Feedback
Universal Edition - Uraufführung von Arvo Pärts Silhouette

2010-10-20 10:42

Uraufführung von Arvo Pärts Silhouette

Salle Pleyel Paris


Was hat Arvo Pärt mit dem Eiffelturm in Paris zu tun? Die Antwort ist am 4. Nov. in Paris zu hören: Paavo Järvi dirigiert das Orchestre de Paris und bringt Silhouette für Streichorchester und Schlagzeug im Salle Pleyel zur Uraufführung. Silhouette ist – so der Untertitel – eine Hommage an Gustave Eiffel.

Der Komponist zum Werk:

Der erste Impuls, dieses Werk zu schreiben, entsprang meiner spontanen Reaktion auf Paavo Järvis erstklassiger Interpretation meiner Werke, die ich auf einer seiner CDs gehört hatte. Ich rief ihn sofort an, um ihm meine Begeisterung mitzuteilen und erfuhr bei der Gelegenheit, dass er bald einen Posten als Chefdirigent beim Orchestre de Paris übernehmen würde. Ich verspürte daraufhin den unwiderstehlichen Wunsch etwas Spezielles für diesen Anlass, also für „sein neues Orchester“ zu schreiben. Es stellte sich noch im Telefonat mit Paavo Järvi heraus, dass dies auch sein Wunsch war. Mein erster Gedanke war sofort Gustave Eiffel und sein Werk, eine Hommage an einen genialen Architekten. Ich bin sehr glücklich, dass das Orchester diese meine Initiative positiv aufgenommen hat.

Ein prunkvoller Bildband mit den Arbeits- und Bauplänen des Turmes lag auf meinem Schreibtisch und übte seine Faszination aus. Die Visionen des Künstlers Eiffel, ihre Nüchternheit und Rationalität in Verbindung mit Eleganz imponierten mir sehr und haben mich auf unterschiedliche Weise inspiriert. Aus dem Blickwinkel eines Komponisten könnte man bei Eiffels Turm vieles erkennen, was mit einem musikalischen Strukturaufbau vergleichbar ist – die Bausegmente und deren Gliederungen, die Durchsichtigkeit der Konstruktion und vieles mehr. Auch ein in der Architektur so wichtiger Aspekt wie Statik ist  beim Formaufbau eines Musikwerkes ein wichtiges Thema.

Was nun mein Werk Silhouette betrifft, das Stück ist kurz und leicht geworden, wie ein Tanz, ein Walzer, etwas Schwindelerregendes – wie vielleicht die Winde, die diesen riesigen Spitzkoloss durchwehen.

 

Zurück