Anton Webern: 5 Lieder

Anton Webern 5 Lieder
5 Lieder

Anton Webern: 5 Lieder

Opus:
op. 3
Kompositionsjahr:
1907-1908
Instrumentierung:
für mittlere Stimme und Klavier
Komponist:
Anton Webern
Textdichter:
Stefan Anton George
Inhaltsverzeichnis:
Dies ist ein Lied für dich allein
m Windesweben war meine Frage nur Träumerei
An Bachesranft die einzigen Frühen die Hasel blühen
Im Morgentaun trittst du hervor
Kahl reckt der Baum
Dauer:
4’
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Hörbeispiele

5 Lieder
00:00

Werkeinführung

Diese Lieder entstanden 1908/09 gemeinsam mit den George-Vertonungen des op. 4 und den posthum veröffentlichten vier Liedern nach Texten desselben Dichters. Mit der Zusammenstellung des op. 3 hat Webern eine eigenartige, individuelle zyklische Anlage geschaffen: Auf die zaghafte Widmung des ersten Liedes folgt die stürmischste seiner George-Vertonungen; die drei letzten Lieder („Ziemlich rasch“ – „Fließend“ – „Langsam“) nehmen diesen Ausbruch in immer langsamerer Bewegung und distanzierter Haltung zurück. Diese Lieder sind Weberns erstes atonales Opus. Dadurch werden Dimensionen des Ausdrucks und der Satztechnik eröffnet, die den frühen, tonalen Werken noch vorenthalten bleiben mussten. Webern bemüht sich um möglichst deutliche, quasi gestische Deklamation des Textes, die nicht länger an die starre Periodik eines unveränderlichen Taktschemas gebunden ist. Der freie rezitativische Fluss, das Vermeiden der Taktschwerpunkte bestimmen den Eindruck. Dies wird noch verstärkt durch den fast impressionistischen Klaviersatz, durch Akkordbrechungen über weite Oktavräume hinweg, überhaupt durch die häufige Verwendung des Pedals. Jedes der Lieder gehorcht einem eigenen, neuartigen, durch Vergleich mit traditionellen Typen nicht mehr adäquat beschreibbaren Formgesetz. Die motivische Arbeit – im Vergleich zu den früheren Werken wenn möglich noch intensiviert – tritt kaum mehr manifest in Erscheinung. So wird der minimale Kanon zwischen Singstimme und Klavierdiskant zu Beginn des ersten Liedes, intervallisch unscharf und durch die Setzweise verdeckt, vom Hörer bewusst kaum wahrgenommen. Zusammensetzungen vornehmlich aus Tritonus und großer Septime – auch für die Klangwelt des späteren Webern typisch – prägen die Harmonik der komprimierten Stücke.

Manfred Angerer

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