Frank Martin: Le Vin herbé

Frank Martin Le Vin herbé
Le Vin herbé

Frank Martin: Le Vin herbé

Kompositionsjahr:
1938/1941
Untertitel:
Weltliches Oratorium
Instrumentierung:
für 12 Singstimmen, 7 Streicher und Klavier
Komponist:
Frank Martin
Textquelle:
"Roman de Tristan et Iseut"
Textbearbeiter:
Rudolf Georg Binding
Original-Sprache:
Französisch
Übersetzer:
Frank Martin
Dichter d. Textvorlage:
Joseph Bédier
Rollen:
Die Mutter der Isot, Alt Isot die Blonde, Sopran Brangäne, Mezzosopran Isot die Weißhändige, Alt Tristan, Tenor Kaherdin, Tenor Marke, Bariton 2 kleine Partien stumme Rollen
Chor:
Kammerchor
Instrumentierungsdetails:
1. Vl, 2. Vl, 1. Va, 2. Va, 1. Vc, 2. Vc, Kb, Klav
Inhaltsverzeichnis:
Prolog
Der Liebestrank
Der Wald von Morois
Der Tod
Epilog
Scenery:
3 Bühnenbilder oder 1 Grunddekoration mit wechseln
Dauer:
90’
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Hörbeispiele

Le Vin herbé
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

„Ein anderer Tristan”, so nannte 1948 der Kritiker der Zeitung Neues Österreich Frank Martins Le Vin herbé (Der Zaubertrank) anlässlich der szenischen Uraufführung dieses weltlichen Oratoriums bei den Salzburger Festspielen. Die Uraufführung der konzertanten Version fand sechs Jahre zuvor in Zürich statt. In seiner über 60-jährigen Geschichte hat Le Vin herbé unzählige konzertante Aufführungen und viele szenische Umsetzungen erfahren.

1938 erhielt Frank Martin vom Zürcher Madrigalchor den Kompositionsauftrag für ein Werk für Kammerchor. Martin nutzte diesen Auftrag um sich einen schon lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Die Vertonung eines Kapitels aus Joseph Bédiers Romanfassung der Geschichte von Tristan und Isolde. Das fast übermächtige Vorbild von Richard Wagners Musikdrama schreckte ihn dabei nicht. Denn Martin hatte von Anfang an vor, das Werk weniger dramatisch, sondern eher episch-lyrisch anzulegen. Nicht nur der Text Bédiers legte eine solche Konzeption nahe, auch die Beschränkung auf ein verhältnismäßig kleines Ensemble schloss die Wagnersehen Dimensionen von vornherein aus. Der Zürcher Madrigalchor, ein Ensemble von zwölf Sängerinnen und Sängern, wurde von Martin in der Partitur durch sieben Streicher und Klavierbegleitung instrumental ergänzt. Der Komponist entschied sich für die Gattung des weltlichen Oratoriums. Doch verzichtet er in diesem Werk grundsätzlich auf großangelegte Effekte und betont stattdessen die kammermusikalischen Züge der Komposition.

Synopsis: Isolde ist König Marke als Braut versprochen, Tristan soll sie zu ihm führen. Ein versehentlich verabreichter Liebestrank bewirkt, dass sich Tristan und Isolde unsterblich ineinander verlieben. Isolde wird dennoch Markes Frau, flüchtet aber mit Tristan. Sie werden von König Marke aufgespürt, empfinden große Schuld und beschließen die Beziehung zu einander zu beenden, da sie Unrecht ist.

Nach Jahren der Trennung wird Tristan von einer vergifteten Lanze verwundet und sehnt sich danach, nochmals Isolde zu sehen. Er stirbt jedoch bevor Isolde eintrifft. Sie findet ihn vor und stirbt vor Schmerz.

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Sonderausgaben

Le Vin herbé

Frank Martin: Le Vin herbé

Dirigierpartitur
für 12 Singstimmen, 7 Streicher und Klavier , 90’

Kommende Aufführungen

13 Mai

Le Vin herbé

Long Beach Opera, San Pedro (US)

19 Mai

Le Vin herbé

Long Beach Opera, San Pedro (US)

Uraufführung

Ort:
Zürich
Datum:
28.03.1942
Dirigent:
Robert Blum

Pressestimmen

„Dieses Stück gehört auf alle Bühnen.” (Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Le Vin herbé umgibt bis heute die Aura des ‚Geheimtipps’: ein wahrer ‚Zaubertrank’ von kristallklarer Reinheit, eine Tristan-Vertonung von ganz eigenem Sog, zwar jenseits der narkotischen Wonnen Wagners, aber nicht minder suggestiv.” (Kerstin Schüssler-Bach)

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