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Universal Edition - Komponisten und Werke

Werke aktuell

  • Uraufführungen (51 in den vergangenen 12 Monaten)
  • Bearbeitungen von Meisterwerken (von Berg über Mahler bis Zemlinsky)
  • Herausgabe neuer kritischer Ausgaben nach musikwissenschaftlichen Standards
  • Restaurierung historischer Aufführungsmateriale
  • neue, attraktive Aufführungs- und Spielliteratur (Der Ring, Nussknacker, La Cenerentola, …)

Verschaffen Sie sich einen Überblick über unsere aktuellsten Verlagsarbeiten in den Bereichen Orchester, Oper, Vokal- und Kammermusik.



Uraufführungen sind mit UA gekennzeichnet.

Orchester

Bedford, Luke (*1978)

Instability (2015)
für großes Orchester
4 3 4 3 - 4 3 3 1 - Schl(4), Hf, Org, Str

UA 01.08.2015, Royal Albert Hall London / Großbritannien, BBC Philharmonic Orchestra, Dir. Juanjo Mena

"Die Ideen in diesem Stück werden durch eine seltsame Energie auseinander gerissen und wieder in neue, dynamische Beziehungen zueinander gebracht. Es gibt eine konstante Spannung zwischen Anwachsen und Zusammenbrechen. Was von Dauer erscheint, kann sich im Handumdrehen in Luft auflösen. Das Stück bezieht die Orgel der Albert Hall mit ein und wird von einem umgestimmten Orchester gespielt mit dem möglicherweise ersten Einsatz eines Kricketschlägers in einem Orchesterwerk." (Luke Bedford) Der Auftrag der BBC Proms wird beim diesjährigen Festival uraufgeführt.

Berg, Alban (1885-1935)

3 frühe Lieder (1900-1908)
für höhere Stimme und Orchester | 4′
Bearbeitet von Chris Gordon

UA 29.05.2015, Liverpool / Großbritannien, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Dir. Vasily Petrenko, Lisa Larsson, S

Am 3. Mai 1917, ihrem sechsten Hochzeitstag, machte Alban Berg seiner Frau Helene ein besonderes Geschenk: einen Klavierauszug mit 10 Liedern aus dem Jahr 1907, dem Jahr ihrer ersten Begegnung. Wir sind mit sieben dieser Lieder unter dem Titel "Sieben frühe Lieder" vertraut. 1927/28 orchestrierte Berg 7 Lieder des originalen "Hochzeitsgeschenk"-Zyklus " und folgte damit Helenes Vorschlag, eine Auswahl seiner frühen Lieder der Öffentlichkeit als Orchesterfassung anzubieten. Die drei verbleibenden Lieder "An Leukon", "Die Sorglichen" und "Schließe mir die Augen beide" wurden von Chris Gordon orchestriert. Die kompletten "Zehn frühen Lieder" wurden am 29. Mai 2015 in Liverpool mit Lisa Larsson und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Vasily Petrenko uraufgeführt.

5 Orchester-Lieder (1912)
nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg für Sopran / Mezzosopran und mittelgroßes Orchester | 10′
Bearbeitet von Eberhard Kloke
2 2 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Schl(2), Hf, Klav, Str

Bergs grandiose Vertonung der Texte Peter Altenbergs überwinden eine vordergründige Diskrepanz zwischen der Kürze der Texte und des dennoch großatmigen Verlaufs der Musik. Es ist die erste Komposition Alban Bergs für Orchester. Eberhard Kloke, der mit seinen Bearbeitungen der Lulu und des Wozzeck internationale Anerkennung erhielt, hat nun auch diesen Orchesterlieder-Zyklus reduziert, sodass er entweder mit mittelgroßem Orchester oder aber auch mit einem Ensemble von 13 Spielern aufgeführt werden kann.

Borisova-Ollas, Victoria (*1969)

... and time is running past midnight ... (2014)
for orchestra für Orchester | 9′
3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl, Hf, Klav, Str

UA 22.10.2015, Berwaldhallen Stockholm / Schweden, Swedish RSO, Dir. Joana Carneiro

Neu im UE-Katalog

Vinden som ingenting minns (2015)
für Chor und Orchester
2 2 2 2 - 2 2 3 0 - Pk, Str

UA 03.12.2015, Örebro Konserthus Örebro / Schweden, Swedish Chamber Orchestra, Dir. Thomas Dausgaard

Neu im UE-Katalog

Cerha, Friedrich (*1926)

3 Sätze (2012)
für Orchester | 13′
3 2 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(4), Hf, Str

UA 09.04.2016, Musikverein, Großer Saal Wien / Österreich, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dir. Cornelius Meister,

"Die Skizzen zu den "Drei Sätzen für Orchester" sind schon 2011 während der Arbeit an den "Drei Orchesterstücken" entstanden. Die Partitur wurde dann im März und April 2012 ausgeführt. Das Eruptiv-Dramatische, das subversiv Aufbegehrende des "Intermezzo" aus den Drei Orchesterstücken ist hier ausgespart, ebenso das Statuarische von "Tombeau". Das erste Stück lebt vom Nebeneinander, vom Wechselspiel rhythmisierter Schichten. Das zweite wird dominiert von Englischhorn und Flöte, die in nachdenklichem Ton solistisch eingesetzt sind. Das Orchester hat zunächst nur Einwürfe und kurze Zwischenspiele; erst im letzten Abschnitt gewinnt es an Eigencharakter und endet in pp-Streicherakkorden. Das dritte Stück ist lebhaft-konzertant, mit einer etwas düsteren Episode in der Mitte. Es verlangt vom Orchester ein gerütteltes Maß an Virtuosität." (Friedrich Cerha)

Dünser, Richard (*1959)

Entreacte (2014)
für Ensemble oder Kammerorchester | 15′
1 1 2 1 - 2 1 1 1 - Pk, Schl, Hf, Cel, Str (solistisch od. max. 6 5 4 3 2)

UA 21.04.2015, ems lounge Wien / Österreich, Amadeus Ensemble-Wien, Dir. Walter Kobéra

Richard Dünser hat eine Überleitung zwischen den zwei Schönberg-Stücken "Erwartung" und "Das Buch der hängenden Gärten" unter dem Titel "Entreacte" geschaffen, die auch eigenständig aufgeführt werden kann. Der Dirigent der Uraufführung, Walter Kobéra, dazu: "Richard Dünser gelingt es, den Schönberg'schen Paradigmenwechsel in der Harmonie weiterzuführen. Er setzt sie nicht mehr funktional ein, sondern nützt sie für eine Steigerung der Klangfarben. Es ist die Expressivität seiner Partitur, die besticht".

Fennessy, David (*1976)

Hirta Rounds (2015)
für 16 Streicher | 12′

UA 02.07.2015, Prinzregententheater München / Deutschland, Münchener Kammerorchester

"In Folge der Zusammenarbeit mit dem Münchener Kammerorchester für mein bevorstehendes, neues Musiktheaterwerk für die Münchener Biennale 2016 wurde ich eingeladen, für das Orchester ein neues Konzertstück für Streicher zu schreiben, mit der Bedingung, es ohne den Einsatz eines Dirigenten auszuführen. Dieser Ansatz war der Schlüssel für die Konzeption des gesamten Stückes und führte mich zu der Überlegung, wie ich Kammermusik für sechzehn einzelne Spieler schreiben könnte. Die Aufteilung der Streicher in kleinere Gruppen eröffnete mir die Möglichkeit von vielen verschiedenen und gleichzeitig auftretenden Temposchwankungen. Was daraus resultierte, ist einerseits die einfachste, aber andererseits auch sehr komplexe Musik, die ich bisher komponiert habe." (David Fennessy)

Halffter, Cristóbal (*1930)

Concierto (2014)
für Viola und Orchester | 25′
3 3 4 3 - 4 3 3 1 - Schl(4), Hf, Str(14 12 10 8 6)

UA 07.02.2016, Kieler Schloss Kiel / Deutschland, Philharmonisches Orchester Kiel, Dir. Daniel Carlberg, Nils Mönkemeyer, vla

Das 2014 entstandene "Konzert für Viola und Orchester" hat zwei Sätze und wurde inspiriert von einem Bratschensolo aus Halffters Oper "Schachnovelle", in dem das Instrument die Einsamkeit des Inhaftierten Dr. Berger symbolisiert. Halffter nennt die Viola ein "nobles Instrument", dessen Klang ihn schon lange fasziniert. In Halffters Konzert deckt die Viola somit die ganze Palette ihres Ausdruckvermögens ab: von virtuos bis sehr intim.

Imágenes (2013/2014)
für Orchester | 26′
3 3 4 3 - 4 3 3 1 - Schl(4), Hf, Cel, Str(16 14 12 10 8)

UA 23.09.2015, Auditorio Nacional de Música Madrid / Spanien, Orquesta Sinfónica de Madrid, Dir. Pedro Halffter Caro

Unübersehbar ist der Titel von Claude Debussys Images inspiriert. Halffter bezieht sich in seinem zweisätzigen Werk (I. Scherzo - "En la pradera de San Isidro", 1788; II. Adagio -"Romería de San Isidro", 1821-1823) auf Werke von Francisco de Goya ("Pinturas Negras"). Er schlägt aber im Adagio auch die Brücke zum 1825 komponierten, letzten Streichquartett op. 131 von Ludwig van Beethoven, dem Zeitgenossen Goyas.

Pärt, Arvo (*1935)

Greater Antiphons (1988/2015)
für Streichorchester | 15′

UA 28.05.2016, Disney Hall Los Angeles / USA, Los Angeles Philharmonic, Dir. Gustavo Dudamel

Neu im UE-Katalog

Rihm, Wolfgang (*1952)

De profundis (2015)
für Chor und Orchester | 15′
2 2 2 2 - 2 2 2 1 - Schl(2), Str(12 10 8 6 4)

Neu im UE-Katalog

Duo Concerto (2015)
für Violine, Violoncello und Orchester | 25′
2 2 3 2 - 2 1 1 0 - Schl, Hf, Str

UA 15.10.2015, Carnegie Hall New York / USA, Orpheus Chamber Orchestra, Mira Wang, vln; Jan Vogler, vc

Neu im UE-Katalog

Schwartz, Jay (*1965)

Delta – Music for Orchestra IV (2013)
für Orchester | 25′
4 4 4 4 - 6 4 4 1 - Schl(3), Vl.I, Vl.II, Va, Vc, Kb(5-saitig)

"Delta - Music for Orchestra IV" experimentiert mit dem Phänomen der Periodizität und der Synchronizität eines Pendels wie auch einer Wellenbewegung und verbindet mithin erneut Schwartz' Affinität zur Physik mit den poetischen und ästhetischen Dimensionen von Klang.

Quaerendo invenietis – Music for Orchestra V (2016)
für Streichorchester | 16′
Vln.I(14), Vln.II(12), Vla(12), Vc(10), Kb(5-saitig)(8)

UA 07.05.2016, Philharmonie Köln / Deutschland, WDR Sinfonieorchester Köln, Dir. Matthias Pintscher

"Quaerendo invenietis - Music for Orchestra V" für Streichorchester verfremdet das Thema regius aus Bachs "Musikalischem Opfer" und referiert auf Bachs Titulatur zu den Kanons: quaerendo invenietis "…sucht, dann werdet ihr finden…". Hundertfach verlangsamt lässt Schwartz das Thema gleitend aufrollen, bis massive Cluster entstehen.

Staud, Johannes Maria (*1974)

Zimt (2008-2010)
Ein Diptychon für Bruno Schulz für Orchester | 35′
5 3 3 3 - 4 3 3 1 - Schl(5), Hf, Cel, Klav, BaHn, Str

UA 06.09.2014, KKL Luzern / Schweiz, Lucerne Festival Academy Orchestra, Dir. Matthias Pintscher

Als Johannes Maria Staud erstmals die Erzählungen des jüdisch-polnischen Dichters Bruno Schulz las, war er davon zutiefst berührt. Er habe die Welt "mit völlig neuen Augen zu sehen gelernt". Und so schrieb Staud seine beiden Orchesterwerke "On Comparative Meteorology" und "Contrebande", die der geheimnisvollen Welt von Schulz mit verwunschenen Gärten, labyrinthartigen Dachböden und dem Gassengewirr des Schtetls auf musikalischem Wege nachspüren, ohne sie indes "zu verdoppeln oder gar zu illustrieren". Die in Luzern uraufgeführte Gesamtfassung heißt "Zimt".

Kammerorchester/Ensemble/Kammermusik

Bedford, Luke (*1978)

Falling Falling (2014)
für Klarinette, Horn, Violine und Violoncello | 4′

UA 14.12.2014, Berkhamsted / Großbritannien, Chroma

"Aufgrund des sehr beschränkten harmonischen Umfelds (im Wesentlichen werden Oktaven und Vierteltöne wiederholt) war ich der Ansicht, dass die Struktur als eine Art Gegengewicht turbulenter sein muss. Es gibt plötzliche Wechsel von Stimmungen und Tönen, von schneller zu langsamer Musik, aber die harmonische Progression scheint dadurch nahezu unverändert. Die Dynamik des Stückes entsteht daraus, wie jeder Abschnitt interagiert, ob sie aufeinanderprallen oder sich neu entwickeln." (Luke Bedford)

Three Caves (2015)
für Trompete und Klavier | 10′

UA 22.01.2016, St Anne's College Oxford / Großbritannien, Simon Desbruslais, tpt; Clare Hammond; pno

Neu im UE-Katalog

Unconformities (2015)
für Saxophonquartett | 12′

UA 04.08.2015, Kendal Town Hall Kendal / Großbritannien, Apollo Saxophone Quartet

Unconformity ist ein Begriff aus der Geologie und bezeichnet eine Bruchstelle, an der sich Gesteinsschichten unterschiedlichen Alters übereinander falten. In diesem Stück wollte ich einen ähnlichen Effekt erzielen: aufeinander geworfene, musikalische Klänge aus anscheinend verschiedenen Epochen; ohne beständige Struktur; kein gleichmäßiger Zeitfluss, sondern eine zerschlagene, zerbrochene Geschichte. Ich wollte die Behändigkeit und die große dynamische Bandbreite des Saxofons nutzen. Bis zu einem gewissen Grad ist die aufgebrochene Struktur dieses Stücks aus diesem Wunsch heraus entstanden. Zwei der Saxofone sind um einen Viertelton tiefer gestimmt, was im Ensemble zu einer systemimmanenten Spannung führt. Das eröffnet ein breites Spektrum an Ausdrucksweisen; von schroff und kantig bis hin zu einer ruhigen, seltsamen Schönheit. (Luke Bedford)

Berg, Alban (1885-1935)

4 Stücke (1913)
nach den Klarinettenstücken op. 5 für Klarinette und Ensemble | 8′
Bearbeitet von Klaus Simon
1 1 1 1 - 1 1 0 0 - Schl, Hf, Vl, Vl, Va, Vc, Kb

25.11.2014, E-Werk Freiburg / Deutschland, Holst-Sinfonietta, Dir. Klaus Simon, Julien Laffaire, cl

"Als ich Bergs Klarinettenstücke op. 5 zum ersten Mal als Pianist begleitete, malte ich mir beim Spielen schon orchestrale Klangfarben aus. Im Herbst 2012 begann ich dann damit, die Stücke für Ensemble zu arrangieren. Dabei war es mir wichtig auf das Klavier im Ensemble bewusst zu verzichten, um nicht in Gefahr zu geraten zu sehr am Original "kleben" zu bleiben. Stattdessen integrierte ich neben den obligatorischen Holz-, Blech- und Streichinstrumenten die Harfe und Schlagzeug, wohl wissend, wie wichtig für Bergs Orchesterklang v. a. das Schlagwerk ist. Möge diese Ensemblefassung, die auch mit chorischer Streicherbesetzung (max. 6-6-4-3-2) ihre Wirkung nicht verfehlen wird, ein lohnendes Werk für Klarinettisten und Ensembles bzw. Kammerorchester werden." (Klaus Simon)

5 Orchester-Lieder (1912)
nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg für Sopran / Mezzosopran und 13 Spieler | 10′
Bearbeitet von Eberhard Kloke
1 1 1 1 - 1 1 1 0 - Schl, Hf, Klav, Vl, Va, Kb

Bergs grandiose Vertonung der Texte Peter Altenbergs überwinden eine vordergründige Diskrepanz zwischen der Kürze der Texte und des dennoch großatmigen Verlaufs der Musik. Es ist die erste Komposition Alban Bergs für Orchester. Eberhard Kloke, der mit seinen Bearbeitungen der Lulu und des Wozzeck internationale Anerkennung erhielt, hat nun auch diesen Orchesterlieder-Zyklus reduziert, sodass er entweder mit mittelgroßem Orchester oder aber auch mit einem Ensemble von 13 Spielern aufgeführt werden kann.

Passacaglia (1913)
Fragment für Kammerensemble | 5′
Bearbeitet von Klaus Simon

Alban Berg hatte sein Passacaglia-Fragment, das immerhin bis Takt 102 gediehen ist, für großes Orchester konzipiert. Das wird im Particell deutlich, welches Siegfried Borries im Jahre 2000 für sehr großes Orchester gemäß Bergs Angaben adaptiert hat. Diese Fassung hat seitdem auch einige Beachtung gefunden. Klaus Simon hat die Passacaglia für Ensemble eingerichtet. Dieses Werk in seinem fragmentarischen Charakter, an der Schwelle von Tonalität (die d-moll-Vorzeichnung hat Klaus Simon beibehalten, obwohl die Tonika niemals wirklich bestätigt wird ...) und Atonalität, ist ein interessantes Zeugnis aus der Komponierwerkstatt Bergs. Kenner von Bergs Musik werden ihn auch eindeutig in diesem Arrangement wiedererkennen.

Cerha, Friedrich (*1926)

6 Postludien (2014)
für Orgel | 25′

UA 22.02.2016, Konzerthaus Wien / Österreich, Martin Haselböck, Hans Haselböck, org

""Die Präludien für Orgel" sind 2011, die "Inventionen" kurz darauf 2012 entstanden. Ich habe die Tendenz dieser Werke weiterverfolgt, wohl auch die Erfahrungen benützend, die ich bei der Aufnahme der Stücke durch den Organisten Wolfgang Kogert erworben habe. Die "Sechs Postludien" - der Titel weist auf die innere Trias der drei Orgelwerke hin - entstanden im Spätherbst 2013. Sie sind im Verhältnis zu den Präludien weniger pointiert-aphoristisch verspielt, von größerem Volumen, wenn man will "ernster" im Anspruch, reicher an formaler Konzentration. Als Abschluss meiner Werkgruppe für Orgel konzipiert, sind sie gleichwohl zum Angelpunkt für weitere Auseinandersetzungen mit ihrem Material in nachfolgenden Stücken für andere Besetzungen geworden. Die "Postludien" sind meinem Freund Hans Haselböck, der mich immer wieder animiert hat, für Orgel zu schreiben, zu seinem 85. Geburtstag gewidmet." (Friedrich Cerha)

8 Stücke (2012)
für drei Klarinetten | 19′30″

UA 15.06.2014, Musikverein Wien / Österreich

"Die Stücke sind für Ernst Ottensamer, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, und seine zwei Söhne geschrieben und von sehr unterschiedlichem Charakter. Sie machen von allen Spielarten - von der fließenden Legato-Kantilene bis zum kapriziösen, manchmal karikierenden, kurzen Staccato - Gebrauch. Die Formen ergeben sich zumeist aus der rhapsodischen Entwicklung, es gibt keine Reprisen und fast keine motivischen Bezüge." (Friedrich Cerha)

Einem, Gottfried von (1918-1996)

3. Streichquartett (1981)
| 23′

Neu im UE-Katalog

5 Lieder (1958)
für hohe Stimme und Klavier | 6′

Neu im UE-Katalog

Laudes Eisgarnenses
Zwei Sätze für vier Hörner | 7′

Neu im UE-Katalog

Lieder vom Anfang und Ende (1981)
nach Texten von Lotte Ingrisch für mittlere Stimme und Klavier | 12′

Neu im UE-Katalog

Fennessy, David (*1976)

BIG LUNG (2008)
für 2 E-Orgeln und 2 Schlagzeuger | 24′ Konzertsaal-Fassung

UA 06.03.2015, University of Manchester Manchester / Großbritannien, Psappha Ensemble

"Gleich nach der Premiere von BIG LUNG im Jahr 2008 dachte ich an die Möglichkeit, das Stück für den Konzertsaal zu adaptieren, ohne das Erfordernis einer Kirchenorgel. Einer der zentralen Aspekte des Stückes, das im akustischen Nachhall einer Kirche leicht verloren gehen kann, ist das präzise Zusammenspiel der rechten und linken Hand auf der Orgel. In der neuen Version habe ich die Manuale auf zwei separate elektrische Orgeln aufgeteilt und hoffe, dass dadurch das Innenleben des Stückes besser hörbar wird. Während der Großteil der Musik für die Schlagzeuger unverändert bleibt, verwandelt sich der Charakter des Stückes dennoch unweigerlich, und ich bin wirklich gespannt, wie sich das ‚neue' Stück dann anhören wird!" (David Fennessy)

Hauptstimme (2013)
für verstärkte Solo-Viola und Ensemble | 17′
1 1 1 1 - 0 0 0 0 - Rhodes piano, Schl, E-Git, Vl, Va, Vc, Kb

UA 16.11.2013, Huddersfield / Großbritannien, Red Note Ensemble, Dir. Garry Walker, Garth Knox, vla

"Viele meiner Werke der letzten Jahre - von "graft" für Streichquartett (2000) bis hin zu "13 Factories" für Ensemble (2009) - konzentrieren sich auf das Konzept des Individuums und darauf, was es zu einer Gruppe beitragen kann und wie es in dieser funktioniert. Es geht auch darum, wie diese Gruppe aussagekräftig mit einer Stimme sprechen kann. Der Gedanke steht auch bei diesem neuen Werk für Solo-Viola und Ensemble im Mittelpunkt. Einen Gutteil der Zeit ist die Solo-Viola unter den dichten Klängen des Ensembles begraben und will vor allem einfach gehört werden. Hat sie das einmal geschafft, stellt sich eine komplexere Frage: Was möchte sie ausdrücken?" (David Fennessy)

PPP (2004)
für Ensemble und Elektronik | 50′

07.04.2015, Novi Sad / Serbien, David Fennessy, e.guit; Horia Dumitrache, Péter Szücs, Bogdan Bikicki, bass cl; Vladimir Blagojevic, acc; Vladimir Bogdanovic, vc; Dunja Crnjanski, pno

Haas, Georg Friedrich (*1953)

8. Streichquartett (2014)
für Streichquartett | 22′

UA 21.10.2014, Stadtcasino Basel / Schweiz, JACK Quartet


Anachronism (2013)
für Ensemble | 13′

UA 14.02.2014, New York / USA, Ensemble ACJW

In "Anachronism" sind Assoziationen zur Minimal Music ein wesentliches Element - obwohl "die Zeitstruktur und die kompositorischen Prozesse weit entfernt sind von den historischen Bezugspunkten" (Georg Friedrich Haas). Haas hat in einem Gespräch mit der New York Times an alte Zeitungsfotos erinnert, in denen Fotografien durch einen groben Raster einzelner Punkte aufgelöst wurden. "Anachronism" verfährt vergleichbar. Haas' harmonische Welt wird in die Körnung eines "unbarmherzig durchpulsierenden 11/8-Taktes" projiziert.

Dido (2012)
für Sopran und Streichquartett | 9′

29.11.2013, Mozarteum Salzburg / Österreich, Arditti String Quartet, Sarah Wegener, S


Octet (2015)
für 8 Posaunen | 20′

UA 10.09.2015, Münster Basel / Schweiz, Trombone Unit Hannover

Wie schon in meinem "9. Streichquartett" und im Trompetensolostück "I Can't Breathe" versuche ich jetzt auch in meinem "Octet" für 8 Posaunen Mikromelodien zu komponieren. Fast didaktisch nähere ich mich dabei von Viertel- und Sechsteltönen bis zu Achteltonschritten, die jeweils äußerst präzise intoniert werden müssen. Das Werk ist für einen Raum mit großer Nachhallzeit komponiert. Die Musiker müssen eng beisammen stehen, um sich genau hören zu können. Das Werk ist nicht als polyphones Gewebe konzipiert, sondern als weitgehend homophone, sich nur gelegentlich aufsplitternde Klangmasse. (Georg Friedrich Haas)

Saxophonquartett (2014)
für Saxophonquartett | 12′

UA 26.04.2015, Philharmonie Köln Köln / Deutschland, SIGNUM saxophone quartet


„I can't breathe“ (2015)
für Trompete solo

UA 08.02.2015, Kölner Philharmonie Köln / Deutschland, Marco Blaauw, tpt

Haas gedenkt in "I can't breath", in memoriam Eric Garner für Trompete solo, des Afroamerikaners Eric Garner, der im Rahmen einer Amtshandlung von amerikanischen Polizisten umgebracht wurde. Er war Asthmatiker und wurde rechtswidrig in den Schwitzkasten genommen. Seine letzten Worte waren: "I can't breath."

Halffter, Cristóbal (*1930)

Sevillanas (2014)
für Gesang und Klavier für Gesang und Klavier | 1′30″


Trio basso (2014)
für Viola, Violoncello und Kontrabass | 10′

UA 16.01.2015, Münster Basel / Schweiz, Andra Ulrichs Kreder, vla; Payam Taghadossi, vlc; André Meyer, cb

Holst, Gustav (1874-1934)

The Planets
für Ensemble oder Kammerorchester | 50′
Bearbeitet von George Morton
1 1 1 1 - 2 1 1 0 - Schl, Klav, Str(1 1 1 1 1, max. 6 5 4 3 2)

UA 18.07.2015, Southwold / Großbritannien, Sheffield Rep Orchestra, Dir. George Morton

Neu im UE-Katalog

Janácek, Leoš (1854-1928)

Pohádka
für Solovioloncello und Ensemble | 12′30″
Bearbeitet von Reinbert de Leeuw
1 2 2 1 - 2 0 0 0 - Hf, Str

UA 27.10.2014, Musikverein Wien / Österreich, Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig, Raphael Flieder, vc

"Pohádka" (Märchen) ist ursprünglich ein Kammerwerk für Violoncello und Klavier, das Janacek im Jahre 1910 schrieb und später zweimal (1912, 1923) umgearbeitete. Es steht nun in einer Fassung für Solo-Violoncello und Ensemble des niederländischen Dirigenten, Pianisten und Komponisten Reinbert de Leeuw zur Verfügung. "Pohádka" basiert auf dem epischen Gedicht des russischen Autors Vasily Zhukovsky ("Das Märchen vom Zaren Berendej") und spiegelt Janaceks Interesse an der russischen Kultur wider. Die Musik Janaceks umfasst drei Sätze, die der Stimmung des Märchens überaus zart und lyrisch nachspüren.

Magdaleno, Juan de Dios (*1984)

„Lorenz’ Traummusik“ (2015)
2. Streichquartett für Streichquartett | 13′

UA 03.12.2015, Muth Wien / Österreich, Minetti Quartett

Juan de Dios Magdaleno ist der Gewinner des Ö1-Talentebörse Kompositionspreises 2014.

Mahler, Gustav (1860-1911)

Adagietto aus der 5. Symphonie
für Kammerensemble | 10′
Bearbeitet von Klaus Simon

Klaus Simons Bearbeitungen der Mahler-Symphonien 1, 4 und 9 haben es bereits in die internationalen Konzertsäle geschafft. Seine reduzierte Fassung von Mahlers "5. Symphonie" ist kürzlich fertig geworden und wurde bereits in Freiburg und Hamburg aufgeführt. Diese Fassung ist für insgesamt 18 Musiker arrangiert, wobei die Streicher natürlich auch hier chorisch besetzt werden können. Das "Adagietto" wird als getrennt erhältlicher Satz ebenfalls angeboten.

Kindertotenlieder
für mittlere Singstimme und Kammerensemble | 20′
Bearbeitet von Eberhard Kloke Originaltonart


Kindertotenlieder
für hohe Singstimme und Kammerensemble | 20′
Bearbeitet von Eberhard Kloke


Rückert-Lieder
für tiefe Singstimme und Kammerensemble | 22′
Bearbeitet von Eberhard Kloke Originaltonart


Rückert-Lieder
für hohe Singstimme und Kammerensemble | 22′
Bearbeitet von Eberhard Kloke

Rihm, Wolfgang (*1952)

Dort wie hier (2015)
Zyklus aus einem Heine-Gedicht für Bariton und Klavier | 18′

Neu im UE-Katalog

Funde im Verscharrten (2015)
für Bariton mit Sopran und Klavier | 10′

UA 06.07.2015, Regentenbau Bad Kissingen / Deutschland, Sarah Mzali-Aristidou, s; Wolfgang Holzmair, bar; Jan Philip Schulze, pno

Funde im Verscharrten Gemäß dem Motto des Kissinger Sommers 2015 "Europäische Nachbarn" wurde die "LiederWerkstatt" mit Wolfgang Rihm und 6 weiteren Komponisten vor die Aufgabe gestellt, den Gegensatz von Ferne und Nähe, von Fremdem und Vertrautem, von der Romantik bis zur Gegenwart zu beleuchten. Rihm vertonte in "Funde im Verscharrten" für Bariton mit Sopran und Klavier vier Gedichte von Gunnar Ekelöf, der zu den bedeutendsten schwedischen Lyrikern des 20. Jhs. zählt. Die Gedichte wurden von Nelly Sachs ins Deutsche übesetzt.

Geste zu Vedova (2015)
für Streichquartett | 11′

UA 21.10.2015, Fondazione Vedova Venedig / Italien, Minguet Quartett

Vedovas Werk ist geprägt von kraftvollen Setzungen. In der Erinnerung bleiben vor allem heftig artikulierte Vertikalen - Reste von Schlägen? von Architektur? - schwarze Zeichen in Aufruhr. Mit ähnlichen Gestalten wollte ich musikalisch antworten. Auch die physische Erscheinung Vedovas hatte für mich etwas von einer flammenden Vertikalen. Er schien wie ein schwarzer Blitz in den Boden zu fahren. Oder war er die Spur einer plötzlichen Eruption? So sein Werk: Vibration von Kraft, Energie, Vektor eines eminent bewussten historischen Bewusstseins. Ein gigantisches Reservoir der hochreflektierten Venezianischen Kunst scheint durch Vedovas Sorgfalt und Wildheit zu explodieren: auf der Fläche und über diese hinaus - in den Raum. Die "Plurimi" rhythmisieren den Raum wie eine gewaltige musikalische Energie, deren Seismogramme er fixiert. Ein bewegtes Ich - ich selbst? - grüßt aus der Ferne mit einer Geste, die nur ein Nachzittern ist. (Wolfgang Rihm)

Harzreise im Winter (2012)
für Bariton und Klavier | 13′

05.08.2014, Haus für Mozart Salzburg / Österreich, Christian Gerhaher, Bar; Gerold Huber, pno


Sehnsucht und Nachtgesang (2014)
zwei Goethe-Lieder für mittlere Stimme und Klavier | 10′

UA 19.06.2014, Regentenbau Bad Kissingen / Deutschland, Anna Prohaska, S; Eric Schneider, pno


Sextett (2013-2014)
für Klarinette, Horn und Streichquartett | 15′

UA 18.09.2014, Muziekgebouw aan 't IJ Amsterdam / Niederlande, Quatuor Danel, Jörg Widmann, cl; Bruno Schneider, hn


Sound As Will (2011/2014)
für Trompete und Ensemble | 18′
1 1 2 1 - 1 2 1 1 - Schl(3), Hf, Akk, Klav, Asax(Es), Tsax(B), Vl, Va, Vc, Kb

UA 18.10.2014, Donauhallen Donaueschingen / Deutschland, Klangforum Wien, Dir. Ilan Volkov, Marco Blaauw, tpt

Jeder Komponist, und gerade der unserer Zeit, ist in hohem Maß von guten Interpreten abhängig. Wolfgang Rihm hat das Glück, dass sich immer wieder Virtuosen durch seine Musik herausfordern lassen - und diese haben das Glück, von einem Könner wie Rihm bedient zu werden. Der Trompeter Marco Blaauw konnte bei der Uraufführung in Donaueschingen unter Beweis stellen, dass er auch noch die höchsten technischen Anforderungen mit berückend strahlendem Ton zu bewältigen weiß. Ein hoch komplexes Kammerstück, dem es an sinnlichem Reiz in keiner Weise mangelt.

Toccata capricciosa (2014-2015)
für Klavier | 10′

UA 26.01.2016, Grand Auditorium Luxembourg / Luxemburg, Cathy Krier, pno

Neu im UE-Katalog

Sawer, David (*1961)

Bronze and Iron (2014)
concert version für Bläserquintett | 10′

"Ich finde Musikpavillons unglaublich eindrucksvoll, voller Geister und kindlicher Erinnerungen, und gleichzeitig sind sie funktionelle und praktische Plattformen für populäre Freilichtaufführungen. Die Idee, ein Stück zu komponieren, das die Aufmerksamkeit auf diese einzigartigen, überlebenden Denkmäler in freien, offenen und öffentlichen Räumen lenkt, hat auf mich sofort große Anziehungskraft ausgeübt. Mein Stück erhöht die Theatralik dieser Räume durch die räumliche Anordnung und Bewegung der fünf Spieler, sowohl einzeln als auch in Gruppen, die sich in und um den Musikpavillon bewegen, mit dem Ziel, das Publikum zu überraschen." (David Sawer)

Coachman Chronos (2014)
für 9 Spieler

UA 03.10.2015, Science Museum London / Großbritannien, Aurora Orchestra, Dir. Nicholas Collon

Dieses Werk entstand für das NMC-Projekt Objects and Exhibition, eine Zusammenarbeit des Aurora Orchestra mit dem Science Museum in London. "Als ich die herrliche Postkutsche der Royal Mail aus dem Jahr 1820 in der Ausstellung "Making the Modern World" im Museum sah, erinnerte ich mich an Thomas de Quinceys Essay über Bewegung "Die englische Postkutsche" und besonders an die Stelle, wo er beschreibt, wie durch die Gegenüberstellung der Geschwindigkeit der Bewegung mit der Geschwindigkeit des Denkens der Kutschers in der Lage ist, klar zu denken und damit knapp eine Katastrophe zu vermeiden. In einer Welt, in der die Geschwindigkeit immer wichtiger wird, kann Klarheit vielleicht am besten erreicht werden, wenn die Zeit still steht." (David Sawer)

Schönberg, Arnold (1874-1951)

Gurre-Lieder (1901)
für Singstimme und Klavier Frühfassung

Schwartz, Jay (*1965)

Music for Chamber Ensemble (2006)
für Ensemble | 17′
1 1 2 1 - 2 1 2 0 - Schl(2), Vl, Vl, 2 2

06.12.2014, Cité de la musique Paris / Frankreich, Ensemble Intercontemporain, Dir. Matthias Pintscher

""Music for Chamber Ensemble besteht aus einem geometrischen Muster aus Linien, Kurven und Schnittpunkten, die sowohl den musikalischen Gesetzen von horizontalen und vertikalen Intervallen als auch den architektonischen Gesetzen von Struktur und Proportion folgen. In der Struktur des Werkes folgen Linien aus diametral entgegengesetzten Punkten einem Verlauf, dessen Metamorphose zu einer Katharsis führt. Alle Ereignisse verweisen auf diese Katharsis oder nehmen auf diese Bezug. Das Ziel meiner Arbeit ist, die Architektur meines Stückes in einen einzelnen Zeitraum zu fassen. Meine Leitlinien sind Prinzipien der architektonischen Harmonie sowie die Anwendung von empirischen und intuitiven Methoden des Experimentierens mit der Zeit und dem musikalischen Gedächtnis, dessen Ergebnisse erstaunlich oft Jahrtausende alten Grundsätzen entsprechen." (Jay Schwartz)

Staud, Johannes Maria (*1974)

2 Lieder (2004-2015)
für Bariton, Klavier und Tonband | 8′30″

UA 23.10.2015, Gare du Nord Basel / Schweiz, Niklaus Kost, Bar; Jürg Henneberger, Klav

Neu im UE-Katalog

Auf die Stimme der weißen Kreide (2014-2015)
(Specter I-III) für großes Ensemble | 30′
2 1 2 1 - 1 2 1 1 - Schl(3), Klav, Vl, Vl, 2 2

UA 19.09.2015, France 3 Alsace Strasbourg / Frankreich, Ensemble Modern, Dir. Emilio Pomàrico

Inspiriert durch die Texte des Schriftstellers Josef Winkler, den die Skulptur "The Specter of the Gardenia" von Marcel Jean zu einem eigensinnigen, surrealistischen Monolog anregten, setzte Johannes Maria Staud dessen zwischen Zorn und Zärtlichkeit schwankenden poetische Bilder in ein Ensemblewerk um. "Ich habe versucht, eine Instrumentalmusik zu schreiben, die sehr inspiriert ist von diesen Sprachbildfeldern, von diesen aphoristisch-evokativen Dingen". (Johannes Maria Staud) (siehe auch "Specter of Gardenia")

Donum (2006-2015)
(Segue II für Pierre Boulez) für Violoncello | 4′30″

UA 22.03.2015, Amphithéâtre Paris / Frankreich, Marc Coppey, vc

"Mein "Donum" ist ein Versuch, mich bei Pierre Boulez zu bedanken. Seine Werke, so unterschiedlich und vielgestaltig sie auch sein mögen, so viele Wege sie auch beschreiten und so viele Territorien sie auch erkunden mögen, bewegen, provozieren und inspirieren mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich mich mit ihnen beschäftige. Sie bestärken mich auch darin, dass Intellekt und Emotion, gedankliche Schärfe und musikalische Buntheit, Ökonomie und Phantasie, ja: Klarheit und Komplexität kein Widerspruch sein müssen, sondern sich auf einer übergeordneten Ebene wunderbar amalgamieren lassen ohne ihre Radikalität zu verlieren". (Johannes Maria Staud)

Wheat, not oats, dear. I'm afraid. (2015)
für sieben Instrumente | 11′

UA 10.10.2015, Helmut List-Halle Graz / Österreich, Ensemble Recherche

Neu im UE-Katalog

Troiani, Lorenzo (*1989)

Empedoclea II. Über Materialismus (2013)
für Ensemble | 8′

UA 16.05.2014, Parco della Musica Roma / Italien, PMCE - Parco della Musica Contemporanea Ensemble, Dir. Tonino Battista

"Das Arbeiten mit den Trümmern, das Zeigen des "Negativen des Bildes". Das an sich Nebensächliche rückt ins Zentrum. All das geschieht in "Empedoclea II". Meine Musik könnte man als eine Stimme betrachten, die man aus der Ferne hört. Die Landschaft und andere Filter verzerren das Lied. Es bewegt sich ständig." (Lorenzo Troiani) Das Stück gewann den Kompositionswettbewerb Concorso Valentino Bucchi der Fondazione Musica per Roma 2014.

Valle-Lattanzio, Alejandro del (*1986)

Flügelbrausend (2014)
für Ensemble | 28′

UA 02.12.2014, Muth Wien / Österreich, Dir. Marie Jacquot, Shkelzen Doli, vln; Thomas Lechner, perc; Sylvie Lacroix, fl; Friedrich Kleinhapl, vlc; Hidan Mamudov, cl; Edi Köhldorfer, e.guit

"Dieses Stück ist vor allem ein Zelebrieren tiefer, "brausender", musikalischer Freude, eine Lobpreisung Gottes. Der Titel entstammt Nietzsches "Zarathustra": "Meine weise Sehnsucht schrie und lachte also aus mir, die auf Bergen geboren ist, eine wilde Weisheit wahrlich! - meine große flügelbrausende Sehnsucht." Die Konstruktion dieser Besetzung und ihre Ausdruckspalette geht vom Marimbaphon aus, dessen Klang ich als "ursprünglich" oder essenziell, mit seiner besonderen Disposition zu iterativen Rhythmen, empfinde: Dann 2 Holzbläser, die die Klangfarbe des Marimbaphons erweitern und nachklingen lassen. Auf der anderen Seite 2 Streicher mit einer volleren Klangfarbe, reichere dynamische Nuancen, die keine Luft brauchen und auch keine Abklingzeit haben. Und die E-Gitarre, als ein extrem flexibles Instrument, eine Brücke zwischen diesen beiden Welten mit Klangfarben, die ich besonders liebe, und die die ganze Welt der elektronischen Instrumente in sich hat." (A. del Valle-Lattanzio)

Webern, Anton (1883-1945)

2 Lieder (1918/1919)
nach Gedichten von Karl Kraus für Gesang und Ensemble
1 0 2 0 - 1 1 1 0 - Schl, Hf, Vl, Va, Vc, Kb

Neu im UE-Katalog

4 Stücke op. 7 (1910)
für Violine und Ensemble | 5′
Bearbeitet von Richard Dünser
1 1 1 1 - 1 0 0 0 - Schl, Hf, Vl, Vl, Va, Vc, Kb

Neu im UE-Katalog: "Webern komponierte die 4 Stücke im Jahr 1910, eine endgültige Revision erfolgte 1914. Stilistisch sind sie Aphorismen, die extrem verdichtet sind, konzentriert in Substanz und Form. Die Stücke umfassen lediglich 9, 24, 14 und 15 Takte. In meiner Bearbeitung habe ich versucht, diese geballte Mikroenergie durch instrumentale Farben zu bündeln, Kontraste und Strukturen hervorzuheben und der Solo-Violine, die in ihrer Virtuosität und Expressivität unverändert den Webernschen Originaltext wiedergibt und verschiedenste Arten des Geigenklanges auslotet, eine differenzierte Klangwelt gegenüber zu stellen." (Richard Dünser)

Zemlinsky, Alexander (1871-1942)

7 Lieder von Nacht und Traum
für mittlere Stimme und Ensemble (Kammerorchester) | 20′
Bearbeitet von Richard Dünser
1 2 1 1 - 2 0 0 0 - Hf, BaHn, Vl, Vl, Va, Vc, Kb

UA 27.10.2014, Musikverein Wien / Österreich, Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig, Peter Weber, Bar

Richard Dünser hat "Sieben Lieder von Nacht und Traum" von Alexander Zemlinsky - es handelt sich um eine Auswahl aus den op. 2, 5, 6, 8 und 10 - zu einem Zyklus zusammengestellt und für mittlere Stimme und Kammerorchester bearbeitet.

Kammerkonzert (1896)
nach dem Trio op. 3 für Ensemble | 25′
Bearbeitet von Richard Dünser
1 2 3 1 - 1 0 0 0 - Hf, Vl, Vl, Va, Vc(2), Kb

UA 06.06.2016, Musikverein, Brahms-Saal Wien / Österreich, Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig

Zemlinsky komponierte sein "Trio" op. 3 für Klarinette, Violoncello und Klavier im Jahre 1896 als nur 25-Jähriger. Es ist ein früher Geniestreich Zemlinskys, der bereits seine eigene Sprache deutlich erkennen lässt, auch wenn der Bezug zu Brahms und Mahler offenliegt. In Anlehnung an das "Kammerkonzert" von Alban Berg und als Brücke zu diesem hat Richard Dünser dieses "Trio" nun für 15 Soloinstrumente bzw. kleines Orchester instrumentiert. Der Mahler-Bezug im langsamen Satz wird durch den verwendeten Klang von Streichern und Harfe noch unterstützt. Die UA findet in der Saison 2015/16 im Musikverein Wien statt.

Vokal- und Chorwerke

Fennessy, David (*1976)

Letter to Michael (2014)
für Chor (16 Stimmen) a cappella | 7′

"Vor einigen Jahren wurde ich auf ein außergewöhnliches Kunstwerk einer Frau namens Emma Hauck aufmerksam. Sie wurde vor etwa hundert Jahren in einer deutschen psychiatrischen Klinik aufgrund der Diagnose Schizophrenie behandelt. Während dieser Zeit produzierte sie seitenweise Texte. Sie schrieb ihrem Mann, der aufgehört hatte, sie zu besuchen, Tausende Bleistiftzeilen. Sie schrieb immer und immer wieder einfach die Worte "Herzensschatzi komm", manchmal auch nur das Wort "komm". Jede Seite war eng mit überlappendem Text bedeckt, manchmal unleserlich. Ich war tief beeindruckt von diesen sich wiederholenden Bitten und überzeugt, dass die verzweifelte Leidenschaft, die diese Seiten ausdrücken, tatsächlich nur mit Stimmen übermittelt werden kann. Ich stelle mir eine dichte Schichtung einer einfachen Linie vor; jede weitere Stimme verstärkt die Kraft der Bitte ..." (David Fennessy)

Finnissy, Michael (*1946)

Tom Fool's Wooing (1975/1978)
für 14 Stimmen | 20′

Haas, Georg Friedrich (*1953)

nocturno (2013)
Musik für Frauenchor und Akkordeon (ossia: Klavier) für Frauenchor und Akkordeon (ossia: Klavier)

Das Stück soll in völliger Dunkelheit aufgeführt werden, die Musikerinnen und Musiker singen/spielen auswendig, d. h. jede Chorsängerin und der Akkordeon- oder Klavierspieler benötigen nur zur Einstudierung eine Partitur.

Pärt, Arvo (*1935)

Drei Hirtenkinder aus Fátima (2014)
für gemischten Chor a cappella

UA 27.08.2014, Fondation Beyeler Basel / Schweiz, Dir. Jaan-Eik Tulve

Angeregt durch seinen Besuch in Fatima, dem Ort der Marienerscheinungen von 1917, schrieb Arvo Pärt ein kleines Chorstück auf eine Textstelle aus Psalm 8,3 "Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob". Das Chorstück ist dem Maler Gerhard Richter gewidmet.

Kleine Litanei (2015)
für gemischten Chor a cappella | 5′

UA 10.12.2015, Virgilkapelle Wien / Österreich, Dir. Erwin Ortner

Neu im UE-Katalog

Oper/Ballett

Bedford, Luke (*1978)

Through His Teeth (2013)
Chamber opera für drei Sänger und acht Musiker | 60′

"Can this be the best British opera in years? … Drop everything and go!" (Anne Ozorio, Opera Today, 09.04.2014) Nach dem Erfolg seiner ersten Oper Seven Angels wurde Luke Bedfords einstündige Kammeroper Through His Teeth sowohl vom Publikum als auch von der Kritik begeistert aufgenommen. David Harrowers Libretto basiert auf der wahren Geschichte eines Hochstaplers, der sich als 'Superagent' ausgab, einige Frauen ver- und sie sogar entführte, ohne jegliche Gewalt anzuwenden. Die Kammeroper besteht aus 16 kurzen Szenen, die teils mitten im Geschehen spielen und teils in Form von Interviews auf dieses zurückblicken. Der Auftrag der Londoner Royal Opera wurde am 3. April 2014 im Linbury Studio Theatre unter der Regie von Bijan Sheibani uraufgeführt.

Brand, Max (1896-1980)

Maschinist Hopkins (1928)
Oper in 1 Vorspiel und 3 Akten | 135′
Bearbeitet von Werner Steinmetz reduzierte Fassung
2 1 1 1 - 2 1 2 1 - Schl(3), Klav, Asax(Es), Str

UA 00.10.2016, Brotfabrik Wien / Österreich, Israel Chamber Orchestra, Dir. Martin Sieghart

Mit "Maschinist Hopkins" traf Max Brand den Puls der damaligen Zeit. Bis 1933 wurde die Zeitoper über 200mal aufgeführt, und Brand schien auf dem besten Weg, ein berühmter Komponist zu werden. Doch die Weltwirtschaftskrise und Machtübernahme durch die Nationalsozialisten veranlassten Max Brand, 1937 über Prag, Genf und Rio de Janeiro nach New York zu emigrieren. Ein Kritiker schrieb 1929 über die Uraufführung der Oper: "... Zu dem Schönsten, wenngleich Schwierigsten in der Ausführung gehört die Irrealität der Maschinenhalle bei Nacht. Hier hat Brand den kühnen Versuch gemacht, die starre Maschine lebendig werden zu lassen; wie einst die Romantik der Sprache des Waldes aus seinem Rauschen und Raunen abfing, wird hier die Sprache der Räder und Kolben und eisernen Getriebe wach …" Werner Steinmetz reduziert für EntArteOpera Linz die Partitur auf 35 Spieler und macht das Werk nunmehr auch kleineren Bühnen zugänglich.

Foerster, Josef Bohuslav (1859-1951)

Eva (1895-1897)
Oper in 3 Akten
3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl, Hf, Org, Str

"Josef Bohuslav Foerster, ein Zeitgenosse Janáceks, wird selbst in seiner Heimat seit Jahrzehnten nicht mehr gespielt. Wer jedoch seine in Wexford aufgeführte Oper "Eva" gesehen hat oder den Mitschnitt dieser Aufführung hört, fragt sich verwundert, wie es zu dieser Vernachlässigung kommen konnte." (Fono Forum 04/06, Jürgen Gahre) Den Stoff für diese tragische Oper entnahm Foerster Gabriela Preissovás Schauspiel "Gazdina Roba" (Gazdina - Hauswirtin; roba - Schmähbezeichnung für eine Frau, die ihren Mann verlässt). Im Mittelpunkt steht ein gesellschaftlicher Konflikt: Die arme Näherin Eva und der reiche Bauernsohn Mánek lieben einander, ohne auf die sozialen Barrieren zu achten. Máneks Mutter sowie das dörfische Volk erlauben aber als Folge der damals geltenden sozialen und religiösen Gesetze diese Liebe nicht. Den Ausgang aus der verzweifelten Lage sucht Eva im freiwilligen Tod in den Fluten der Donau.

Gurlitt, Manfred (1890-1972)

Soldaten (1929/1930)
Tragische Oper in 3 Akten | 120′

17.01.2015, Theater Osnabrück / Deutschland, Osnabrücker Symphonieorchester, Dir. Andreas Hotz, José Gallisa, Herr Wesener; Almerija Delic, Frau Wesener; Susann Vent-Wunderlich, Marie; Erika Simons, Charlotte; Jan Friedrich Eggers, Stolzius; et al.

Bereits 35 Jahre vor Bernd A. Zimmermann hat Manfred Gurlitt "Die Soldaten" von Jakob Lenz als Opernstoff gewählt. Allerdings ist sein Werk nach einer Aufführungsserie in den 1930er-Jahren in Vergessenheit geraten. Gurlitt kannte das Opernrepertoire und die musikalischen Strömungen seiner Zeit und brachte all sein Wissen in die "Soldaten" ein. Seine wunderbar kantable, berührende Musik mit fast impressionistischen Klangflächen reicht von zarter Kammermusik bis zur romantischen Symphonik. Das Theater Osnabrück hat die vergessene Oper im Jänner 2015 äußerst erfolgreich wieder auf die Bühne gebracht.

Haas, Georg Friedrich (*1953)

Morgen und Abend (2014/2015)
Oper für Soli, Chor und Orchester | 90′
3 3 3 3 - 4 2 2 1 - Str, Pk, Schl(2), Akk

29.04.2016, Deutsche Oper Berlin Berlin / Deutschland, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Dir. Michael Boder, Johannes, Christoph Pohl; Erna, Helena Rasker; Signe/Hebamme, Sarah Wegener; Peter, Will Hartmann; Olai, Klaus Maria Brandauer

Jon Fosse erzählt die Geschichte des Fischers Johannes, eines einfachen, alten Mannes. Er erinnert sich an sein vergangenes Leben, an diejenigen Menschen, die ihm am meisten bedeutet haben, seine Frau und seinen Freund Peter, beide längst verstorben. Johannes' Sehnsucht wird sich an diesem Tag erfüllen. Als seine Tochter am nächsten Morgen nach ihm sieht, ist er tot.

Halffter, Cristóbal (*1930)

Schachnovelle (2010-2012)
Oper in einem Akt Oper | 115′
4 3 4 3 - 4 4 4 1 - Schl(4), Asax(Es), Tsax(B), E-Klav - Vl. I (12-16), Vl. II (12-14), Va. (10-12), Vc. (8-10), Kb. (6-8)

UA 18.05.2013, Opernhaus Kiel / Deutschland, Philharmonisches Orchester Kiel, Dir. Georg Fritzsch

Halffter hat es mit seinem Librettisten Wolfgang Haendeler geschafft, den Roman Stefan Zweigs gültig und packend auf die Bühne zu bringen. Für zwei Kritiker der FAZ war die "Schachnovelle" "die Uraufführung des Jahres". Die Neue Musikzeitung schrieb: "Die Schreibweise des Madrider Komponisten ist sich in diesen sechs Jahrzehnten, bei mancher Weiterentwicklung im Detail, prinzipiell treu geblieben: Es ist Moderne vom guten alten Schlag. Die Fließgeschwindigkeiten, Intonationen und feinen Färbungen des Tonsatzes, der zuvorderst seinen eigenen Gesetzen und Regeln folgt, korrespondieren freilich den Raum- und Zeitvorgaben des Textes und insbesondere dessen psychischen Konstellationen. Am hörbarsten knüpft Halffter an Alban Bergs Opern an." Bei so viel Lob sollte eine Folgeaufführung nur eine Frage der Zeit sein.

Janácek, Leoš (1854-1928)

Die Sache Makropulos (1925)
Oper in 3 Akten | 120′ Kritische Ausgabe von Jirí Zahrádka
4 3 4 3 - 4 3 3 1 - 1. Horn in F (Banda interna), 2. Horn in F (Banda interna), 1. Trompete in F (Banda interna), 2. Trompete in F (Banda interna), Pauken (Banda interna), Pk, Schl(3), Hf, Cel, Str

19.02.2016, Deutsche Oper Berlin Berlin / Deutschland, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Dir. Donald Runnicles, Emilia Marty, Evelyn Herlitzius; Albert Gregor, Ladislav Elgr; Vitek, Paul Kaufmann; Krista, Jana Kurucová; Jaroslav Prus, Derek Welton; Dr. Kolenaty, Seth Carico; Janek, Gideon Poppe; Hauk-Sendorf, Heinz Zednik;

Die Kritische Neuausgabe der Oper "Die Sache Makropulos" von Leos Janacek umfasst ein komplett neu erstelltes Aufführungsmaterial unter Berücksichtigung sämtlicher erhaltener Quellen. Bei der Revision der Partitur wurde das Partiturautograf mit drei zu Lebzeiten des Komponisten entstandenen Abschriften verglichen. Die Kritische Neuausgabe legt folglich das Werk in einer Form vor, die in größtmöglichem Maße den Vorstellungen des Komponisten entspricht. Sie verfügt darüber hinaus über wertvolle Hinweise für die Aufführungspraxis des berühmten Janacek-Dirigenten Sir Charles Mackerras. Der Herausgeber der Kritischen Neuausgabe ist Jiri Zahradka, seit 20 Jahren Kurator des Janacek-Archivs am Mährischen Landesmuseum und wissenschaftlicher Herausgeber von Kritischen Neuausgaben vieler anderer Werke von Leos Janacek: Sarka, Die Ausflüge des Herrn Broucek, Das schlaue Füchslein, Sinfonietta (in Vorbereitung). Die Kritische Neuausgabe wird ab der Saison 2015/2016 allgemein zur Verfügung stehen.

Pärt, Arvo (*1935)

Adam's Passion (2015)
eine Produktion von Robert Wilson basierend auf "Adam's Lament", "Tabula Rasa", "Miserere" und "Sequentia"

UA 12.05.2015, Noblessner Foundry Tallinn / Estland, Tallinn Chamber Orchestra, Dir. Tõnu Kaljuste, Lucinda Childs, Michael Theophanous, Endro Roosimäe, Erki Laur, Tatjana Kosmõnina; soloists, actors, drama and dance students

Theatermagier Robert Wilson würdigte Arvo Pärt mit einer Musik- und Theater-Produktion, die im Mai 2015 in Tallinn erstmals gezeigt wurde. Die Produktion umfasste ein Kammerorchester, einen Chor, 5 Gesangssolisten, Schauspieler und eine Gruppe lokaler Schauspielstudenten. Arvo Pärt wählte für dieses Projekt drei wichtige Werke aus seinem Schaffen aus: die zwei Chorwerke "Adam's Lament" und "Miserere" und das Doppelkonzert für 2 Violinen "Tabula rasa". Hinzu kam das neue "Sequentia", das Pärt speziell für diese Produktion komponierte. Die einzigartige Zusammenarbeit der beiden großen Künstler war ein Ereignis von internationaler Bedeutung. Parallel dazu entstand eine Fernsehdokumentation.

Rossini, Gioachino (1792-1868)

Der Barbier von Sevilla
für Soli und Ensemble | 60′
Bearbeitet von Uwe Sochaczewsky Fassung für Kinder

UA 25.07.2015, Große Universitätsaula Salzburg / Österreich, salzburg orchester solisten, Dir. Duncan Ward, Mitglieder des Young Singers Project, Solisten

Eine der meistgespielten Opern der Welt macht Uwe Sochaczewsky nun auch für Kinder und die ganze Familie zugänglich: Die Geschichte um den einfallsreichen, gewitzten und charmanten "Barbier von Sevilla", genannt Figaro, der seinem Freund Almaviva durch geniale Tricks hilft, dessen angebetete Rosina zu befreien, ist nicht nur die Vorgeschichte zu Figaros Hochzeit, sondern auch ein Meilenstein der Operngeschichte. Das junge Publikum wird federleicht in die Welt der Oper eingeführt, erfährt ganz nebenbei, wie ein "Gesamtkunstwerk" entsteht und erlebt die virtuosen Melodien Rossinis und eine der turbulentesten Geschichten der Opernliteratur. (Salzburger Festspiele)

La Cenerentola (1816/1817)
für Soli und Ensemble | 65′
Bearbeitet von Alexander Krampe Fassung für Kinder
1 1 1 1 - 1 0 0 0 - Akk, Mba, Vl(2), Va, Vc, Kb

04.11.2014, Teatro alla Scala Milano / Italien, Orchestra dell’Accademia del Teatro alla Scala, Dir. Maxime Pascal

Nicht einmal fünf Wochen blieben bis zur geplanten Premiere am 25. Januar 1817 noch Zeit, als Rossini mit seinem Librettisten nach einem guten Abendessen beschloss, eine Oper nach der Märchenerzählung Cinderella oder der kleine gläserne Pantoffel von Charles Perrault zu schreiben. Unbestritten ist das Märchen eine der schönsten und eingängigsten Geschichten der Weltliteratur. Die Kinderfassung hat sich gegenüber dem Original nur eine kleine Korrektur erlaubt: Der gläserne Pantoffel, der einzig auf den hübschen Fuß von Cenerentola passt, musste unbedingt wieder hinein ins Stück. Den hatten Meister Rossini und sein Librettist einst gegen einen schnöden Armreif ersetzt … Wie mit der Geschichte, so ist es auch mit Rossinis Musik: Kein Ohr kann sich ihr verschließen. Die 12-köpfige Orchesterbesetzung, einschließlich Akkordeon und Marimbaphon gibt die originale Vorlage in schillernden Farben und mit gehörigem Temperament wieder.

Staud, Johannes Maria (*1974)

Die Antilope (2013-2014)
Oper | 75′
2 1 2 2 - 2 2 1 1 - Schl(2), Akk, Klav, Asax(Es), Str

UA 03.09.2014, Luzerner Theater Luzern / Schweiz, Luzerner SO, Dir. Howard Arman

"Die Oper erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, Victor, der ein entfernter Verwandter und Wiedergänger des Victor Krap (Samuel Beckett, Eleutheria) und des Schreibers Bartleby (Herman Melville) ist. Victor, ein Verweigerer und gesellschaftlich Außenstehender, entzieht sich einer immer klaustrophobischer werdenden Firmenfeier durch einen Sprung aus dem Fenster. In der Folge irrt Victor durch eine absurd verzerrte städtische Welt und gerät bei seiner ‚Reise durch die Nacht' in die eigenartigsten Situationen, die sich ihm teils bedrohlich und entsetzlich, dann wiederum komisch und grotesk, stets auf der Kippe zwischen Realem und Irrealem, darstellen." (Johannes Maria Staud, Durs Grünbein)

Specter of the Gardenia oder Der Tag wird kommen (2014-2015)
für Schauspieler und großes Ensemble | 60′
2 1 2 1 - 1 2 1 1 - Schl(3), Klav(2), Vl, Vl, 2 2 1

UA 25.09.2015, Helmut List-Halle Graz / Österreich, Ensemble Modern, Dir. Emilio Pomàrico, Johannes Silberschneider, Sprecher

Im Auftrag des steirischen herbsts entwickelten Johannes Maria Staud und der Schriftsteller Josef Winkler ein subtiles Wechselspiel von Musik und Text, keine Oper, sondern eine installative Konzertperformance. Die Skulptur des Surrealisten Marcel Jean "Specter of the Gardenia oder Der Tag wird kommen" inspirierte Josef Winkler zu einem eigensinnigen surrealistischen Monolog, dessen emotionale Botschaften Staud in Musik umsetzt. "Ich habe versucht, eine Instrumentalmusik zu schreiben, die sehr inspiriert ist von diesen Sprachbildfeldern, von diesen aphoristisch-evokativen Dingen". (Johannes Maria Staud)

Zemlinsky, Alexander (1871-1942)

Eine florentinische Tragödie (1916)
Oper in 1 Aufzug für Soli und Ensemble oder Kammerorchester | 60′
Bearbeitet von Roland Freisitzer
1 1 3 1 - 2 1 1 0 - Pk, Schl(2), Cel, Klav, Str

UA 11.05.2015, Musikverein, Brahms-Saal Wien / Österreich, Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig, Alda Caiello, Dietmar Kerschbaum, Steven Scheschareg

Dem Kammerspiel-Charakter des Stoffs entsprechend, hat Roland Freisitzer auch eine Kammerfassung der Oper angelegt. Diese Kammerfassung kommt mit nur 16 Instrumenten aus (optional mit chorischen Streichern). Eine derart radikale Reduzierung des Orchesters machte einen stärkeren Eingriff in das Werk notwendig, um durch gezieltes Uminstrumentieren und Neugewichten das Fehlen mancher Instrumente nicht als Manko erscheinen zu lassen, sondern ganz im Gegenteil die Partitur als grandiose harmonische Ideen Zemlinsky neu zu entdecken. So entsteht packendes, kammermusikalisches Musiktheater!