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Universal Edition - Georges Lentz – Ingwe

Georges Lentz
Ingwe

Entstehungsjahr: 2007
Instrumentierung: für Elektrogitarre
Komponist: Georges Lentz
Auftraggeber: Auftragswerk von Philharmonie Luxembourg
Dauer: 55′
 
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Ingwe

Uraufführung

Ort: Philharmonie Luxembourg / Luxemburg
Datum: 08.12.2007
Hauptsolisten: Zane Banks, e-guit

Werkeinführung

Der in Australien ansässige luxemburgische Komponist Georges Lentz hat vielen seiner Werke ein Wort aus den verschiedenen Dialekten der Eingeborenen als Titel gegeben. Die meisten Wörter bedeuten „Star“ (z. B. Ngangkar, Guyuhmgan, Monh oder Birrung); für sein Gitarrenstück hat er das australische Wort „Ingwe“ gewählt, das „Nacht“ bedeutet. 

Der Komponist hat für die Uraufführung folgenden Text verfasst:

Erste Impulse während einer Autoreise ins australische Outback im Dezember 2004: in einem Pub („Royal Hotel“) im Wüstennest Brewarrina sitzt eines Abends ein Mann allein am Tresen und stimmt seine E-Gitarre für die bevorstehende Rock-Session. Sofortige Gewissheit, etwas für jenes Instrument schreiben zu müssen - die ganze Einsamkeit, Abgeschiedenheit, Trostlosigkeit der mich umgebenden Landschaft ist in diesem Klang enthalten. Erste Skizzen am selben Abend, in der Wüste im Auto sitzend.

2005 - zahllose Skizzen (unter Miteinbeziehung eines verworfenen Cellostücks von 2003/2004). Erste Kontaktaufnahme mit dem Gitarristen Zane Banks.

März 2006 - erster vollständiger Entwurf während eines Aufenthalts in der Abtei Clerf. Seither zahlreiche Überarbeitungen, Ergänzungen, Streichungen.

Ingwe: zum einen die leuchtende Sternennacht in der Wüstenstille, zum anderen - und in diesem Werk besonders - die „innere Nacht“. Finsternis im persönlichen Leben. Einsamkeit. Schmerz. Depression.

Die Trostlosigkeit der Outback-Landschaft sicherlich auch als Sinnbild für die von mir über die Jahre immer schmerzvoller empfundene Vermutung, dann Gewissheit, dass kein Gott mich auffängt. Ingwe als Meditation über die Unmöglichkeit zu beten.

Mein ganzer Zyklus Caeli enarrant... als stetige „Bergabwärts-Reise“. Begonnen 1989 in pantheistisch-pathetischer Erbaulichkeit. Nun erreicht er im Verzweiflungsschrei Ingwe seine vorläufige dämonisch-düstere Endstation. Einzig die nicht abzuschüttelnde Hintergrund-Präsenz eben dieses Dämons, Beelzebubs, jenes großen Widersachers Diabolus, gibt mir zu denken: Weiß ich unbewusst, dass ich vielleicht doch noch nicht ganz mit höheren Regionen abgeschlossen habe? Denn: keine Nacht ohne Tag, keine Finsternis ohne Licht. Keine Stille ohne Klang. Ohne ohrenbetäubenden Lärm.

Ausgewählte Ausgaben zu diesem Werk sind auch als Sonderanfertigung käuflich erhältlich

Ingwe

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