David Sawer: Flesh and Blood

David Sawer Flesh and Blood
Flesh and Blood

David Sawer: Flesh and Blood

Kompositionsjahr:
2011
Instrumentierung:
für Mezzosopran, Bariton und Orchester
Komponist:
David Sawer
Textdichter:
Howard Barker
Solisten:
Mezzosopran; Bariton
Instrumentierung:
3 3 3 3 - 5 3 3 1 - Pk(2), Schl(4), Hf(2), Cel, Str
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte
3. Flöte (+Picc)
1. Oboe
2. Oboe
3. Oboe (+Eh)
1. Klarinette in B
2. Klarinette in B
3. Klarinette in B (+Bkl(B))
1. Fagott
2. Fagott
3. Fagott (+Kfg)
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
5. Horn in F
1. Trompete in B
2. Trompete in B
3. Trompete in B
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
Basstuba
1. Pauken
2. Pauken
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
4. Schlagzeug
Celesta
1. Harfe
2. Harfe
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Dauer:
30’
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Hörbeispiele

Flesh and Blood
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Als David Sawer beauftragt wurde, ein Orchesterwerk für das BBC Symphony Orchestra zu komponieren, wandte er sich für einen Text an den Dramatiker und Dichter Howard Barker: „Ich wollte eine dramatische Szene mit zwei Sängern und Orchester – genauer gesagt für Mezzosopran und Bariton“, sagt Sawer, und schlug Barker das Thema Liebe und Krieg vor.

Der Krieg und seine Folgen spielen für Barkers ästhetische Anliegen eine große Rolle. „Es ist unmöglich”, so der Dichter, „das Gefühl zu vermeiden, dass Schmerz eine Notwendigkeit ist... wesentlich für den menschlichen Charakter... dieses schreckliche Gefühl, das nur eine Tragödie hervorbringt und weiter hervorbringen wird und das dabei zu etwas Wunderbarem wird.“

Barker entwickelte das Konzept eines Soldaten, der von seiner Mutter zu einem unbestimmten Einsatz aufbricht; Sawer fühlte sich von dieser Idee sofort angezogen, und die musikalische Umsetzung von Barkers fertigem Text ging flüssig voran.

Obwohl es eindeutig ein Konzert und kein Musiktheaterstück ist, sind im Konzept auch Bühnenelemente enthalten – die Sänger bewegen sich durch eine physische Bahn von Trennung hin zu Verbundenheit. Über der Ebene der körperlichen Gesten liegt das abstrakte Theater, das vom Orchester dargeboten wird: „Es war mir wichtig”, erklärt Sawer, „dass das Orchester auch eine Rolle als Mitwirkender in dem Drama hat und als dritte Stimme fungiert.” Viele eindrucksvolle akustische Bilder werden heraufbeschworen – von wilden Ausbrüchen bis hin zu schneidenden, liegenden Klängen. Durch mehrfaches Aufteilen der Streicher und die Kombination und den Wechsel unterschiedlicher, gestrichener und gezupfter Klänge werden subtile Effekte erreicht. Sawer erzählt weiter: „Die Musik für die Mutter ist zuerst lyrisch und die für den Soldaten rhythmischer. Aber während sich das Stück entwickelt, gehen diese beiden Formen immer mehr ineinander über.”

Von Beginn an fühlen wir uns in die unartikulierte Trauer der Mutter hineingedrängt; nach der brutalen, schauerlichen instrumentalen Eröffnung kann sie nur Urschreie aufbringen, während das Orchester ihren Kampf um Artikulation komplementiert. Nach ihren persönlichen Ausführungen singen Mutter und Sohn ein tiefempfundenes Duett. Es folgt eine träumerische Passage der Mutter, die zum Appell an ihren Sohn wird, zu bleiben, in die der Sohn schließlich einstimmt. Ein liebevoller Monolog des Sohnes erlöst die Mutter von ihrer emotionalen Taubheit und befreit sie von ihrem tiefliegenden Schmerz.

Während sich die Tragödie unaufhaltsam zu ihrer Auflösung hinbewegt, baut sich der orchestrale Pulsschlag auf und wieder ab; wir erreichen einen flammenden Höhepunkt der plötzlichen harmonischen Klarheit, bevor Mutter und Sohn die schreckliche Erkenntnis seines unausweichlichen Schicksals erlangen.

© Brian Inglis

(Verwendung und Abdruck des Textes nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors)

Uraufführung

Ort:
London
Datum:
15.02.2013
Orchester:
BBC Symphony Orchestra
Dirigent:
Ilan Volkov

Pressestimmen

 

Video

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