Arnold Schönberg: Erwartung (Bearbeiter: Méfano, Decoust)

Arnold Schönberg Erwartung
Erwartung

Arnold Schönberg: Erwartung (Bearbeiter: Méfano, Decoust)

Opus:
op. 17
Kompositionsjahr:
1909
Untertitel:
Monodram in 1 Akt
Version:
reduzierte Fassung
Instrumentierung:
für Sopran und Kammerorchester
Komponist:
Arnold Schönberg
Bearbeiter:
Michel Decoust (2001); Paul Méfano
Textdichter:
Marie Pappenheim
Solisten:
Sopran
Instrumentierung:
2 1 2 1 - 2 0 1 0 - Schl, Cel, Hf, Str(1 1 1 1 1)
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte (+Picc)
2. Flöte
Oboe (+Eh)
1. Klarinette in B (+Kl(A)
Kl(D))
2. Klarinette in B (+Bkl(B)
Kl(A))
Fagott (+Kfg)
1. Horn in F
2. Horn in F
Posaune
Schlagzeug
Celesta (+Sampler)
Harfe
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Dauer:
30’
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Arnold Schönberg hatte zeitlebens Interesse an der Thematik des Unbewussten und den damit verbundenen Erscheinungen und Problemen. Es war also alles andere als Zufall, dass er sein erstes Bühnenwerk als psychoanalytisches Traumprotokoll anlegte. Schönberg malte zwischen 1908 und 1911 zahlreiche expressionistische Bilder. Erwartung ist der Versuch, die Visionen seiner Bilder ins Akustische zu übertragen.

Bei der Suche nach einem geeigneten Stoff wandte er sich an die Wiener Medizinstudentin Marie Pappenheim. Die Autorin schlug den monodramatischen Text vor und arbeitete ihn zusammen mit Schönberg aus.

Die Handlung: Es ist Nacht. Das Bild zeigt drei Wege im Mondlicht, umsäumt von hohen, dichten Bäumen. Wir sehen eine junge Frau, die auf der Suche nach ihrem Geliebten verzweifelt durch den Wald irrt. Dabei durchlebt sie alle seelischen Empfindungen; Angst und Hoffnung korrespondieren miteinander in rascher Folge. Als sie mit dem Fuß an eine Leiche stößt, muss sie entsetzt feststellen, dass es die ihres Geliebten ist.

Schönberg bemühte sich in dieser Zeit um eine freie Tonalität, deren archaischer, triebhafter Charakter kongenial zum Sujet der einsamen Suchenden passte. Die Musik spürt seismographisch der Hilflosigkeit und Einsamkeit der Frau nach und benennt so eine Grunderfahrung der Moderne. Schönberg komponierte mit der Erwartung gleichermaßen das erste freudianische Musikdrama. Analog zum „inneren Monolog“, den alsbald James Joyce literarisch in seinem Ulysses entwickelte, entfaltet sich die Handlung der Erwartung wie unter einem Brennspiegel der angehaltenen Zeit. Schönberg wies daraufhin, dass es hier seine Absicht gewesen sei, „das, was sich in einer Sekunde seelischer höchster Erregung abspielt, sozusagen mit der Zeitlupe auf eine halbe Stunde ausgedehnt darzustellen“

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