu besuchen, Tausende Bleistiftzeilen. Sie schrieb immer und immer wieder einfach die Worte "Herzensschatzi komm", manchmal auch nur das Wort "komm". Jede Seite war eng mit überlappendem Text bedeckt, manchmal unleserlich. Ich war tief beeindruckt von diesen sich wiederholenden Bitten und überzeugt, dass die verzweifelte Leidenschaft, die diese Seiten ausdrücken, tatsächlich nur mit Stimmen übermittelt werden kann. Ich stelle mir eine dichte Schichtung einer einfachen Linie vor; jede weitere Stimme verstärkt die Kraft der Bitte ..." (David Fennessy)

Haas, Georg Friedrich (*1953)

nocturno (2013)
Musik für Frauenchor und Akkordeon (ossia: Klavier) für Frauenchor und Akkordeon (ossia: Klavier)

Das Stück soll in völliger Dunkelheit aufgeführt werden, die Musikerinnen und Musiker singen/spielen auswendig, d. h. jede Chorsängerin und der Akkordeon- oder Klavierspieler benötigen nur zur Einstudierung eine Partitur.

Pärt, Arvo (*1935)

Drei Hirtenkinder aus Fátima (2014)
für gemischten Chor a cappella

UA 27.08.2014, Fondation Beyeler Basel / Schweiz, Dir. Jaan-Eik Tulve

Angeregt durch seinen Besuch in Fatima, dem Ort der Marienerscheinungen von 1917, schrieb Arvo Pärt ein kleines Chorstück auf eine Textstelle aus Psalm 8,3 "Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob". Das Chorstück ist dem Maler Gerhard Richter gewidmet.

Oper/Ballett

Bedford, Luke (*1978)

Through His Teeth (2013)
Chamber opera für drei Sänger und acht Musiker | 60′

"Can this be the best British opera in years? … Drop everything and go!" (Anne Ozorio, Opera Today, 09.04.2014) Nach dem Erfolg seiner ersten Oper Seven Angels wurde Luke Bedfords einstündige Kammeroper Through His Teeth sowohl vom Publikum als auch von der Kritik begeistert aufgenommen. David Harrowers Libretto basiert auf der wahren Geschichte eines Hochstaplers, der sich als 'Superagent' ausgab, einige Frauen ver- und sie sogar entführte, ohne jegliche Gewalt anzuwenden. Die Kammeroper besteht aus 16 kurzen Szenen, die teils mitten im Geschehen spielen und teils in Form von Interviews auf dieses zurückblicken. Der Auftrag der Londoner Royal Opera wurde am 3. April 2014 im Linbury Studio Theatre unter der Regie von Bijan Sheibani uraufgeführt.

Brand, Max (1896-1980)

Maschinist Hopkins (1928)
Oper in 1 Vorspiel und 3 Akten | 135′
Bearbeitet von Werner Steinmetz reduzierte Fassung
2 1 1 1 - 2 1 2 1 - Schl(3), Klav, Asax(Es), Str

UA 10.03.2016, Wien / Österreich, Israel Chamber Orchestra, Dir. Martin Sieghart

Mit "Maschinist Hopkins" traf Max Brand den Puls der damaligen Zeit. Bis 1933 wurde die Zeitoper über 200mal aufgeführt, und Brand schien auf dem besten Weg, ein berühmter Komponist zu werden. Doch die Weltwirtschaftskrise und Machtübernahme durch die Nationalsozialisten veranlassten Max Brand, 1937 über Prag, Genf und Rio de Janeiro nach New York zu emigrieren. Ein Kritiker schrieb 1929 über die Uraufführung der Oper: "... Zu dem Schönsten, wenngleich Schwierigsten in der Ausführung gehört die Irrealität der Maschinenhalle bei Nacht. Hier hat Brand den kühnen Versuch gemacht, die starre Maschine lebendig werden zu lassen; wie einst die Romantik der Sprache des Waldes aus seinem Rauschen und Raunen abfing, wird hier die Sprache der Räder und Kolben und eisernen Getriebe wach …" Werner Steinmetz reduziert für EntArteOpera Linz die Partitur auf 35 Spieler und macht das Werk nunmehr auch kleineren Bühnen zugänglich. Vorstellungen (Alte Tabakfabrik Linz) 11., 16., 24. und 26.9.2015

Foerster, Josef Bohuslav (1859-1951)

Eva (1895-1897)
Oper in 3 Akten
3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl, Hf, Org, Str

"Josef Bohuslav Foerster, ein Zeitgenosse Janáceks, wird selbst in seiner Heimat seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt. Wer jedoch seine in Wexford aufgeführte Oper "Eva" gesehen hat oder den Mitschnitt dieser Aufführung hört, fragt sich verwundert, wie es zu dieser Vernachlässigung kommen konnte." (Fono Forum 04/06, Jürgen Gahre) Den Stoff für diese tragische Oper entnahm Foerster Gabriela Preissovás Schauspiel "Gazdina Roba" (Gazdina - Hauswirtin; roba - Schmähbezeichnung für eine Frau, die ihren Mann verlässt). Im Mittelpunkt steht ein gesellschaftlicher Konflikt: Die arme Näherin Eva und der reiche Bauernsohn Mánek lieben einander, ohne auf die sozialen Barrieren zu achten. Máneks Mutter sowie das dörfische Volk erlauben aber als Folge der damals geltenden sozialen und religiösen Gesetze diese Liebe nicht. Den Ausgang aus der verzweifelten Lage sucht Eva im freiwilligen Tod in den Fluten der Donau.

Gurlitt, Manfred (1890-1972)

Soldaten (1929/1930)
Tragische Oper in 3 Akten | 120′

17.01.2015, Theater Osnabrück / Deutschland, Osnabrücker Symphonieorchester, Dir. Andreas Hotz, José Gallisa, Herr Wesener; Almerija Delic, Frau Wesener; Susann Vent-Wunderlich, Marie; Erika Simons, Charlotte; Jan Friedrich Eggers, Stolzius; et al.

Bereits 35 Jahre vor Bernd A. Zimmermann hat Manfred Gurlitt "Die Soldaten" von Jakob Lenz als Opernstoff gewählt. Allerdings ist sein Werk nach einer Aufführungsserie in den 1930er-Jahren in Vergessenheit geraten. Gurlitt kannte das Opernrepertoire und die musikalischen Strömungen seiner Zeit und brachte all sein Wissen in die "Soldaten" ein. Seine wunderbar kantable, berührende Musik mit fast impressionistischen Klangflächen reicht von zarter Kammermusik bis zur romantischen Symphonik. Das Theater Osnabrück hat die vergessene Oper im Jänner 2015 äußerst erfolgreich wieder auf die Bühne gebracht.

Halffter, Cristóbal (*1930)

Schachnovelle (2010-2012)
Oper in einem Akt Oper | 115′
4 3 4 3 - 4 4 4 1 - Schl(4), Asax(Es), Tsax(B), E-Klav - Vl. I (12-16), Vl. II (12-14), Va. (10-12), Vc. (8-10), Kb. (6-8)

UA 18.05.2013, Opernhaus Kiel / Deutschland, Philharmonisches Orchester Kiel, Dir. Georg Fritzsch

Halffter hat es mit seinem Librettisten Wolfgang Haendeler geschafft, den Roman Stefan Zweigs gültig und packend auf die Bühne zu bringen. Für zwei Kritiker der FAZ war die "Schachnovelle" "die Uraufführung des Jahres". Die Neue Musikzeitung schrieb: "Die Schreibweise des Madrider Komponisten ist sich in diesen sechs Jahrzehnten, bei mancher Weiterentwicklung im Detail, prinzipiell treu geblieben: Es ist Moderne vom guten alten Schlag. Die Fließgeschwindigkeiten, Intonationen und feinen Färbungen des Tonsatzes, der zuvorderst seinen eigenen Gesetzen und Regeln folgt, korrespondieren freilich den Raum- und Zeitvorgaben des Textes und insbesondere dessen psychischen Konstellationen. Am hörbarsten knüpft Halffter an Alban Bergs Opern an." Bei so viel Lob sollte eine Folgeaufführung nur eine Frage der Zeit sein.

Janácek, Leoš (1854-1928)

Die Sache Makropulos (1925)
Oper in 3 Akten | 120′ Kritische Ausgabe von Jirí Zahrádka
4 3 4 3 - 4 3 3 1 - 1. Horn in F (Banda interna), 2. Horn in F (Banda interna), 1. Trompete in F (Banda interna), 2. Trompete in F (Banda interna), Pauken (Banda interna), Pk, Schl(3), Hf, Cel, Str

UA 21.11.2014, Janácek-Theater Brno / Tschechien, Dir. Marko Ivanovic , Emilia Marty, Gitta-Maria Sjöberg; Albert Gregor, Ales Briscein; Solicitátor Vitek, Petr Levicek; Kristina, Eva Sterbová; etc.

Die Kritische Neuausgabe der Oper "Die Sache Makropulos" von Leos Janacek umfasst ein komplett neu erstelltes Aufführungsmaterial unter Berücksichtigung sämtlicher erhaltener Quellen. Bei der Revision der Partitur wurde das Partiturautograf mit drei zu Lebzeiten des Komponisten entstandenen Abschriften verglichen. Die Kritische Neuausgabe legt folglich das Werk in einer Form vor, die in größtmöglichem Maße den Vorstellungen des Komponisten entspricht. Sie verfügt darüber hinaus über wertvolle Hinweise für die Aufführungspraxis des berühmten Janacek-Dirigenten Sir Charles Mackerras. Der Herausgeber der Kritischen Neuausgabe ist Jiri Zahradka, seit 20 Jahren Kurator des Janacek-Archivs am Mährischen Landesmuseum und wissenschaftlicher Herausgeber von Kritischen Neuausgaben vieler anderer Werke von Leos Janacek: Sarka, Die Ausflüge des Herrn Broucek, Das schlaue Füchslein, Sinfonietta (in Vorbereitung). Die Kritische Neuausgabe wird ab der Saison 2015/2016 allgemein zur Verfügung stehen.

Pärt, Arvo (*1935)

Adam's Passion (2015)
eine Produktion von Robert Wilson basierend auf "Adam's Lament", "Tabula Rasa", "Miserere" und "Sequentia"

UA 12.05.2015, Noblessner Foundry Tallinn / Estland, Tallinn Chamber Orchestra, Dir. Tõnu Kaljuste, Lucinda Childs, Michael Theophanous, Endro Roosimäe, Erki Laur, Tatjana Kosmõnina; soloists, actors, drama and dance students

Theatermagier Robert Wilson würdigt Arvo Pärt mit einer Musik- und Theater-Produktion, die im Mai 2015 in Tallinn erstmals gezeigt wird. Die Produktion umfasst ein Kammerorchester, einen Chor, 5 Gesangssolisten, Schauspieler und eine Gruppe lokaler Schauspielstudenten. Arvo Pärt hat für dieses Projekt drei wichtige Werke aus seinem Schaffen ausgewählt: die zwei Chorwerke "Adam's Lament" und "Miserere" und das Doppelkonzert für 2 Violinen "Tabula rasa". Hinzu kommt "Sequentia", ein neues Werk, das Pärt speziell für diese Produktion komponiert hat. Die einzigartige Zusammenarbeit der beiden großen Künstler ist ein Ereignis von internationaler Bedeutung. Parallel dazu entsteht eine Fernsehdokumentation.

Rossini, Gioachino (1792-1868)

La Cenerentola (1816/1817)
für Soli und Ensemble | 65′
Bearbeitet von Alexander Krampe Fassung für Kinder
1 1 1 1 - 1 0 0 0 - Akk, Mba, Vl(2), Va, Vc, Kb

04.11.2014, Teatro alla Scala Milano / Italien, Orchestra dell’Accademia del Teatro alla Scala, Dir. Maxime Pascal

Nicht einmal fünf Wochen blieben bis zur geplanten Premiere am 25. Januar 1817 noch Zeit, als Rossini mit seinem Librettisten nach einem guten Abendessen beschloss, eine Oper nach der Märchenerzählung Cinderella oder der kleine gläserne Pantoffel von Charles Perrault zu schreiben. Unbestritten ist das Märchen eine der schönsten und eingängigsten Geschichten der Weltliteratur. Die Kinderfassung hat sich gegenüber dem Original nur eine kleine Korrektur erlaubt: Der gläserne Pantoffel, der einzig auf den hübschen Fuß von Cenerentola passt, musste unbedingt wieder hinein ins Stück. Den hatten Meister Rossini und sein Librettist einst gegen einen schnöden Armreif ersetzt … Wie mit der Geschichte, so ist es auch mit Rossinis Musik: Kein Ohr kann sich ihr verschließen. Die 12-köpfige Orchesterbesetzung, einschließlich Akkordeon und Marimbaphon gibt die originale Vorlage in schillernden Farben und mit gehörigem Temperament wieder.

Staud, Johannes Maria (*1974)

Die Antilope (2013-2014)
Oper | 75′
2 1 2 2 - 2 2 1 1 - Schl(2), Akk, Klav, Asax(Es), Str

UA 03.09.2014, Luzerner Theater Luzern / Schweiz, Luzerner SO, Dir. Howard Arman

"Die Oper erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, Victor, der ein entfernter Verwandter und Wiedergänger des Victor Krap (Samuel Beckett, Eleutheria) und des Schreibers Bartleby (Herman Melville) ist. Victor, ein Verweigerer und gesellschaftlich Außenstehender, entzieht sich einer immer klaustrophobischer werdenden Firmenfeier durch einen Sprung aus dem Fenster. In der Folge irrt Victor durch eine absurd verzerrte städtische Welt und gerät bei seiner ‚Reise durch die Nacht' in die eigenartigsten Situationen, die sich ihm teils bedrohlich und entsetzlich, dann wiederum komisch und grotesk, stets auf der Kippe zwischen Realem und Irrealem, darstellen." (Johannes Maria Staud, Durs Grünbein)

Zemlinsky, Alexander (1871-1942)

Eine florentinische Tragödie (1916)
Oper in 1 Aufzug für Soli und Ensemble oder Kammerorchester | 60′
Bearbeitet von Roland Freisitzer
1 1 3 1 - 2 1 1 0 - Pk, Schl(2), Cel, Klav, Str

UA 11.05.2015, Musikverein, Brahms-Saal Wien / Österreich, Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig, Alda Caiello, Dietmar Kerschbaum, Steven Scheschareg

Dem Kammerspiel-Charakter des Stoffs entsprechend, hat Roland Freisitzer auch eine Kammerfassung der Oper angelegt. Diese Kammerfassung kommt mit nur 16 Instrumenten aus (optional mit chorischen Streichern). Eine derart radikale Reduzierung des Orchesters machte einen stärkeren Eingriff in das Werk notwendig, um durch gezieltes Uminstrumentieren und Neugewichten das Fehlen mancher Instrumente nicht als Manko erscheinen zu lassen, sondern ganz im Gegenteil die Partitur als grandiose harmonische Ideen Zemlinsky neu zu entdecken. So entsteht packendes, kammermusikalisches Musiktheater!