Darius Milhaud: Christophe Colomb

Darius Milhaud Christophe Colomb
Christophe Colomb

Darius Milhaud: Christophe Colomb

Kompositionsjahr:
1952
Untertitel:
Bühnenmusik zum Schauspiel
Instrumentierung:
für Chor und Orchester
Komponist:
Darius Milhaud
Textdichter:
Paul Claudel
Chor:
SATB
Instrumentierung:
1 0 1 1 - 0 1 0 0 - Hf, Schl, Str
Instrumentierungsdetails:
1(auch Picc.) 0 1 1 - 0 1 0 0 - Hf. - Schl. - Str.
Anmerkungen:
N.B.: "Diese Musik hat nichts gemeinsam mit der gleichnamigen Oper." – Darius Milhaud
Dauer:
60’
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Werkeinführung

Seit seiner Uraufführung im Jahre 1930 stellt Milhauds Christophe Colomb für Dirigenten und Regisseure eine faszinierende Herausforderung dar. Ist es doch ein „Gesamtkunstwerk“ von Sprecher, Sängern, Chor, Ballett und Film. In der Neufassung von 1969/70 hebt Milhaud die chronologische Entwicklung von Aufstieg und Untergang des Christoph Kolumbus auf. Der Untergang erfolgt nunmehr im ersten Teil. Im zweiten Teil sind wir Zeuge des grandiosen Abenteuers, wie es bis zur Entdeckung Amerikas ablief.

Die Partitur zeigt alle Merkmale der Milhaudschen Kompositionstechnik: Mittelalterliche Polyphonie gepaart mit modernen Klangwirkungen, selbst starken folkloristischen Einschlägen und effektvollem Einsatz einer großen Schlagzeuggruppe. Über allem aber waltet die „klassische Gesinnung“, die der Komponist ausdrücklich für sich in Anspruch nahm und an den eindrucksvollen Chorstellen dokumentiert.

Im Anbruch 1930 identifizierte Ernst Krenek in Christophe Colomb Darius Milhauds Naturbezogenheit und Volkstümlichkeit als Urquelle seines künstlerischen Schaffens, ebenso wie die Verbundenheit mit der Zeitlosigkeit von Volk und Heimat. Er tat dies am Beispiel von Christophe Colomb, der auf einer weit höheren, gereinigten Stufe südliches Volkstum und meridionale Natur monumentalisiert in einem Stoff von gegenwartsnaher, zeitloser Vergangenheit. Am Schluss der Oper steht die Erlösung des Helden: die Tat, um derentwillen Columbus trotz seiner vielfach bedenklichen Fehler doch selig werden kann, ist eine Geistestat. Amerika ist eine Erweiterung des menschlichen Erkenntnishorizontes, daneben ist die Frage der Glücksvermehrung auf dieser Erde oder gar der Einwand, dass der überwiegende Teil des damals lebenden Menschen ins Unglück geriet von ganz untergeordneter Bedeutung.

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