Alexander Zemlinsky: Eine florentinische Tragödie (Bearbeiter: Roland Freisitzer)

Alexander Zemlinsky Eine florentinische Tragödie
Eine florentinische Tragödie

Alexander Zemlinsky: Eine florentinische Tragödie (Bearbeiter: Roland Freisitzer)

Opus:
op. 16
Kompositionsjahr:
1916
Untertitel:
Oper in 1 Aufzug
Instrumentierung:
für Soli und Ensemble oder Kammerorchester
Komponist:
Alexander Zemlinsky
Bearbeiter:
Roland Freisitzer (2015)
Librettist:
Max Meyerfeld
Dichter d. Textvorlage:
Oscar Wilde
Rollen:
Guido Bardi, Tenor Simone, Bariton Bianca, Sopran
Instrumentierung:
1 1 3 1 - 2 1 1 0 - Pk, Schl(2), Cel, Klav, Str
Instrumentierungsdetails:
Flöte (+Picc)
Oboe (+Eh)
1. Klarinette in B (+Kl(A))
2. Klarinette in B (+Kl(A))
Bassklarinette in B
Fagott
1. Horn in F
2. Horn in F
Trompete in C
Posaune
Pauken
Schlagzeug(2)
Klavier
Celesta
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass (Streicher solistisch oder chorisch)
Scenery:
1
Dauer:
60’
Mehr Weniger

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Dem Kammerspiel-Charakter des Stoffs entsprechend, hat Roland Freisitzer auch eine Kammerfassung der Oper angelegt. Diese Kammerfassung kommt mit nur 20 Instrumenten aus (optional mit chorischen Streichern). Eine derart radikale Reduzierung des Orchesters machte einen stärkeren Eingriff in das Werk notwendig, um durch gezieltes Uminstrumentieren und Neugewichten das Fehlen mancher Instrumente nicht als Manko erscheinen zu lassen, sondern ganz im Gegenteil die Partitur als grandiose harmonische Ideen Zemlinsky neu zu entdecken. So entsteht packendes, kammermusikalisches Musiktheater!


Zemlinsky machte sich im Frühling 1915 fieberhaft an die Arbeit, Max Meyerfelds deutsche Übersetzung der Florentinischen Tragödie zu vertonen. Es brauchte ein Jahr, bis die Rechte tatsächlich erworben werden konnten. Der Erste Weltkrieg erschwerte zudem die Kommunikation mit Oscar Wildes Rechtsnachfolger, der wiederum die Vertonungsrechte einem Komponisten von Rang und Namen vorbehalten wollte. Mehrere Theater bekundeten ihr Interesse an der Oper, sprangen letztlich jedoch wieder ab. Der Stuttgarter Generalmusikdirektor Max von Schillings jedoch, der Zemlinsky die Aufführung seiner Oper Mona Lisa in Prag zu verdanken hatte, hielt Wort und setzte das Werk seines Kollegen für Ende Jänner 1917 an. Proben und Aufführungen standen unter keinem guten Stern. Es gab eine Hiobsbotschaft nach der anderen: Die zweite Aufführung musste kurzfristig ausfallen, da Schillings seinen Zug aus Frankfurt verpasst hatte; kurz darauf prangerte eine Kirchenzeitung die Oper aus moralischen Gründen an, woraufhin der Intendant sich genötigt sah, sie vorerst abzusetzen.

Zu Lebzeiten Zemlinskys gab es nur acht weitere Produktionen. Das Werk ruhte dann, bis es im Jahre 1954 wiederentdeckt und im Sendesaal von Radio Bern zu neuem Leben erweckt wurde. Die erste Bühnenaufführung der Nachkriegszeit erfolgte 1977 in Kiel, 1980 folgten Venedig und 1981 Hamburg. Seitdem setzte sich Eine florentinische Tragödie allmählich als Meilenstein der Geschichte des Musiktheaters im 20. Jahrhundert durch.

Synopsis: Der florentinische Tuchkaufmann Simone kehrt von einer Geschäftsreise unvermutet nach Hause zurück und überrascht seine Frau mit einem jungen Mann, der sich als Guido Bardi, Sohn des Herzogs von Florenz, vorstellt. Simone, von Eifersucht gepackt, spielt zunächst den unterwürfigen Diener und bietet dem Prinzen Waren und Wein an. Plötzlich aber wird aus dem harmlosen Geplauder ein Kampf, als Simone den Prinzen zum Duell fordert. Der Kaufmann schlägt Guido das Schwert aus der Hand und erwürgt ihn mit bloßen Händen. Bianca bewundert in Simone ihren wirklichen Mann. Er wiedererkennt ihre Schönheit.

Uraufführung

Ort:
Wien
Datum:
11.05.2015
Orchester:
Ensemble Kontrapunkte
Dirigent:
Peter Keuschnig

Weitere Werke

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!

Sie bekommen regelmäßig Informationen über neue Notenausgaben mit Gratis-Downloads, aktuelle Gewinnspiele und News zu unseren Komponistinnen und Komponisten.