David Fennessy: 13 Factories

David Fennessy 13 Factories
13 Factories

David Fennessy: 13 Factories

Kompositionsjahr:
2009
Instrumentierung:
für Ensemble und Elektronik
Komponist:
David Fennessy
Instrumentierung:
0 0 0 0 - 0 1 1 0 - 4 Handlautsprecher, Klav(2), Vl(2), Va, Vc, Kb - Elektronik
Instrumentierungsdetails:
1. Handlautsprecher
2. Handlautsprecher
3. Handlautsprecher
4. Handlautsprecher
Trompete in C
Posaune
1. Klavier
2. Klavier (+Autoharp)
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Elektronik
Commission:
13 Factories was commissioned by Ensemble Modern and Siemens Arts Program for the project "into ..."
Dauer:
19’
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Hörbeispiele

13 Factories
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Es war das scheinbar harmloseste Bild, das mir von meiner Reise zum Perlfluss-Delta in Erinnerung geblieben war und zum Ausgangspunkt für 13 Factories wurde: Eine Frau, die in einem überfüllten Zug auf ihrem Mobiltelefon sprach und mit der Hand den Hörer abschirmte, um ihre Privatsphäre und die der Menschen um sie herum zu wahren.  Dasselbe bemerkte ich auch bei Menschen in Restaurants - während sie mit einer Hand den Zahnstocher benützten, schützte die andere Hand den Mund vor fremden Blicken. Aus irgendeinem Grund hatte dieses Bild für mich metaphorische Bedeutung – der Mund als Instrument des Selbstausdrucks und die Schwierigkeit, der eigenen, individuellen Stimme in so dicht bevölkerten Orten wie Hong Kong, Shenzhen oder Guangzhou Gehör zu verschaffen.

Ich verstehe die Sinustöne in diesem Stück als Zuflüsse eines Stroms, die sich ihren Weg zwischen den dreizehn Mitgliedern des Ensembles bahnen, um sie herum, über sie hinweg und unter ihnen durch. Spannungen entstehen durch die Versuche der Spieler, ihre individuellen Stimmen mit all den ihnen eigenen Unreinheiten auf die Reinheit der Sinustöne zu projizieren. Indem sie das auf die einfachstmögliche Weise tun, können sie den Klang ihrer eigenen Stimme hören.

Nachdem ich durch die halbe Welt gereist bin, um das Leben im Perlfluss-Delta zu fühlen, mutet es vielleicht seltsam an, dass der erste Ton dieses Stücks nur wenige Meilen von meinem Wohnort entfernt in Glasgow aufgenommen wurde. Tatsächlich stammen alle voraufgenommenen Töne von alten Webstühlen und -maschinen, die typischerweise auf den schottischen Inseln, auch als Äußere Hebriden bekannt, anzutreffen sind. In den über die Inseln verstreuten Häusern stellen Männer und Frauen, stundenlang allein über ihre Webstühle gebeugt sitzend, im Zeichen der alten Tradition den berühmten Harris Tweed her. Abgesehen von diesem offensichtlichen Kontrast zu den riesigen Fabriken des Perlfluss-Deltas war es die würdevolle Abgeschiedenheit und vielleicht auch die Einsamkeit, die von den Rhythmen dieser Maschinen ausgeht, die ich anziehend fand. Natürlich ist es möglich, ein solches Gefühl von „Alleinsein“  auch im 20. Stock eines Wohnblocks anzutreffen, eingeklemmt von oben, unten und allen Seiten zwischen menschlichen Körpern.

Der Titel dieses Stücks spielt auf die dreizehn Fabriken von Kanton (nunmehr Guangzhou) an, die im späten 17. Jahrhundert an den Ufern des Perlflusses errichtet wurden, wo es den ersten ausländischen Händlern gestattet wurde, Handel mit den Chinesen zu treiben. Das Wort ‚Factory‘ bezeichnet hier das Gelände eines ‚Kommissionärs‘ oder Händlers.

David Fennessy

Sonderausgaben

13 Factories

David Fennessy: 13 Factories

Studienpartitur
für Ensemble und Elektronik , 19’
Besetzung: 0 0 0 0 - 0 1 1 0 - 4 Handlautsprecher, Klav(2), Vl(2), Va, Vc, Kb - Elektronik

13 Factories

David Fennessy: 13 Factories

Studienpartitur
für Ensemble und Elektronik , 19’
Besetzung: 0 0 0 0 - 0 1 1 0 - 4 Handlautsprecher, Klav(2), Vl(2), Va, Vc, Kb - Elektronik

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