Anton Webern: 2. Kantate

  • für Sopran, Bass, gemischten Chor und Orchester
  • 2 2 2 1 - 1 1 1 1 - Asax, Gl, Glsp, Cel, Hf, Str
  • Dauer: 13’
  • Solisten:
    Sopran, Bass
  • Instrumentierungsdetails:
    kleine Flöte
    Flöte
    Oboe
    Englischhorn
    Klarinette in B
    Bassklarinette in B
    Altsaxophon in Es
    Fagott
    Horn in F
    Trompete in B
    Posaune
    Basstuba
    Glocken+Glockenspiel
    Celesta
    Harfe
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
  • Chor: SATB
  • Komponist: Anton Webern
  • Textdichter: Hildegard Jone
  • Original-Sprache: Deutsch
  • Übersetzer: Eric Smith

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Werkeinführung

An seinem letzten vollendeten Werk arbeitete Webern von 1941 bis 1943. Die Uraufführung fand erst 1950 in Brüssel statt. Das Werk ist in Ausdehnung, Besetzung und Konzeption von größeren Dimensionen als die 1. Kantate op. 29. Die beiden ersten Sätze werden fast vollständig vom Basssolo beherrscht. Im ersten Satz wird es nur von gelegentlichen Akkordeinwürfen des Orchesters und kurzen Melodiesegmenten der Flöte, der Solo-Violine und des Horns unterbrochen. Der zweite Satz ist ein langer Kanon zwischen Singstimme und Orchester. Im dritten Satz wird die Exposition der thematischen Struktur zwischen Solo-Sopran und Frauenchor aufgeteilt. Der vierte Satz ist ein Sopran-Rezitativ mit obligater Solovioline und Harfe, das übrige Orchester begleitet akkordisch. Im fünften Satz wechseln unbegleitete, rhythmisch akzentuierte homophone Chorstellen mit einem lebhaften Dialog zwischen Solo-Sopran und Solo-Violine ab. Im sechsten Satz, einem Doppelkanon, verstärkt das Orchester die Chorstimmen ähnlich wie im Schlusschoral einer Bachschen Kantate. Dieses Stück ist ohne Weberns intensive Beschäftigung mit der Vokalpolyphonie des 15. und 16. Jahrhunderts undenkbar. Welche metaphysische Konzeptionen dem Werk zugrunde liegen, erläutert Webern in einem Brief an Willi Reich (1941) am Beispiel des vierten Satzes („Leichteste Bürde“): „Es ist formal ein Einleitendes, ein Rezitativ! – Aber nun liegt diesem Gebilde eine Konstruktion zugründe, wie sie vielleicht kein ‚Niederländer’ sich jemals ausgedacht hat; es war die vielleicht schwerste Aufgabe, die ich (in solcher Hinsicht) je zu erfüllen hatte! Zugrunde liegt nämlich ein vierstimmiger Kanon kompliziertester Art. Wie er ausgeführt ist aber, glaube ich, war nur möglich auf Grund des Reihengesetzes, das hier in ganz besondere Erscheinung tritt, ja, dessen Sinn hier vielleicht erst so ganz wirksam ist. Im Piaton habe ich gelesen, dass ‚Nomos’ (Gesetz) auch die Bezeichnung ‚Weise’ (Melodie) war. – Diese Weise nun, die das Sopran-Solo in meinem Stück singt als Einleitung (Rezitativ), sie möge das Gesetz sein (Nomos), für alles was noch folgt! Im Sinne der Goethischen ‚Urpflanze’: ,Mit diesem Modell und dem Schlüssel dazu kann man alsdann noch Pflanzen ins Unendliche erfinden ... Dasselbe Gesetz wird sich auf alles übrige Lebendige anwenden lassen.’ – Ist das nicht im tiefsten der Sinn unseres Reihengesetzes?“

Manfred Angerer

Hörbeispiele

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