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Bohuslav Martinů: The Greek Passion

  • Music drama in 4 acts (1957)
  • 1. Fassung (Londoner-Fassung)
  • 3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk(2), Schl(3), Hf, Cemb, Str - Bühnenmusik: Blfl, Kl, Akk, Vl(1)
  • Dauer: 130’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte
    3. Flöte (+ Picc.)
    1. Oboe
    2. Oboe
    3. Oboe (+ Eh.)
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    3. Klarinette in B
    1. Fagott
    2. Fagott
    3. Fagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    Tuba
    Pauken (2)
    Schlagzeug (mind. 3 Spieler)
    Harfe
    Cembalo
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
    Bühnenmusik: Sopran-Blockflöte (+ ABlfl
    TBlfl)
    Klarinette in C
    Akkordeon
    Violine (1)
  • Komponist: Bohuslav Martinů
  • Librettist: Bohuslav Martinů
  • Dichter d. Textvorlage: Nikos Kazantzakis
  • Klavierauszug: Karl Heinz FüsslAdam Klemens
  • Einrichtung: Aleš Brezina
  • Herausgeber: Aleš Brezina
  • Original-Sprache: Englisch
  • Übersetzer: Nicola Raab Mag.Brian Large
  • Widmung: Paul Sacher, Graf Herbert Otto Teo

Werkeinführung

Bohuslav Martin?s Oper Die griechische Passion basiert auf dem Roman Der wieder gekreuzigte Christus von Nikos Kazantzakis. In der Oper wird die christliche Botschaft der Nächstenliebe ad absurdum geführt, als eine Gruppe von Flüchtlingen in ein griechisches Dorf kommt, dessen Bewohner in der Karwoche ein Passionsspiel aufführen. Im Zentrum steht die generelle Frage nach Humanität. Die Passionsgeschichte wird ihrer Einmaligkeit enthoben und erscheint als bloßer Präzedenzfall für das ewige Leid. Martin?, der 1940, nachdem Paris von den Nazis besetzt wurde, von Südfrankreich aus in die USA emigrieren musste, hat den Flüchtlingsstatus schmerzlich selbst erfahren müssen. Die griechische Passion gilt als eine seiner einheitlichsten und reifsten Partituren. Martin? hat für dieses spannende und aufwühlende Werk eine Tonsprache entwickelt, die seine früheren musikalischen Erfahrungen mit Elementen griechischer Folklore, griechisch-orthodoxer Liturgie und Tanzmusik verbindet.

Erzählt wird die Geschichte eines wohlhabenden griechischen Dorfes Lykovrissi, das alle sieben Jahre die Leidensgeschichte Christi als Passionsspiel aufführt. Ein Jahr davor werden die Rollen verteilt: die Apostel Petrus, Jakobus, Johannes und Judas, Maria Magdalena sowie Christus. Diesen soll der junge Schafhirte Manolis übernehmen, der hübschen lebenslustigen Witwe Katerina, die den Männern des Dorfes gefällig ist, überträgt man die Rolle der reuigen Sünderin, als Judas ist der Schmied Panait auserkoren. Als die Rollen für das Passionsspiel verteilt sind, trifft eine Gruppe Flüchtlinge ein. Von den Türken aus ihrem Dorf vertrieben, bitten sie um Schutz und Zuflucht. Die Dorfgemeinschaft reagiert gespalten: Während die Mehrheit der Gemeinde die Schutzsuchenden abweist, solidarisieren sich die Passionsdarsteller immer mehr mit ihnen, allen voran der Schafhirte Manolis. Er kämpft um das Mitgefühl des Dorfes und fordert dadurch den Unmut der Dorfbewohner, allen voran des Priesters Grigoris, heraus, weil er dazu aufruft, ihren Reichtum mit den Flüchtlingen zu teilen. Grigoris exkommuniziert Manolis, hetzt die Dorfbewohner gegen ihn auf, es kommt zum Tumult, in dem Panait Manolis mit bloßen Händen ermordet.

Zu den zwei Fassungen:

Martin?s Vermächtniswerk ist in zwei Versionen überliefert. Die erste, Londoner Fassung schrieb er zwischen den Jahren 1954 und 1957. Die Greek Passion sollte Rafael Kubelík am Royal Opera House in London uraufführen. Doch ließ Covent Garden das Projekt platzen. Von dem Schweizer Musikmäzen Paul Sacher ermuntert und finanziell unterstützt, arbeitete Martin? die Erstfassung bis zu seinem Tod 1959 grundlegend um. Etliche Teile der Oper komponierte er neu, Gesprochenes, Sprechgesang und Rezitative wurden auf ein Minimum reduziert, die Kantabilität durchweg aufgewertet. Das Schroffe, Widersprüchliche, die kontrastive Ausdruckvielfalt des Originals sind abgeschliffen, geglättet, entschärft. Die Uraufführung der zweiten Fassung der Griechischen Passion fand am 9. Juni 1961 am Zürcher Stadttheater statt. Es sollte mehr als vierzig Jahre dauern, bis der verworfenen Londoner Fassung späte Gerechtigkeit widerfuhr. Nach der Uraufführung der Erstfassung der Greek Passion 1999 in Bregenz stehen nun zwei vollwertige Fassungen der Oper zur Verfügung.

Hörbeispiele

Uraufführung

Ort:
Festspielhaus, Bregenz (AT)
Datum:
20.07.1999
Orchester:
Wiener Symphoniker
Dirigent:
Ulf Schirmer
Hauptsolisten:
Esa Ruuttunen - Priester Grigoris, Christopher Ventris - Manolios, John Daszak - Yannakos, Adrian Clarke - Kostandis, Douglas Nasrawi - Panait, Nina Stemme - Katerina, Jonas Kaufmann - Nikolio, Anat Efraty - Lenio, Richard Angas - Captain, Eglis Silins -

Zuletzt angesehene Werke

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