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Universal Edition - Die Antilope in Luzern

2014-09-01 15:06

Die Antilope in Luzern

Lucerne Festival


Am 3. September kommt es im Rahmen des Lucerne Festivals zur Uraufführung von Johannes Maria Stauds neuer Oper Die Antilope. Das Libretto der Oper stammt vom deutschen Lyriker Durs Grünbein, der mit Staud unter anderem für die Oper Berenice zusammengearbeitet hat.

Johannes Maria Staud über Die Antilope:

Die Antilope (c) Tanja Dorendorf, T+T FotografieDie Oper erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, Victor, der ein entfernter Verwandter und Wiedergänger des Victor Krap (Samuel Beckett, Eleutheria) und des Schreibers Bartleby (Herman Melville) ist. Victor, ein Verweigerer und gesellschaftlich Außenstehender, entzieht sich einer immer klaustrophobischer werdenden Firmenfeier (inklusive sinnlos leerlaufendem Partygeschwätz) durch einen Sprung aus dem Fenster. In der Folge irrt Victor durch eine absurd verzerrte städtische Welt und gerät bei seiner „Reise durch die Nacht” in die eigenartigsten Situationen, die sich ihm teils bedrohlich und entsetzlich, dann wiederum komisch und grotesk, stets auf der Kippe zwischen Realem und Irrealem, darstellen.

Unser Mann wird dabei hin- und hergerissen zwischen einem beobachtenden Abseitsstehen, einem spontanen Eingreifen-Wollen (er ist nicht ohne moralische Reizbarkeit) und einem Sich-treiben-Lassen durch die Dynamik der kuriosen und sonderbaren Situationen, in die er stolpert. Am Ende dieser Reise kehrt Victor, dessen wahre Motivation ein Rätsel bleibt, jedenfalls wieder unerwartet und auf höchst eigenartige Weise auf die Firmenfeier zurück. Die Zeit ist während seiner Abwesenheit gleichsam stehengeblieben und die Party geht weiter, als ob nichts passiert sei. Die Möbius-Schleife hat sich geschlossen.

Ein verlorener Flaneuer: Johannes Maria Staud im Gespräch mit Christian Kipper auf der Website des Luzerner Theater.

Johannes Maria Staud: Die Antilope
Oper | 75'
UA: 03.09.2014, Luzerner Theater; Chor und Solisten des Luzerner Theaters; Luzerner Sinfonieorchester, Dir. Howard Arman; Inszenierung: Dominique Mentha
Weitere Aufführungen: 05., 07., 21., 24. und 27.09.2014; 23. und 26.10.2014

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