Arnold Schönberg: Gurre-Lieder

Arnold Schönberg Gurre-Lieder
Gurre-Lieder

Arnold Schönberg: Gurre-Lieder

Kompositionsjahr:
1900-1911
Instrumentierung:
für Soli, Chor und Orchester
Komponist:
Arnold Schönberg
Textdichter:
Jens Peter Jacobsen
Übersetzer:
Robert Franz Arnold; Donna Hewitt
Thematische Analyse:
Alban Berg
Rollen:
Waldemar (Tenor) Tove (Sopran) Waldtaube (Mezzosopran oder Alt) Bauer (Bass) Klaus-Narr (Tenor) Sprecher
Chor:
Waldemars Mannen: 3 (eventuell 4) 4-stimmige Männerchöre, 8-stimmiger gemischter Chor (große Besetzung)
Solisten:
Sopran, Mezzosopran oder Alt, 2 Tenöre, Bass, Sprecher
Instrumentierung:
8 5 7 5 - 10 6 6 1 - Pk, Schl, Hf(4), Cel, Btrp, Bpos, Str
Instrumentierungsdetails:
1. kleine Flöte (+Fl)
2. kleine Flöte (+Fl)
3. kleine Flöte (+Fl)
4. kleine Flöte (+Fl)
1. Flöte
2. Flöte
3. Flöte
4. Flöte
1. Oboe
2. Oboe
3. Oboe
4. Oboe (+Eh)
5. Oboe (+Eh)
1. kleine Klarinette in Es (+Kl(A))
2. kleine Klarinette in Es (+Kl(A))
1. Klarinette in B (+Kl(A))
2. Klarinette in B (+Kl(A))
3. Klarinette in B (+Kl(A))
1. Bassklarinette in B (+Kl(A))
2. Bassklarinette in B (+Kl(A))
1. Fagott
2. Fagott
3. Fagott
1. Kontrafagott
2. Kontrafagott
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
5. Horn in F
6. Horn in F
7. Horn in F
8. Horn in F
9. Horn in F
10. Horn in F
1. Trompete in F (+Trp(B)
Trp(C))
2. Trompete in F (+Trp(B)
Trp(C))
3. Trompete in F (+Trp(B)
Trp(C))
4. Trompete in F (+Trp(B)
Trp(C))
5. Trompete in F (+Trp(B)
Trp(C))
6. Trompete in F (+Trp(B)
Trp(C))
Basstrompete in Es
Altposaune
1. Tenorbassposaune
2. Tenorbassposaune
3. Tenorbassposaune
4. Tenorbassposaune
Bassposaune in Es
Kontrabassposaune
Kontrabasstuba
Pauken
Schlagzeug
1. Harfe
2. Harfe
3. Harfe
4. Harfe
Celesta
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Dauer:
130’
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Hörbeispiele

Gurre-Lieder
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Werkeinführung

An den Gurre-Liedern für Soli, Chöre und Orchester arbeitete Schönberg von 1900 - 1911, einem Zeitraum, in dem er sich stark vom Stil der Gurre-Lieder entfernte. Die Fertigstellung des Werks war für ihn die Dokumentation eines Kompositionsstils und einer Geisteshaltung, die nicht mehr die seine war. Bei der Uraufführung 1913 im Wiener Musikverein war der Erfolg überwältigend. Sein Schüler Webern schrieb: Welch ein Moment meines Lebens! Unvergesslich... Die Empfindung dieses brausenden Klanges regt mich auf zum Vergehen....

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Uraufführung

Ort:
Wien
Datum:
23.02.1913
Orchester:
Wiener Tonkünstler-Orchester
Dirigent:
Franz Schreker

Pressestimmen

Die Gurre-Lieder von Schönberg hatten bei ihrer Erstaufführung in England am 27. Januar einen Erfolg, wie seit Jahren kein anderes neues Werk in London. Das Konzert wurde von der British Broadcasting Company als eines ihrer diesjährigen ‚‚National-Symphonie-Konzerte“ veranstaltet. Die Queens Hall war bis auf den letzten Platz besetzt, fast alle bedeutenden musikalischen Persönlichkeiten Englands waren anwesend und es ist nicht zu viel gesagt, daß die Queens Hall noch niemals so begeisterte Ovationen für einen Komponisten erlebt hat. Am Ende des Konzertes stand die ganze Zuhörerschaft wie ein Mann auf und rief Schönberg immer wieder auf das Podium; niemand wollte fortgehen, bis zuletzt die Lampen ausgelöscht wurden. Noch eine Stunde später, als der berühmte Gast wegfahren wollte, waren Hunderte am Tor, um ihm zu huldigen. Es ist höchst selten, daß sich das englische Publikum zu solcher Begeisterung hinreißen läßt; nicht nur den Glücklichen, die im Saal zuhören konnten, sondern auch den zahllosen Rundfunkteilnehmern – daß Werk wurde von allen Stationen des Landes gleichzeitig übertragen – wird der Abend ein unvergeßliches Erlebnis bleiben.

Das Orchester bestand aus 150 Künstlern, den besten, die man in London auftreiben konnte; allen Ansprüchen der kolossalen Partitur war man gerecht geworden. Den Chor bildete der verstärkte Londoner Rundfunkchor. Als Solisten haben Stiles-Allen (Tove)‚ Gladys Palmer (Waldtaube)‚ Parry Jones (Waldemar)‚ Frank Phillips (Bauer). John Perry (Klaus Narr) und Arthur Wynn (Sprecher) mitgewirkt. Das Werk war besonders gründlich probiert worden. Schönberg selbst hielt noch Klavierproben mit den Solisten und geteilte Proben sowohl mit den Chören als auch mit den einzelnen Instrumentalgruppen des Orchesters.

Beim Abschied dankte er der British Broadcasting Company, durch deren Hilfe eine solche Aufführung seines Werkes in London ermöglicht wurde. Die British Broadcasting Company ihrerseits ist dem großen Komponisten nicht minder dankbar. Durch seine Anwesenheit und unter seiner genialen Leitung ist die Aufführung der Gurre–Lieder zum Wahrzeichen nicht nur in der Geschichte des Rundfunks, sondern überhaupt der Musik in England geworden.

D. Millar Craig

Pult und Taktstock, V. Jahrgang 1928, Januar/Februar

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