Feedback
Universal Edition - Johannes Maria Staud – Oskar (Towards a Brighter Hue II)

Johannes Maria Staud

Johannes Maria Staud
Oskar (Towards a Brighter Hue II)

Entstehungsjahr: 2014
Untertitel: Musik für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug
Instrumentierung: für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug
Komponist: Johannes Maria Staud
Solo: Violine
Besetzung Details:
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Auftraggeber: Das Werk wurde in Auftrag gegeben von Lucerne Festival, Luzerner Sinfonieorchester, dem Wiener Konzerthaus und ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Die Uraufführung findet im Rahmen von Lucerne Festival statt mit der Widmungsträgerin Midori und dem Luzerner Sinfonieorchester unter Leitung von James Gaffigan.
Dauer: 18′
Widmung: für Midori
 
Bitte überprüfen Sie Ihre Eingaben!

  • Staud Johannes Maria

  • Oskar (Towards a Brighter Hue II)





  • (Lieferadresse falls abweichend)

  • Welche Art von Material möchten Sie bestellen?
    (zb.: Klavierauszug oder Partitur)
Ansichtsmaterial bestellen Aufführungsmaterial bestellen Lizenzanfrage

Hörbeispiel

Oskar (Towards a Brighter Hue II)

Uraufführung

Ort: KKL Luzern / Schweiz
Datum: 27.08.2014
Orchester: Luzerner SO
Dirigent: James Gaffigan
Hauptsolisten: Midori, vln

Werkeinführung

Ausgangspunkt für seine neue „Musik für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug” – so der Untertitel des Konzerts, diente eine Auftragskomposition für den ARD-Musikwettbewerb 2005 in München, Towards a Brighter Hue für Violine solo. Entstanden im Sommer 2004, verwendet dieses in nervöser Agitation insistierend vorwärtsdrängende Solostück eine rhythmisch markante Keimzelle aus Stauds kurz zuvor vollendeter erster Oper Berenice, um im letzten Drittel durch Mikrointervalle eine, so der Komponist, „introvertiertere und lichtere Farbgebung zu erreichen.

Inspiriert zu Towards a Brighter Hue wurde er durch Skulpturen des englischen Künstlers David Nash (*1945), der häufig mit verkohltem Holz arbeitet: „Unterschiedliche Hölzer nehmen unterschiedliche Tönungen an – verkohltes Holz hat nicht immer dieselbe Schwärze”, schildert Staud Nashs Ansatz, den er musikalisch zu adaptieren versucht hat. „Es war für mich reizvoll, diesem ‚verkohlten Holz’ eine hellere Tönung entgegenzusetzen. Das Holz ist für mich hierbei ein überspitztes Bild für ein hochvirtuoses Stück, da bringt man die Geige sozusagen zum Verglühen.”

Die Idee, einer heftigen Verdichtung zartere Auflichtungen gegenüberzustellen – also verschiedene „Holzarten” zu koppeln – hat der österreichische Kom­ponist auch in seinem neuen Violinkonzert Oskar (Towards a Brighter Hue II) aufgegriffen, das eine Kontrafaktur von Towards a Brighter Hue darstellt, mit anderen Worten: bestehendes Material in einen neuen Kontext setzt. Noch vor Vollendung der Partitur erklärte Staud Anfang Mai in einem Telefongespräch, was es mit diesem alten Kompositionsverfahren auf sich habe: „An der Kontrafaktur fand ich schön, dass gewisse Dinge aufrechterhalten bleiben, andere sich aber ändern müssen, nicht zuletzt durch die zeitliche Distanz und die Erfahrung, die ich in der Zwischenzeit kompositorisch gesammelt habe. Zugleich entwickelt eine neue Besetzung stets auch eine andere Dynamik. Es ist ein Hin und Her, mäandernd zwischen einem alten Stück und einem kontrafaktorischen Neuerfinden, und das hat mich sehr interessiert.” In seinem neuen Konzert folge die Violinstimme „teilweise eng dem Solostück, das Orchester dagegen klopft das Potential ab, das in diesem Geigenstück eigentlich schlummert. Was neu für mich ist: Es wird in gewisser Weise ein asketisches Werk, asketisch in der Besetzung. Ein Stück, das viel ausspart. Es gibt keine Opulenz, die interessiert mich überhaupt nicht.”

Zur Besetzung zählten zunächst auch Bläser, doch Staud hat sie immer weiter entschlackt und verschlankt, bis am Ende neben der Solovioline nur ein Streichorchester und drei Schlagzeuger übrig blieben. Klanglich nutzt Staud die bewusst disparat gewählte Besetzung für interessante Konfrontationen und Annäherungen; das reduziert besetzte Schlagzeug beispielsweise wird mit Bogen und Reibestäben gespielt, und das Streichorchester lässt Staud in tiefer Lage einen sinnlichen Kontrapunkt setzen. Charakteristisch für sein Komponieren ist auch hier die Verschmelzung der Klangfarben: „Ich muss einen Punkt finden, wo Solopart und Streicher sich in einer für das Stück spezifischen Farbe zusammenfügen. Und durch das Schlagzeug entsteht wiederum eine spezielle Tönung, eine teils hölzerne Tönung.” Die Sologeige verbindet sich immer wieder mit den übrigen Streichern, um dann erneut aus dem Tutti hervorzutreten – alles sei, erklärt Staud, „wie ein grösser Organismus, der atmet und verschiedene Aggregatzustände anstrebt.”

In einem neu komponierten Prolog „wird altes Material aus dem Solostück mit einer anderen Klangwelt in Verbindung” gebracht. Allein durch diese Ge­genüberstellung entstehen auch im weiteren Verlauf des Konzerts immer wieder kleine Inseln, die an den Prolog erinnern. Dabei hat Staud die ursprüngliche Dramaturgie umgekehrt: „Im Solostück erklingt der erste Pizzicato-Ton genau nach zwei Dritteln, jetzt ist bereits der Prolog vom Pizzicato des ganzen Streichorchesters geprägt.”

Komponiert hat Staud das Werk für Midori, die auch Towards a Brighter Hue im Repertoire hat. Mit ihrem spezifischen Geigenklang hat sich Staud vorab auseinandergesetzt: „Ich habe sie in Wien in Konzerten gehört: Sie kann stille und intime Momente wirklich schön gestalten. Deshalb versuche ich, diese zarteren Töne stärker herauszuarbeiten und ihnen mehr Zeit zu geben. Ich habe beim Komponieren Midori im Hinterkopf, höre vor meinem inneren Ohr, wie ihr Ton sich entfaltet und wie sie mit kleinen Vibrato-Schwellungen umgeht.” Eine Solokadenz im traditionellen Verständnis, die Raum für virtuose Brillanz bietet, ist in dem genuin melodisch empfundenen Konzert gleichwohl nicht vorgesehen, doch es gebe „einen kadenzartigen Zustand in diesem Stück”, räumt Staud ein. Und da der Solopart gewissermaßen aus dem Streichorchester herauswächst, „ist es natürlich auch ein Spiel mit der Idee eines primus interpares. Dennoch werden klangliche Delikatesse und eine gewisse Virtuosität nicht per se ausgeklammert.” 


Towards a Brighter Hue für Violine solo (2004) war eine Auftragskomposition für den Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Midori war von diesem Werk so angetan, dass sie sich von Staud ein Werk für Violine und Kammerorchester wünschte. Beim Lucerne Festival hob Midori nun das neue Werk aus der Taufe. Unüberhörbar hat Staud Elemente von Towards a Brighter Hue darin weiter gedacht, aber es wäre nicht Staud, wenn er uns nicht mit so mancher klanglichen Delikatesse überraschen würde.

Die vollständige Studienpartitur

Studienpartitur - Oskar (Towards a Brighter Hue II)

Oskar (Towards a Brighter Hue II)
  • für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug
  • Ausgabeart: Studienpartitur

Dirigierpartitur - Oskar (Towards a Brighter Hue II)

Oskar (Towards a Brighter Hue II)
  • für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug
  • Ausgabeart: Dirigierpartitur

Solostimme(n) - Oskar (Towards a Brighter Hue II)

Oskar (Towards a Brighter Hue II)
  • für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug
  • Ausgabeart: Solostimme(n)

Klavierauszug - Oskar (Towards a Brighter Hue II)

Oskar (Towards a Brighter Hue II)
  • für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug
  • Ausgabeart: Klavierauszug

3 Ensembles, die dieses Werk spielten:

Versandkosten

Für Ihre Bestellung bieten wir folgende Versandmöglichkeiten an:

Deutschland    
Büchersendung Deutschland 1–3 Werktage EUR 3,00
Europa    
Economy Luftpost 6–10 Werktage EUR 9,95
Welt    
Economy Luftpost 10–15 Werktage EUR 14,95
Standard Luftpost 5–10 Werktage EUR 19,95