Ernst Krenek: Tarquin

Ernst Krenek Tarquin
Tarquin

Ernst Krenek: Tarquin

Opus:
op. 90
Kompositionsjahr:
1940
Untertitel:
Kammeroper in 2 Teilen (8 Szenen)
Komponist:
Ernst Krenek
Textdichter:
Emmet Lavery
Rollen:
Marius, Bariton Corinna, Sopran Cleon, Tenor Der Erzbischof, Bass Der Kanzler, Tenor 4 Sprechrollen (Bruno, Reporter, Tonio, Offizier)
Instrumentierungsdetails:
Klarinette in B
Trompete in C
Violine
Schlagzeug(1)
1. Klavier
2. Klavier
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Der römische Feldherr Tarquin – operngeschichtlich in Brittens Raub der Lucretia verewigt – hat dieser Oper seinen Namen nur als Symbol des Herrschers abgegeben. Die Handlung, „in unseren Tagen” spielend, zeigt eine Reihe Personen, die Umrisse von politischen Persönlichkeiten aus jüngst vergangenen Zeiten durchschimmern lassen.

Wie Krenek in seiner „Selbstdarstellung” sagt, betrachtet er seine Musik nicht „als eine Anhäufung von interessanten und aufreizenden, von der Opernbühne geborgten Effekten, sondern als eine Konstruktion, die, frei von sentimentalen Nebenbedeutungen, ihren eigenen Gesetzen gehorcht“. So ist die musikalische Sprache des Tarquin frei von untermalenden, illustrierenden Elementen, und es mag auf den ersten Blick scheinen, als laufe die Musik unbeteiligt neben dem szenischen Geschehen her – tatsächlich aber folgt sie ihren eigenen Gesetzen auf einer anderen, rein musikalischen Ebene. Die Orchestrierung beschränkt sich auf wenige Instrumente: zwei Klaviere, die die Hauptträger des musikalischen Geschehens sind, je eine Violine, Klarinette und Trompete sowie sparsam besetztes Schlagzeug. An die Sänger stellt Krenek allerhöchste Anforderungen. Wenn man sich erinnert, dass der Tristan vor rund 90 Jahren wegen seiner technischen Schwierigkeiten zunächst als unaufführbar abgelehnt wurde, erscheint es fast unvorstellbar, dass Gesangspartien wie die im Tarquin überhaupt gelernt, geschweige denn gesungen und gestaltet werden; dabei wird der Hörer die Schwierigkeiten wahrscheinlich gar nicht empfinden, da er durch das spannungsreiche Geschehen auf der Bühne zweifellos stark gefesselt sein wird.

Aus dem Programmheft der Uraufführung bei den Kölner Kammerspielen am 16. Juli 1950.

Uraufführung

Ort:
Köln
Datum:
16.07.1950
Dirigent:
Wolfgang von der Nahmer

Pressestimmen

Es besteht kein Zweifel, dass Ernst Kreneks Oper Tarquin zu selten gespielt wird – die letzte deutsche Produktion war die Uraufführung in Köln! (Saori Kanemaki, bachtrack, 26 April 2015)

Ernst Krenek hat seine Kammeroper Tarquin 1940 im US-Exil geschrieben, nach der Uraufführung 1950 präsentiert die Werkstatt der Staatsoper im Schillertheater erst die dritte Produktion des Werks. Dabei beweist Krenek, dass sich mit der Zwölftontechnik der Schönberg-Schule effektvolles Musiktheater schreiben lässt. (Benedikt von Bernstorff, Der Tagesspiegel, 21 April 2015)

Weitere Werke

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