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Alban Berg: 7 frühe Lieder

  • für hohe Stimme und Orchester
  • 2 2 3 3 - 4 1 2 0 - Pk, Schl, Hf, Cel, Str
  • Dauer: 17’
  • Solisten:
    hohe Stimme
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte (+Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe (+Eh)
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    Bassklarinette in A
    1. Fagott
    2. Fagott
    Kontrafagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    Trompete in F
    1. Tenorposaune
    2.Tenorposaune
    Pauken
    Schlagzeug
    Harfe
    Celesta
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
  • Komponist: Alban Berg
  • Herausgeber: Rudolf Stephan
  • Textdichter: Carl HauptmannNikolaus LenauTheodor StormRainer Maria RilkeJohannes SchlafOtto Erich HartlebenPaul Hohenberg
  • Original-Sprache: Deutsch
  • Übersetzer: Eric SmithJacques Fournier
  • Inhaltsverzeichnis:
    Nacht/Night (Carl Hauptmann) 3min 20s
    Schilflied/Song Amongst the Reeds (Nikolaus Lenau) 2min
    Die Nachtigall/The Nightingale (Theodor Storm) 1min 40s
    Traumgekrönt/A Crown of Dreams (Rainer M. Rilke) 2min 20s
    Im Zimmer/Indoors (Johannes Schlaf) 50s
    Liebesode/Lovers' Ode (Otto Erich Hartleben) 1min 35s
    Sommertage/Summer Days (Paul Hohenberg) 1min 20s
  • Widmung: Meiner Helene

Werkeinführung

Die 7 frühen Lieder sind in der vorliegenden Gestalt Bearbeitungen, genauer: Bearbeitungen von Bearbeitungen eigener Kompositionen. Die Lie­der entstanden zusammen mit vielen anderen in den Jahren 1905 bis 1908, in der Zeit also, in der Alban Berg bereits Unterricht bei Arnold Schönberg hatte. Sie waren zwar nicht Teil dieses Unterrichts, aber doch auch nicht gänzlich unabhängig von ihm, denn immerhin wurden drei von ihnen, Die Nachtigall, Liebesode und Traumgekrönt, am 7. November 1907 in einem Konzert von Schülern Schönbergs der Öffentlichkeit vorgestellt. Im selben für Berg so entscheidenden Jahr 1907 ist auch die ausnehmend schöne und viel umschwärmte Helene Nahowski, die spätere Gattin, ins Leben des noch immer jünglingshaften Alban Berg getreten. Er hatte ihr sogar, noch bevor er sie persönlich kennengelernt hatte, das Manuskript eines schwärmeri­schen Liebeslieds zukommen lassen.

Zehn Jahre später, 1917, hat er für seine Gattin (aus Anlass des gegebe­nen Jubiläums der Bekanntschaft) eine überaus sorgfältige Reinschrift mit Bedacht ausgewählter Zehn Lieder hergestellt. Außer den sieben, die sich sämtlich darin – wenn auch in anderer Reihenfolge – finden, sind noch die Vertonung von Theodor Storms Schließe mir die Augen beide, Gustav Falkes Die Sorglichen und Gleims Leukon vorhanden. Es darf vermutet werden, dass diese zehn es waren, die Berg bewahren wollte, da sie ihm noch immer etwas, vielleicht sogar nicht nur Musikalisches, bedeuteten.

Abermals zehn Jahre später – Bergs Leben hatte sich seit dem Erfolg der ersten Aufführung der Oper Wozzeck und der Übersiedlung Schönbergs nach Berlin verändert – fasste er, der so langsam komponierte und mithin nur wenige Werke zu Aufführungen verfügbar hatte, den Entschluss, einige dieser frühen Lieder erneuert herauszugeben und zwar – wohl nach Gustav Mahlers Vorbild – in doppelter Gestalt, sowohl mit Klavier-, als auch mit Or­chesterbegleitung. Wie viele es sein sollten, war noch einige Zeit ungewiss – schließlich wurden es sieben. Vielleicht spielte da der Titel der vom Verlag posthum zusammengestellten (und mittlerweile wieder verschwundenen) Sammlung Sieben letzte Lieder von Mahler, die gerade neu herausgekom­men war, eine gewisse Rolle.

Als sich der Komponist damals, 1927, diese Lieder wieder vornahm – eines davon, das nach dem Gedicht Storms, hatte er bereits 1925 als ersten Versuch in der Zwölftonkomposition ganz neu vertont – , wählte er einige aus, entschlossen, ihren musikalischen Inhalt noch besser zu entfalten und wirkungsvoller zur Geltung zu bringen. Er hat sie also bearbeitet; dabei veränderte er gelegentlich die Melodie (z.B. in Nacht und Die Nachtigall) oder den Text (Sommertage), verlängerte den Schluss (Schilflied) und berei­cherte ganz allgemein den Tonsatz. Er entschloss sich jedoch nicht nur, die Lieder auf diese Weise neu zu fassen oder zu verbessern, sondern er woll­te sie, trotz der Verschiedenartigkeit der poetischen Vorlagen, zu zyklischer Geschlossenheit verbinden. Eine sinnvolle Tonartenfolge erforderte die Trans­position einiger Lieder, die ausgewogene Folge der Ausdruckscharaktere die (mehrfache) Umstellung der einzelnen Lieder. Das wichtigste Kunstmittel der Umgestaltung dieser einfachen Liederfolge in einen verbindlichen Zyk­lus war jedoch die Instrumentation, die Disposition der Orchesterbesetzung. Das volle Orchester mit mehreren, sehr subtil eingesetzten Schlaginstrumen­ten blieb den Rahmenstücken vorbehalten, während die anderen Lieder sich mit reduziertem Orchester (oder sogar mit einzelnen Orchestergruppen) begnügen mussten. Das zweite, vierte und sechste der Lieder verfügt über ein kleineres Orchester, das Schilflied (Nr. 2) über nur jeweils einfache Be­setzung der Blasinstrumente und grundsätzlich solistisches Streichquintett (und gar kein Schlagwerk). Traumgekrönt (Nr. 4) verzichtet (bei gedämpf­ten und geteilten Streichern, nebst Becken) auf Klarinetten, Fagotte und Trompeten, Liebesode (Nr. 6) auf Flöten, Oboen und Posaunen (bei eben­falls gedämpften Streichern, nebst kleiner Trommel); schließlich hat das Lied Die Nachtigall (Nr. 3) nur (freilich äußerst differenzierte und geteilte) Streicher, Im Zimmer (Nr. 5) reine (gleichwohl reduzierte) Bläserbegleitung. Beide jedoch verlangen die Mitwirkung des Beckens. So entsteht eine ge­wisse Symmetrie: Die Lieder Nr. 1 und 7 benötigen volles, Nr. 2, 4 und 6 reduziertes Orchester, Nr. 3 und 5 lediglich je eine Orchestergruppe. Das reduzierte Orchester ist stets unterschiedlich besetzt, das jeweilige Begleit­orchester durch die Verwendung verschiedener Schlaginstrumente zusätz­lich verschieden „gefärbt. Bergs Schüler Theodor W. Adorno hat in einem von Zuneigung und Verständnis geprägten und noch immer lesenswerten Aufsatz (in den Klangfiguren, 1959, jetzt: Gesammelte Schriften Bd. 16) ge­rade diesen Aspekt ins Zentrum gerückt.

Die Sieben frühen Lieder tragen die Widmung „Meiner Helene. Sie ist Zeugnis einer sich stets erneuernden, schicksalhaften Verbundenheit.

Die erste Aufführung der Sieben frühen Lieder mit Orchesterbegleitung, gesungen von Claire Born, fand in Wien unter Robert Heger am 6. Novem­ber 1931 statt. Die Partitur des Werkes erschien erstmals posthum 1959 im Druck; im Rahmen der Gesamtausgabe – Alban Berg: Orchestergesänge, Sämtliche Werke, I. Abteilung, Band 6 – erschien sie 1997 neu in kritischer Ausgabe. Dieser Neudruck, auf dessen Vorwort hiermit verwiesen sei, dient der vorliegenden Partitur als Vorlage.

Rudolf Stephan 1997

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
Wien (AT)
Datum:
06.11.1928
Dirigent:
Robert Heger
Hauptsolisten:
Claire Bern, Sopran

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