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Universal Edition - Gian Francesco Malipiero – Biographie

Gian Francesco Malipiero
 

Gian Francesco Malipiero

Biographie

Geboren am 18. März 1882 in Venedig in einer Musikerfamilie (sein Großvater Francesco und sein Neffe Riccardo waren Komponisten, sein Vater Luigi war Pianist und Dirigent), studierte Malipiero kurz am Wiener Konservatorium (1898–1899), nahm Unterricht in Kontrapunkt bei Marco Enrico Bossi am Liceo Musicale in Venedig (1899–1902), war Assistent von Wagnerschüler Smareglia, ein Kontakt, der sich als besonders wichtig für den jungen Komponisten erweisen sollte, und besuchte die Klassen Max Bruchs in Berlin (1908).

Wichtige Erlebnisse, die seine musikalische Entwicklung dauerhaft prägten: die Begegnung mit der frühen italienischen Musik (Monteverdi, Frescobaldi, Merulo u.a.) und der Aufenthalt in Paris 1913, der zur Freundschaft mit Alfredo Casella führte. Casellas Vorschlag folgend wohnte Malipiero der Uraufführung des Sacre du printemps bei, die ihn "aus einer langen und gefährlichen Lethargie" erwachen ließ.

Der Erste Weltkrieg entwurzelte Malipiero: Er mußte mit seiner Familie sein Haus in Asolo verlassen und nach Rom flüchten. "Doch", sagte er später, "wenn ich etwas Neues (in Form und Stil) in meiner Kunst geschaffen habe, dann gerade in jenen Jahren".

Während seines Aufenthaltes in Rom in den frühen 20er Jahren schloß sich Malipiero Casellas Società Italiana di Musica Moderna an und gründete mit ihm die Corporazione delle Nuove Musiche.

Zwischen 1926 und 1942 edierte Malipiero das Schaffen Monteverdis; von 1939 bis 1952 wirkte er auch als Direktor des Liceo Musicale in Venedig. Als Präsident des Istituto Italiano Antonio Vivaldi nahm er 1947 die Herausgabe der Instrumentalwerke dieses Barockkomponisten in Angriff.

Gian Francesco Malipiero behielt seine Schaffenskraft bis ins hohe Alter. Er starb am 1. August 1973 in Treviso.