Darius Milhaud: Christophe Colomb

  • Oper in 2 Teilen und 24 Bildern (1928)
  • Neufassung 1969/70
  • 3 3 4 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(6), Hf, Cel, Str Bühne: Pic (2), Ob (2), Hr (4), Tp (2), Bt, Vl (3), Kb(2), Harm
  • Dauer: 150’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte (+Picc)
    3. Flöte (+Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe
    Englischhorn
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    kleine Klarinette in Es
    Bassklarinette in B
    1. Fagott
    2. Fagott
    Kontrafagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    Tuba
    Pauken
    Schlagzeug(6)
    Harfe
    Celesta
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
    Bühnenmusik: 1. kleine Flöte
    2. kleine Flöte
    1. Oboe
    2. Oboe
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    Basstuba
    1. Violine
    2. Violine
    3. Violine
    Kontrabass (2)
    Harmonium
  • Chor: SATB
  • Rollen: Isabella, Königin von Spanien, Sopran / Christoph Kolumbus, Bariton / Christoph Kolumbus ll., Bariton / Der Erzähler, Sprechrolle / Der Ankläger, Sprechrolle / Der Abgesandte der Matrosen, Sprechrolle / Der Haushofmeister, Tenor / Der Zere-monienmeister, Tenor / Der Koch, Tenor / Der König von Spanien, Baß / Der Kommandant, Bass / Der Bote, Bariton / mehrere Solisten aus dem Chor (Ballett)
  • Komponist: Darius Milhaud
  • Librettist: Paul Claudel
  • Original-Sprache: Französisch
  • Übersetzer: Rudolf Stephan Hoffmann

Werkeinführung

Seit seiner Uraufführung im Jahre 1930 stellt Milhauds Christophe Colomb für Dirigenten und Regisseure eine faszinierende Herausforderung dar. Ist es doch ein „Gesamtkunstwerk“ von Sprecher, Sängern, Chor, Ballett und Film. In der Neufassung von 1969/70 hebt Milhaud die chronologische Entwicklung von Aufstieg und Untergang des Christoph Kolumbus auf. Der Untergang erfolgt nunmehr im ersten Teil. Im zweiten Teil sind wir Zeuge des grandiosen Abenteuers, wie es bis zur Entdeckung Amerikas ablief.

Die Partitur zeigt alle Merkmale der Milhaudschen Kompositionstechnik: Mittelalterliche Polyphonie gepaart mit modernen Klangwirkungen, selbst starken folkloristischen Einschlägen und effektvollem Einsatz einer großen Schlagzeuggruppe. Über allem aber waltet die „klassische Gesinnung“, die der Komponist ausdrücklich für sich in Anspruch nahm und an den eindrucksvollen Chorstellen dokumentiert.

Im Anbruch 1930 identifizierte Ernst Krenek in Christophe Colomb Darius Milhauds Naturbezogenheit und Volkstümlichkeit als Urquelle seines künstlerischen Schaffens, ebenso wie die Verbundenheit mit der Zeitlosigkeit von Volk und Heimat. Er tat dies am Beispiel von Christophe Colomb, der auf einer weit höheren, gereinigten Stufe südliches Volkstum und meridionale Natur monumentalisiert in einem Stoff von gegenwartsnaher, zeitloser Vergangenheit. Am Schluss der Oper steht die Erlösung des Helden: die Tat, um derentwillen Columbus trotz seiner vielfach bedenklichen Fehler doch selig werden kann, ist eine Geistestat. Amerika ist eine Erweiterung des menschlichen Erkenntnishorizontes, daneben ist die Frage der Glücksvermehrung auf dieser Erde oder gar der Einwand, dass der überwiegende Teil des damals lebenden Menschen ins Unglück geriet von ganz untergeordneter Bedeutung.

Hörbeispiele

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