Francis Burt: Mahan

Francis Burt Mahan
Mahan

Francis Burt: Mahan

Kompositionsjahr:
1997-2007
Untertitel:
Oper in sieben Bildern
Instrumentierung:
Oper
Komponist:
Francis Burt
Librettist:
Richard Bletschacher (01.01.1967)
Rollen:
Mahan, ein erfolgreicher junger Mann ... Tenor Callaghan, sein Jugendfreund ... Bariton Die Freundin ... Sprechrolle Der erste Freund ... Sprechrolle Der zweite Freund ... Sprechrolle Der alte Mann ... Bass Die alte Frau ... Mezzosopran Das junge Mädchen
Chor:
SSAATTBB: acht Stimmen aus den Fenstern eines Zinshofes sowie später acht Stimmen im Dunkeln
Instrumentierung:
3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(3), Hf, Cel, Klav, Ssax(B), E-Git, Str
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte
3. Flöte (+Picc)
1. Oboe
2. Oboe
3. Oboe
1. Klarinette in B
2. Klarinette in B
3. Klarinette in B
Sopransaxophon in B (+Asax(Es))
1. Fagott
2. Fagott
3. Fagott (+Kfg)
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
1. Trompete in B
2. Trompete in B
3. Trompete in B
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
Basstuba
Pauken
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
Celesta
Elektro-Gitarre
Harfe
Klavier
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Dauer:
abendfüllend
Widmung:
im Gedenken an meine geliebte Frau
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Werkeinführung

Mahan, ein junger, glückverwöhnter Mann, gerät mit seiner Yacht in den Hafen einer südöstlichen Stadt. Aus der lärmenden Gesellschaft seiner Freunde ruft ihn eine Stimme ans Land. Er glaubt in dem Rufenden seinen lang verschollenen Freund Callaghan wiederzuerkennen und folgt diesem, wie er meint, für eine kurze Promenade außer Sichtweite seines hell erleuchteten Schiffes.

Bald jedoch findet er sich verlassen auf einer Müllhalde unter Ruinen. Umherirrend und nach seinem Begleiter rufend stürzt er und verletzt sich am Knie. Zwei düstere Alte, die im Abraum nach Verwertbarem suchen, führen den hilfesuchenden widerwillig mit sich fort. Statt ins Freie oder zurück zum Hafen aber, gerät er mit seinen beiden Führern in die enge Gassenschlucht eines Elendsquartiers, aus dessen Fenstern gierige Augen nach Beute lugen. Als die Bewohner des Viertels Anstalten machen den Verirrten auszurauben, rettet ihn ein junges Mädchen, indem sie ihn rasch entschlossen auf geheimem Weg mit sich fortzieht.

Das Mädchen führt Mahan in ein Lager, in dem offenbar Flüchtlinge oder Zwangsarbeiter in großer Not und Bedrängnis hausen. Zum Dank schenkt er dem Mädchen seine goldene Armbanduhr. Sie aber bittet um seine Jacke. Während ihre Elendsgenossen sich bettelnd um den wohlgekleideten jungen Mann drängen, zieht ihm das Mädchen die Jacke von den Schultern. Ehe Schlimmeres geschehen kann, tritt ein uniformierter Aufseher dazwischen und will Mahan, der sich ohne Papiere nicht ausweisen kann, in Gewahrsam nehmen. Seine Beute wird ihm jedoch von einem offenbar höher Gestellten sogleich wieder entrissen. Mit verbundenen Augen wird Mahan vom Türhüter in das luxuriöse Gemach einer unglücklichen, schlaflosen Frau geführt. Dort werden von ihm Liebesdienste erwartet. Ehe er diese jedoch zu leisten in Verlegenheit kommt, wird die Ankunft des Herrn des Hauses, der zugleich der Herr der Insel ist, angekündet. Nun wird Mahan unter Hohngelächter durch die Hintertür davongejagt.

Von Schüssen verfolgt rettet sich der Fliehende mit zerrissenen Kleidern über eine hohe Mauer und gerät zu seinem Erstaunen in einen prächtigen orientalischen Garten. Ein alter Mann, der im Rollstuhl sitzend die Wärme der Sonne genießt, fragt ihn freundlich nach seinem Woher und Wohin. Da Mahan keine Hilfe annehmen will, lädt er den ungebetenen Gast zu einem abendlichen Gartenfest ein, bei welchem neben den einheimischen Schönen und Reichen auch fremde Besucher der Insel erwartet werden, und entfernt sich.

Kaum ist er außer Sichtweite, treten aus den Gebüschen drei junge Mädchen hervor, die sich wetteifernd um die Blessuren des jungen Fremden bemühen. Als aus dem Spiel lüsterner Ernst zu werden beginnt, werden die vier von der Rückkehr des Alten überrascht. Die in Furien verwandelten Mädchen stürzen sich auf den heimlichen Späher und zerren ihn aus dem Rollstuhl. Auf seine Hilferufe herbeieilende Diener finden ihren Herrn tot auf der Erde liegen. Mahan erkennt seine Freunde im Scheinwerferlicht auf einer Terrasse und ergreift in Panik die Flucht. Als beim Morgengrauen die Freunde auf das im Hafen liegende Schiff zurückkehren, gehen sie an dem im Staube liegenden Mahan vorüber, ohne ihn zu erkennen. Mahan, aus seiner Betäubung erwachend, gibt sich selbst die Schuld am Tod des Alten und blickt zurück auf all das in wenigen Stunden erschaute und erlittene Unheil. Er ruft nach Callaghan, dem vermeintlichen Freund, der ihn aus seinem Glück gelockt und ihm das Elend der Welt vor Augen geführt hat. Zwei Hafenarbeiter auf dem Weg zur Arbeit entreißen dem Verletzten seinen letzten Besitz, ein Amulett. Als er sich zur Wehr setzt, wird er von einem Messerstich tödlich getroffen. Noch einmal blickt er hinaus auf den Hafen, sein zur Abreise gerüstetes Schiff und auf das Meer, über dem sich die Morgennebel zerstreuen. Abschied nimmt er von der Welt – glaubt noch einmal die lockende Stimme zu hören – und stirbt.

Richard Bletschacher

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