Cristóbal Halffter: Preludio a nemesis

Cristóbal Halffter Preludio a nemesis
Preludio a nemesis

Cristóbal Halffter: Preludio a nemesis

Kompositionsjahr:
1988/1989
Instrumentierung:
für großes Orchester
Komponist:
Cristóbal Halffter
Instrumentierung:
4 3 3 4 - 4 4 4 1 - Schl(5), Hf, Cel, E-Org, Str
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte
3. Flöte (+ Picc.)
4. Flöte (+ Picc.)
1. Oboe
2. Oboe
3. Oboe
1. Klarinette in B
2. Klarinette in B
3. Klarinette in B (+ Bkl.(B))
1. Fagott
2. Fagott
3. Fagott
4. Fagott (+ Kfg.)
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
1. Trompete in C
2. Trompete in C
3. Trompete in C
4. Trompete in C
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
4. Posaune
Tuba
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
4. Schlagzeug
5. Schlagzeug
Harfe
Celesta
Elektro-Orgel
Violine I (16)
Violine II (14)
Viola (12)
Violoncello (10)
Kontrabass (8)
Dauer:
17’
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Werkeinführung

Aus doppeltem Anlass – 40 Jahre Rundfunkorchester Hannover des NDR im Jahre 1990 und mein 60. Geburtstag am 24. März 1990 – bekam ich vom NDR Hannover den Auftrag, ein Stück zu schreiben, das im Jahre 1990 uraufgeführt werden sollte.

Im Sommer 1988 begann ich mit der Reinschrift der Partitur, die ich erst ein Jahr später fertig stellte.

Nachdem ich diesen Auftrag erhalten hatte, tauchte die Frage auf, was ich zu diesem, für mich so besonderen Anlass, schreiben würde. Sollte es ein festliches, feierliches und frohes Stück werden, oder sollte ich wieder einmal meine Linie verfolgen, mich mit den Problemen unserer Zeit und ihrer Menschen zu beschäftigen? Obwohl ich sicher war, dass ersteres größeren Anklang finden und auch für Orchester und Publikum mehr Freude bringen würde, konnte ich von meinem alten Weg nicht abweichen. Darum ein ernstes Werk, mit einem ernsten Inhalt und ein ernstes Problem, dessen Lösung ich nicht anbieten kann, da wir alle zu derselben beitragen müssen.

Nemesis ist eine Göttin der griechischen Mythologie, die die Aufgabe hatte, alle Menschen, die Reichtum, Macht und Hochmut im Obermaß besaßen, zu zerstören.

In den Jahren 1983/84 haben einige Forscher herausgefunden, aber noch nicht wissenschaftlich bewiesen, dass die Sonne ein Doppelstern ist, und dass der um sie kreisende Stern eine Laufbahn von 26 Millionen Jahren hat. Dieser Stern löst an einem bestimmten Punkt seiner Laufbahn eine Menge von Kometen und Meteoriten aus, die auf unser Sonnensystem fallen. Mit dieser Theorie will man erklären, warum es zu einer periodischen und massiven Zerstörung unseres Planeten kommt, bei der unter anderem die Dinosaurier und viele andere Lebewesen vernichtet wurden. Diesem kreisenden Stern hat man den Namen Nemesis verliehen und man erwartet ihn an diesem genannten Punkt in 15 Millionen Jahren wieder.

Die Menschheit hat in den letzten hundert Jahren eine Technik entwickelt, wie man sie vorher nie erträumt hätte. Jedoch ist die Entwicklung in der Kultur, Moral und Sensibilität sehr zurückgeblieben. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch, der sich im Besitz einer so unbegrenzten Technologie befindet, aber keine menschlichen und entsprechenden ethischen Werte entwickelt hat, eine kosmische Gefahr darstellt, da er sich selbst und andere Systeme vernichten kann: er wird zu seiner eigenen „Nemesis“.

Für mich ist Musik eine abstrakte Sprache – und mein Präludium will sich deshalb nur in diesem Bereich entfalten. Die einzige unmittelbare Beziehung zu Nemesis ist, dass jeder neue Klang von einem anderen Klang „vernichtet“ wird.

Ich möchte mich beim Rundfunkorchester Hannover des NDR für den Auftrag bedanken, ein Stück zu schreiben, und ich bitte um sein Verständnis, dass ich meinen Geburtstag mit so einem ernsten Thema begehen möchte.

Cristóbal Halffter

Uraufführung

Ort:
Hannover
Datum:
15.03.1990
Dirigent:
Cristóbal Halffter

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