Gustav Mahler: 1. Symphonie

(Bearbeiter: Klaus Simon)

  • in 4 Sätzen (1884-1888/1896)
  • in D-Dur
  • für Ensemble oder Kammerorchester
  • 1 1 2 1 - 2 1 0 0 - Schl, Harm (od. Akk), Klav, Str (min. 1 1 1 1 1, max. 6 5 4 3 2)
  • Dauer: 50’
  • Instrumentierungsdetails:
    Flöte (+Picc)
    Oboe
    1. Klarinette in B und A (+Kl(Es))
    2. Klarinette in B und A (+Bkl(B))
    Fagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    Trompete in B
    Schlagzeug
    Harmonium (oder Akkordeon)
    Klavier
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass (Streicher: 1 1 1 1 1, max. 6 5 4 3 2)
  • Komponist: Gustav Mahler
  • Bearbeiter: Klaus Simon

Werkeinführung

Gustav Mahlers Symphonien in der Besetzung für Kammerorchester bzw. Kammerensemble? Ist das nicht ein Sakrileg, eine Unmöglichkeit? Lebt denn Mahlers sinfonisches Schaffen nicht auch gerade durch seine einzigartige Instrumentationskunst und seine Klanggewalt?

Sicher, aber jede gute Musik funktioniert auch in anderer klanglicher Gestalt. Das wusste jedenfalls Arnold Schönberg, als er 1918 den „Verein für musikalische Privataufführungen“ in Wien gründete. Der Verein wollte mittels hoher idealistischer Ziele „Klarheit“ vor allem über zeitgenössische Werke vermitteln und sie mustergültig im privaten Rahmen zur Aufführung bringen. In den drei Jahren seiner Existenz wurden einige zeitgenössische Orchesterwerke von Schönberg selbst, Alban Berg, Anton Webern, Erwin Stein, Hanns Eisler u. a. für Kammerensemble arrangiert und aufgeführt.

Schönbergs Postulat war die Essenz dieser im Original groß besetzten Werke in schlankem Klanggewand zu überprüfen. Dabei entstand so etwas wie eine Standardbesetzung: Flöte, Klarinette, manchmal Oboe, Harmonium, Klavier, Streichquartett und Kontrabass.

Diese Tradition im Bewusstsein wissend machte ich mich 2007 an das Arrangement von Mahlers 4. Symphonie, seinem sicher kammermusikalischstem Beitrag zu dieser Gattung. Erwin Stein orientierte sich in seiner Version sehr an der genannten Standardbesetzung. Ich selbst vermisste dabei vor allem das Horn und das Fagott, wollte mehr Farben, mehr Fülle. Dabei versuchte ich mich sehr am Original zu orientieren. Die beiden Tasteninstrumente Harmonium und Klavier, eigentlich Fremdkörper im Mahlerschen Originalklangbild, eignen sich dabei sehr gut, um Strukturen zu unterstützen, fehlende Harmonietöne zu ergänzen oder fehlende Register zu ermöglichen.

Mahlers 1. Symphonie ist im Original von der Anlage her schon größer besetzt und sinfonischer dimensioniert als seine 4. Symphonie. Deswegen ist mein Arrangement nun etwas üppiger als das der Vierten ausgefallen, hinzu kommen nun eine weitere Klarinette (auch Bassklarinette), ein zweites Horn und eine Trompete in B.

Klaus Simon

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Kommende Aufführungen

Uraufführung

Ort:
Sala della Società Filarmonica, Trento (IT)
Datum:
25.03.2010
Orchester:
Mahler Chamber Orchestra
Dirigent:
Philipp von Steinaecker

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