Ernst Krenek: Das geheime Königreich (Bearbeiter: Rainer Schottstädt)

Ernst Krenek Das geheime Königreich
Das geheime Königreich

Ernst Krenek: Das geheime Königreich (Bearbeiter: Rainer Schottstädt)

Opus:
op. 50
Kompositionsjahr:
1926-1927
Untertitel:
Märchenoper in 1 Akt
Instrumentierung:
für Kammerorchester
Komponist:
Ernst Krenek
Bearbeiter:
Rainer Schottstädt (2002)
Librettist:
Ernst Krenek
Rollen:
Der König, Bariton Die Königin, Koloratursopran Der Narr, Bariton Der Rebell, Tenor Die drei singenden Damen: Sopran, Mezzosopran, Alt Erster Revolutionär, Tenorbuffo Zweiter Revolutionär, Baßbuffo Ein Wächter, Tenor
Chor:
SATB
Instrumentierung:
1 1 1 1 - 1 0 0 0 - Schl(2), Klav, Str(1 1 1 1 1)
Instrumentierungsdetails:
Flöte
Oboe
Klarinette in B
Fagott
Horn in F
Schlagzeug(2): Röhrenglocken, Holztrommel, Ratsche, Becken, Triangel, Tam-Tam, kleine Trommel, Tamburin, Rührtrommel, große Trommel
Klavier
Violine I(1)
Violine II(1)
Viola(1)
Violoncello(1)
Kontrabass(1)
Scenery:
2
Dauer:
55’
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Die Idee, Ernst Kreneks Einakter in einer reduzierten Orchesterfassung und einigen Änderungen im Text für Kinder zugänglich zu machen, stammt von Christian Schuller, der außer seiner Arbeit als Regisseur auch für die Kinderopernreihe an der Oper Köln zuständig war. Er meinte, man finde kaum eigens für Kinder entstandene Musiktheaterwerke, die die Kinder – und die Aufgabe, für sie zu schreiben – ernst genommen hätten. Er suchte also nach Opern, deren Musik die junge Generation anspricht und ließ die Partituren für den winzigen Orchestergraben reduzieren. Die notwendigen textlichen Änderungen hat Schuller selbst vorgenommen.

Nach einer erfolgreichen Aufführungsserie in Köln ist die Kinderoper in Erfurt und Hamburg über die Bühne gegangen, bevor sie in Köln wieder aufgenommen wurde.

Aus dem Kölner Programmheft:

Wie der König in Kreneks Opern Das geheime Königreich und Karl V hat auch Lear auf seine Macht verzichtet. Als er von seinen Töchtern verstoßen wird, bleibt der Narr, der das Unglück schon vorausgesehen, aber kein Gehör gefunden hatte, an seiner Seite. In der zentralen Szene des Dramas, dem Unwetter auf der nächtlichen Heide, wird Lear selbst zum Narren. Erst nach diesem Erlebnis kann er von seiner Verbitterung und seinem Schmerz geheilt werden. Auch Kreneks König findet nach seiner äußerlichen Verwandlung zum Narren in der Natur zu sich selbst.

Während der Narr im ersten Bild des Geheimen Königreichs ein weiser Mahner ist, der das Wesen der Welt und der Gesellschaft klarer durchschaut als alle anderen Personen, wird im zweiten Bild darüber hinaus seine Verwandtschaft zum Kobold Puck aus Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum erkennbar. Der Narr steht in engem Kontakt mit der Natur und weiß um ihre geheime Macht. Er ist es, der schließlich – wie Puck – die Ordnung unter den schlafenden Menschen wieder herstellt, sie den heilenden Kräften der Natur anvertraut und zum Schluss den Epilog spricht. Aber schon während des Stückes bewegt er sich zwischen der Ebene des Märchens und der Realität, er schlüpft in die Rolle eines Kommentators und nimmt so als Einziger direkten Kontakt zum Publikum auf.

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