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Universal Edition - Jenö Takács – Zur Musik

Jenö Takács
 

Jenö Takács

Zur Musik

Jenö Takács wird am 25. September 1902 im damals noch westungarischen Siegendorf geboren. Takács schreibt bereits als 15jähriger erste Werke, später studiert er an der Wiener Musikakademie Klavier (bei Paul Weingarten) und Komposition (bei Joseph Marx). Nach dem Musikstudium flieht der Komponist vor den Nationalsozialisten nach Ungarn. Dort lernt er Béla Bartók kennen, den er seiner Arbeit wegen verehrt. Als in Ungarn die Kommunisten ans Ruder kommen, verlässt er das Land Richtung Ägypten. In Kairo unterrichtet er fünf Jahre lang am dortigen Konservatorium Klavier. Im Alter von 30 Jahren verschlägt es ihn nach Manila. Auf den Philippinen besucht Takács Eingeborenenstämme, nimmt deren Musik auf Edison-Walzen auf. Eine eigene Sammlung im Wiener Kulturhistorischen Museum würdigt diese einzigartige Pionierarbeit. Wichtig sind Takács’ Reisen und sein Wirken in den Vereinigen Staaten. Mehr als 18 Jahre verbringt der Burgenländer in Amerika. 1953 wird ihm der Professor-Titel verlieren, erst 1970 kehrt er nach Siegendorf zurück. Hunderte Werke hat Takács in seinem Leben geschrieben. Wenngleich die pannonischen Wurzeln immer wieder als Grundlage dienen, sind doch fernöstliche, arabische, amerikanische oder französische Einflüsse herauszuhören. Bei der UE sind insgesamt 20 Werke verlegt, der Großteil davon ist Kammermusik (speziell für Klavier) und einige Orchesterwerke.

Takács über seine Musik „Meine Tonsprache ist an keine bestimmte Richtung gebunden. Sie verleugnet allerdings ihre österreichisch-ungarische Abstammung nicht.” Takács war Träger vieler Auszeichnungen (u. a. dem Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich, dem Ehrenzeichen des Landes Burgenland und dem Österreichischen Staatspreis).

Der Stil von Takács meist effektvollen Kompositionen, die wiederholt Bezug auf das ungarische Musikerbe nehmen, zeichnet sich durch starke rhythmische Triebkräfte aus. Die an Bartóks Vorbild geschulte Melodik verläuft zumeist in langen, chromatischen Bögen. Harmonisch befand er sich immer auf dem Boden der Tonalität, die er freilich, auch hier dem Vorbild Bartóks folgend, stark erweiterte.

Jenö Takács starb am 14. November 2005 in Eisenstadt. Er war bis zuletzt geistig rege und am nationalen und internationalen Kulturleben lebhaft interessiert.