Arnold Schönberg: 2. Streichquartett

Arnold Schönberg 2. Streichquartett
2. Streichquartett

Arnold Schönberg: 2. Streichquartett

Tonart:
fis-Moll
Opus:
op. 10
Kompositionsjahr:
1907-1908
Instrumentierung:
für Sopran und Streichquartett
Komponist:
Arnold Schönberg
Textdichter:
Stefan Anton George
Klavierauszug:
Alban Berg
Solisten:
Sopran
Instrumentierungsdetails:
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Inhaltsverzeichnis:
Mäßig (moderato)
Sehr rasch
Litanei (Stefan George). Langsam
Entrueckung (Stefan George). Sehr Langsam
Anmerkungen:
Klavierauszug (von Alban Berg) für den 3. und 4. Satz: "Litanei" und "Entrückung" (Gedichte von Stefan George)
Dauer:
30’
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Hörbeispiele

2. Streichquartett
00:00

Werkeinführung

Vortragsanweisungen von Ende 1909

Im Besitz von Albi Rosenthal, Oxford, befindet sich ein Exemplar von Ea, in das Schönberg eine große Zahl von Metronomangaben und weiteren detaillierten Anweisungen für den Vortrag eingetragen hat*. Das Exemplar ist selbstgebunden, und, um Raum für die Eintragungen zu gewinnen, hat Schönberg an den Außenrand jeder Seite des Buchblocks einen ca 28 x 10,5 mm breiten Papierstreifen angeklebt, der die Seiten um etwa 9 cm überragt; die Eintragungen sind überwiegend mit roter Tinte und rotem Farbstift ausgeführt.

Die Vortragsanweisungen stehen in direktem Zusammenhang mit einer von Jules Écorcheville (1872–1915), dem bedeutenden französischen Musikforscher und Redakteur der Revue Musicale S. I.M.**, in Paris geplanten Aufführung des Streichquartetts. Schönberg, der durch Egon Wellesz Kenntnis von diesem Plan erhielt, maß der Aufführung so große Wichtigkeit bei, dass er nicht nur eine Partitur zur Verfügung stellte, sondern sich auch der Ausarbeitung der Vortragsanweisungen unterzog. Die Übersendung der Partitur übernahm wieder Wellesz; in einer mit 13. Dezember 1909 datierten Postkarte, die sich ebenfalls im Besitz von Albi Rosenthal befindet, teilt er Écorcheville mit: Ich schicke hiemit eine Studienpartitur des Quartett[s] von Schijnberg ein. Die vielen Metronombezeichnungen sollen die Spieler nicht irritieren. sie [sic!] dienen oft nur um ein acceller.[sic!] verständlich zu machen, und wenn die Spieler nicht ganz sich über das Tempo [einig] sind, dies festzustellen. Ich hoffe besten Erfolg für Schönberg[,] der sich vielmals für Ihre Liebenswürdigkeit bedanken läßt.

Nach dem Tode von Écorcheville gelangte die Partitur in den Besitz des Musikforschers Henry Prunières (1886–1942), der 1920 die Revue Musicale neu begründete; sein Besitzervermerk HPrunières befindet sich auf der Rectoseite des vorderen Vorsatzblattes. Albi Rosenthal erwarb die Partitur um 1950 von der Familie Prunières; er hat der GA nicht nur die in seinem Besitz befindlichen Quellen zugänglich gemacht, sondern die vorliegende Veröffentlichung von Schönbergs Vortragsanweisungen auch durch eine eigene Übertragung beträchtlich gefordert.

Die Vortragsanweisungen fallen gänzlich aus dem Überlieferungszusammenhang der anderen Quellen heraus; wie der folgende Abdruck zeigt, sind Übereinstimmungen mit anderen Partituren selten, ja selbst Korrespondenzen unterschiedlicher, aber den gleichen Bereich betreffender Lesarten sind nur in wenigen Fällen festzustellen. Man kann also davon ausgehen, daß Schönberg die Anweisungen lediglich auf den speziellen Anlass bezog und nicht als verbindlich für den Notentext des Quartetts ansah.

In der folgenden Liste ist bei Fehlen einer näheren Angabe des Ortes im Takt stets der Taktanfang gemeint. Die Formel „dazu in marg.“ bzw. „zu diesen in marg.“ meint die Doppelung von Verweiszeichen bei der Randbemerkung.

Anfangsbemerkungen allgemeiner Art

Titelseite in marg.
oben:
Achtung: | die ersten 4-6 I Schläge des Metro- | noms sind gewöhnlich | zu rasch. Erst nach | dem 5.-6 [sind Korrekturergebnis für 6.-7] Schlag geht | das Metronom | ruhig und gleich- | mäßig.
unten, senkrecht von oben nach unten laufend:
Die Metronombezeichnungen dürfen nicht als die | absolute Angabe des Tempos betrachtet werden. Sie | sind zwar sehr sorgfältig ausprobiert, aber Irrthümer Isind dennoch dabei sehr wahrscheinlich. | [Absatz] Aber sie geben vielleicht ein Bild der Verhältnisse | der Tempi untereinander und drücken ins besondere | die ritardandi und accelerandi einigermaßen | aus.
Erste Notenseite oben links in marg.
Bei accel und rit sind manchmal | Zahlen angegeben. Diese sind nur als [ist Einfügung] beiläufig | anzusehen und durch gleichmäßiges | Beschleunigen oder Verzögern [V überschreibt Z] des | Zeitmaßes zu erreichen.

* Vgl. J. Rufer: The Works of Arnold Schoenberg, London 1962, S.30, sowie Egon und Emmy Wellesz: Egon Wellesz Leben und Werk, hrsg. von F. Endler, Wien/Hamburg 1981, S.65f.

** In dieser Zeitschrift erschien 1912 das Faksimile des III. Satzes; vgl. S.139.

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