COVID-19 Update

Trotz der durch das Corona-Virus verursachten Probleme stehen Ihnen unser Webshop und die Kontaktformulare unserer Website voll zur Verfügung. Sie können Ihre Anfragen auch gerne an customer-relations@universaledition.com richten. Wir bitten Sie um Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer Anfragen wegen der bestehenden Beschränkungen länger dauern sollte. Ihr Team der Universal Edition

Arnold Schönberg: Erwartung

(Bearbeiter: Faradsch Karaew)

  • Monodram in 1 Akt (1909)
  • für Sopran und Kammerorchester
  • reduzierte Fassung
  • 1 1 2 1 - 2 1 1 1 - Schl(3), Hf, Cel, StrQuint
  • Dauer: 30’
  • Instrumentierungsdetails:
    Flöte (+Picc)
    Oboe (+Eh)
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B (+Bkl(B))
    Fagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    Trompete in B
    Posaune
    Basstuba
    Schlagzeug(3)
    Harfe
    Celesta
    1. Violine
    2. Violine
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
  • Rollen: Eine Frau (Sopran)
  • Komponist: Arnold Schönberg
  • Bearbeiter: Faradsch Karaew
  • Textdichter: Marie Pappenheim

Werkeinführung

Arnold Schönberg hatte zeitlebens Interesse an der Thematik des Unbewussten und den damit verbundenen Erscheinungen und Problemen. Es war also alles andere als Zufall, dass er sein erstes Bühnenwerk als psychoanalytisches Traumprotokoll anlegte. Schönberg malte zwischen 1908 und 1911 zahlreiche expressionistische Bilder. Erwartung ist der Versuch, die Visionen seiner Bilder ins Akustische zu übertragen.

Bei der Suche nach einem geeigneten Stoff wandte er sich an die Wiener Medizinstudentin Marie Pappenheim. Die Autorin schlug den monodramatischen Text vor und arbeitete ihn zusammen mit Schönberg aus.

Die Handlung: Es ist Nacht. Das Bild zeigt drei Wege im Mondlicht, umsäumt von hohen, dichten Bäumen. Wir sehen eine junge Frau, die auf der Suche nach ihrem Geliebten verzweifelt durch den Wald irrt. Dabei durchlebt sie alle seelischen Empfindungen; Angst und Hoffnung korrespondieren miteinander in rascher Folge. Als sie mit dem Fuß an eine Leiche stößt, muss sie entsetzt feststellen, dass es die ihres Geliebten ist.

Schönberg bemühte sich in dieser Zeit um eine freie Tonalität, deren archaischer, triebhafter Charakter kongenial zum Sujet der einsamen Suchenden passte. Die Musik spürt seismographisch der Hilflosigkeit und Einsamkeit der Frau nach und benennt so eine Grunderfahrung der Moderne. Schönberg komponierte mit der Erwartung gleichermaßen das erste freudianische Musikdrama. Analog zum „inneren Monolog“, den alsbald James Joyce literarisch in seinem Ulysses entwickelte, entfaltet sich die Handlung der Erwartung wie unter einem Brennspiegel der angehaltenen Zeit. Schönberg wies daraufhin, dass es hier seine Absicht gewesen sei, „das, was sich in einer Sekunde seelischer höchster Erregung abspielt, sozusagen mit der Zeitlupe auf eine halbe Stunde ausgedehnt darzustellen“

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Zuletzt angesehene Werke

Keine zuvor angesehenen Werke