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Universal Edition - Wolfgang Rihm – Interscriptum

Wolfgang Rihm

Wolfgang Rihm
Interscriptum

Entstehungsjahr: 2000/2002
Untertitel: Duo
Instrumentierung: für Streichquartett und Klavier
Komponist: Wolfgang Rihm
Auftraggeber: Ein Kompositionsauftrag von und für Wien modern.
Dauer: 15′
 
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Interscriptum

Uraufführung

Ort: Konzerthaus, Neuer Saal Wien / Österreich
Datum: 21.11.2002
Orchester: Minguet Quartett
Hauptsolisten: Siegfried Mauser, Klav

Werkeinführung

Interscriptum – Duo für Streichquartett und Klavier wendet ein von Wolfgang Rihm bereits mehrfach gewähltes Verfahren an: Zu einem früheren Stück, hier das 12. Streichquartett (2000/01), sind neue Schichten, in diesem Fall die Klavierstimme, hinzugefügt, bei unveränderter Faktur des älteren Materials. Es ist dies ein Verfahren, das prinzipielle Fragen zu Poetik und Ästhetik aufzuwerfen geeignet wäre und zuvorderst Begriff und Status des Werkes thematisieren ließe. Ob und wie sowohl das erstere als auch das letztere 'Werk' Anspruch auf integrale Geschlossenheit habe, ob die Integrität des Autors unter einem als ökonomisch motiviert unterstellbaren  'Recycling'-Verfahren nicht leide, wären nur zwei von vielen denkbaren Fragen.

Doch vielleicht bedeutet die Technik des Überschreibens – oder laut dem Titel Dazwischen-bzw. Hineinschreibens, in der ursprünglichen lateinischen Verwendung gar eines Verbesserns eines Artefakts durch nachträgliche Zusätze – bei Rihm nicht notwendigerweise einen eigenen Modus des Komponierens, sondern ist vielmehr Ausdruck eines Verständnisses schöpferischer Arbeit, bei der das 'Werk' nichts anderes ist als "die Suche nach dem Werk" (Musikalische Freiheit [1983/96]), die sich also in einer niemals abgeschlossenen Prozessualität befindet. Dass es einen Nullpunkt, von dem sich schöpferisch ein- oder ansetzen ließe, nicht geben kann, ist klar; ob dann allerdings von mehr oder weniger verborgenen Traditionslinien, vom Modell etwa des romantischen Lieds oder eben von einem fertigen Werk ausgegangen wird, ließe sich mitunter als nur gradueller Unterschied denken.

Zudem ist Rihms Ästhetik stark auf Kommunizierbarkeit angelegt und nimmt ihren Ausgang in als bekannt voraussetzbaren – freilich stets durch unmittelbare Emotionalität überzeichneten – 'Sprachsystemen'. Die Logik motivischer Fortführung wird allerdings – gerade auch im vorliegenden Fall – durch krude Schnitte und reflexartige Zuckungen durchdrungen und schlägt immer wieder unerwartet um. Bizarre Formungen in gleichsam naturhaftem Wildwuchs sind dabei unberechenbar wie die Gefühlswelt eines Schizophrenen. Gegenüber dem stark linearen, aber auch auf quasi orchestrale und flächige Möglichkeiten ausgerichteten Satz des Streichquartetts nimmt das Klavier in Interscriptum zwar auch manche Motivfäden auf und betätigt sich in dialogisch-imitierender Manier, seine hauptsächliche Aufgabe besteht aber darin, neue Klangräume zu öffnen und – etwa durch exzessive Nutzung des Sostenuto-Pedals bei einem stumm gehaltenen tiefen Cluster – neue Farbwelten zu erschließen – mit manchem überraschenden Effekt. Es ist so vielleicht gerade die Spontaneität des Ausdrucks, die ein glaubhaftes 'Überschreiben' möglich macht.

Daniel Ender

Ausgewählte Ausgaben zu diesem Werk sind auch als Sonderanfertigung käuflich erhältlich

Interscriptum

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