Franz Schreker: Der ferne Klang

Franz Schreker Der ferne Klang
Der ferne Klang

Franz Schreker: Der ferne Klang

Kompositionsjahr:
1903-1910
Untertitel:
Oper in 3 Aufzügen
Komponist:
Franz Schreker
Librettist:
Franz Schreker
Klavierauszug:
Ferdinand Rebay; Alban Berg
Rollen:
Der alte Graumann, Bass Seine Frau, Mezzosopran Grete, Sopran Fritz, Tenor Der Wirt, Bass Ein Schmierenschauspieler, Bariton Dr. Vigelius, hoher Bass Ein altes Weib, Mezzosopran oder hoher Alt Greta, Sopran Mizi, Sopran Milli, Mezzosopran Mary Sopran Eine
Chor:
SATB
Instrumentierung:
3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk(2), Schl(3), Glsp, Hf(2), Cel, Str - hinter der Szene: Venezianische Musik (Fl, Kl, 2 Hr, Pk, Tamb, Hf, 3 Mand, 2 Git, StrQuint), auf der Bühne: Zigeunermusik (Kl, Cimb, StrQuint)), hinter der Szene: Klav
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte (+Picc)
3. Flöte (+Picc)
1. Oboe
2. Oboe
3. Oboe (+Eh)
1. Klarinette in A (+Kl(B))
2. Klarinette in A (+Kl(B))
Bassklarinette in B (+Kl(Es))
1. Fagott
2. Fagott
Kontrafagott
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
1. Trompete in C
2. Trompete in C
3. Trompete in C (+ Btrp(Es, D)
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
Basstuba (+Kbtb)
Pauken
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
Glockenspiel
1. Harfe
2. Harfe
Celesta
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Venezianische Musik (hinter der Szene) : Flöte
Klarinette in A (+Kl(B))
1. Horn in F
2. Horn in F
Pauken
Tamburin
Harfe
1. Mandoline
2. Mandoline
3. Mandoline
1. Gitarre
2. Gitarre
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Zigeunermusik (auf der Bühne): kleine Klarinette in D (+Kl(Es))
Cimbalom
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Klavier (hinter der Szene)
Scenery:
5
Dauer:
140’
Widmung:
Herrn k.k. Hofopernkapellmeister Bruno Walter in Dankbarkeit zugeeignet.
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Hörbeispiele

Der ferne Klang
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Der ferne Klang war es, der Schreker nach der Uraufführung im Frankfurter Opernhaus am 18. August 1912, zu einem der meistgespielten Opernkomponisten Deutschlands machte. 20 Jahre später galt er als entartet. Schreker hat in das selbstgedichtete Libretto seines Dramas vom Scheitern einer Liebe und dem Niedergang eines Künstlers alles verpackt, was damals aktuell war – die Künstlerthematik des Fin de Siècle, die Entdeckung des Unbewussten durch Freud sowie die naturalistische Elendspoesie. Schrekers Klangkosmos ist durch stilistische Vielfalt geprägt. Ausgiebig werden Instrumente wie Harfe, Celesta und Klavier verwendet. Virtuos kombiniert er verschiedenste Klangquellen miteinander. Er lässt zum normalen Orchester Zigeunermusik und venezianische Musik aus unterschiedlichen Entfernungen von der Bühne her erklingen, und er fügt einen Fernchor hinzu. Der unglaublichen Magie des Schreker‘schen Orchesterklangs wird sich wohl niemand entziehen können.

Schreker gibt für seine Oper einen Handlungszeitraum von 15 Jahren vor. Die Oper spielt in Deutschland und Venedig um das Jahr 1900. Der junge Komponist Fritz verlässt seine Grete, weil er die kleinbürgerliche Enge nicht erträgt und sich zu Höherem berufen fühlt. Als berühmter Mann will er zu ihr zurückkehren und ihr Reichtum, Ruhm und sich selbst zu Füßen legen. Grete wird vor ihrem trunksüchtigen Vater gegen Schulden an einen Wirt verspielt und ergreift die Flucht. Völlig am Ende, wird sie von einer Kupplerin aufgegriffen, und ist bereit, ihr willig zu folgen. Nach einem Zeitsprung findet Fritz, von Sehnsucht nach Grete getrieben, diese in dem Vergnügungsetablissement „La Casa di maschere“ wieder, in dem sie zur Edelkurtisane namens Greta aufgestiegen ist. Fritz beschimpft sie als Dirne und verlässt sie wieder. Greta erhört einen Grafen, der lange vergeblich um sie geworben hat. Fünf Jahre später geling es Fritz, seine Oper „Die Harfe“ in einem Hoftheater zur Uraufführung zu bringen. Grete, unterdessen vom Grafen verlassen und zur Straßendirne Tini geworden, war in der Vorstellung. Doch als sie sich selbst in der Hauptfigur wieder erkennt, erleidet sie einen Schwächeanfall. Die Premiere gerät zum Fiasko. Grete erfährt, dass Fritz todkrank ist. Die beiden begegnen sich wieder. Doch zu spät erfüllt sich ihr gemeinsames Glück: Fritz findet den geheimnisvollen ‚fernen Klang‘, dessen verführerischem Trugbild er ein Leben lang nachgejagt ist, im Tod, der ihn mit der wiedergefundenen Grete vereint.


Aus zwiefacher Not heraus entstand Der ferne Klang. In mir – ich war ein ganz junger Mensch – gärte es. Jugend, Sehnsucht wollte sich Ausdruck schaffen. Sehnsucht – ein Kunstideal zu erjagen, Ruhm, Freuden des Lebens. Weib, Liebe! Und ich wollte schaffen, wollte all das zu tönenden Gebilden formen – doch mir fehlte ein Buch, ein Opernbuch, denn es war mir klar, daß ich jene wühlenden gebundenen Kräfte nur in der dramatischen, in der musikdramatischen Kunst zu klingendem Leben erwecken konnte. Und was sich mir bot, war armseliges Zeug; Librettis verkrachter Dichter, tantiemenhungriger Journalisten. Da besann ich mich zu rechter Zeit auf mich selbst. Auf das Drama des Werdenden; auf das Narrenspiel dieses Lebens mit unsicherem Ausgang; auf all die Tragödien, die hart an uns vorbeistreifen und uns hin und wieder – oft flüchtig nur – in ihr Szenengewirr verstricken. Und schrieb den fernen Klang, aus mir selbst heraus, aus meinem eigenen jungen Erleben.

Franz Schreker, Musikblätter des Anbruch, 2. Jahrgang, Nummer 16; 2. Oktober-Heft 1920

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Der ferne Klang

Franz Schreker: Der ferne Klang

Partitur
, 140’
Besetzung: 3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk(2), Schl(3), Glsp, Hf(2), Cel, Str - hinter der Szene: Venezianische Musik (Fl, Kl, 2 Hr, Pk, Tamb, Hf, 3 Mand, 2 Git, StrQuint), auf der Bühne: Zigeunermusik (Kl, Cimb, StrQuint)), hinter der Szene: Klav

Uraufführung

Ort:
Frankfurt am Main
Datum:
18.08.1912
Dirigent:
Ludwig Rottenberg

Video

Ingo Metzmacher über Franz Schreker

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