Friedrich Cerha: Aderngeflecht

Friedrich Cerha Aderngeflecht
Aderngeflecht

Friedrich Cerha: Aderngeflecht

Kompositionsjahr:
2006
Untertitel:
nach Gedichten von Emil Breisach
Instrumentierung:
für Bariton und Orchester
Komponist:
Friedrich Cerha
Textdichter:
Emil Breisach
Solisten:
Bariton
Instrumentierung:
1 1 2 1 - 2 1 2 0 - Schl(3), Hf, Sax, Str(12 10 8 8 4)
Instrumentierungsdetails:
Flöte (+Picc
Afl(G))
Oboe
Sopransaxophon in B (+Asax(Es))
Klarinette in A
Bassklarinette in B
Fagott
1. Horn in F
2. Horn in F
Trompete in C
1. Posaune
2. Posaune
1. Schlagzeug: Xylophon, Vibraphon, Crotales, Tam-Tam, kleine Trommel
2. Schlagzeug: Röhrenglocken, Ratsche, große Trommel
3. Schlagzeug: Claves (hell und hoch), Tempelblock, Holzblock, kleines Triangel, Becken (hängend), Donnerblech (Metallfolie), 2 Bongos, kleine Trommel, Rührtrommel, großes Tomtom
Harfe
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Dauer:
25’
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Hörbeispiele

Aderngeflecht
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Ich habe Emil Breisach Ende der 50er Jahre kennen gelernt und später mit ihm – dem Mitbegründer des Steirischen Herbstes und Chef des Grazer Rundfunks – bezüglich vieler Konzerte kontinuierlich zusammengearbeitet. Auf einer sehr bald sich ergebenden Vertrauensbasis ist mit der Zeit eine Freundschaft entstanden, ohne viele Worte, ohne die Euphorik des Freundschaftskults früherer Zeiten, aber aus der Gewissheit einer inneren Verbundenheit. Ich wusste um seine schriftstellerische Tätigkeit, kannte aber nichts von ihm. 2005 hat er mir zwei Gedichtbände geschickt: Klangstaub und Aderngeflecht. Ich war sehr getroffen von der Thematik der Gedichte, dem Hintergrund an existenziellen Fragen, die uns alle betreffen: Zeit, Vergänglichkeit, Tod, ein schwankender Boden zwischenmenschlicher Beziehungen und die dahinter stehende Einsamkeit, die bedrohliche Leere für den Einzelnen. Und ich war auch fasziniert von der wortkargen, knappen Sprache ohne Pathos und Originalitätssucht.

Die Lektüre löste in mir sofort klangliche Vorstellungen aus, die mich bedrückend bis in meine Träume verfolgten. Und so entstand 2006 ein Zyklus von vierzehn Gedichten für Bariton und Orchester, den ich – wie einen der Bände – Aderngeflecht nannte.

Er bildet eine Einheit, die Gedichte gehen meist nahtlos ineinander über. Die Diktion der Singstimme orientiert sich – wie in allen meinen Vokalwerken – vorzüglich am Tonfall der Sprache; ich denke, die intendierte Einheit von Sprache und Musik ist mir gelungen. Die Auseinandersetzung mit Existenziellem, das Bedürfnis nach Unmittelbarkeit der Aussage, die Formulierung fern von allen modischen Trends und Erwartungen oder gar Geboten in stilistischer Richtung lässt vielleicht erahnen, dass wir beide letztlich auch noch Wurzeln in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts haben, die wir nicht verleugnen können und wollen.

Über kompositionstechnische Details ist es mir nicht wichtig etwas zu sagen. Nur soviel: Eine bevorzugte bestimmte Intervallfolge durchzieht auf verschiedenste Weise das Stück und bestimmt Melodik und Harmonik, die für mich immer ein Ganzes darstellen.

Ich habe mein Leben lang, wenn sich mir – auch im Zusammenhang mit Musik – visuelle Eindrücke aufgedrängt haben, zum Pinsel gegriffen, - so auch beim Komponieren des letzten Gedichts 'So es nun endet' und es ist ein großes Bild mit dem Titel 'Ende' entstanden.

Friedrich Cerha

Sonderausgaben

Aderngeflecht

Friedrich Cerha: Aderngeflecht

Dirigierpartitur
für Bariton und Orchester , 25’
Besetzung: 1 1 2 1 - 2 1 2 0 - Schl(3), Hf, Sax, Str(12 10 8 8 4)

Aderngeflecht

Friedrich Cerha: Aderngeflecht

Klavierauszug
für Bariton und Orchester , 25’
Besetzung: 1 1 2 1 - 2 1 2 0 - Schl(3), Hf, Sax, Str(12 10 8 8 4)

Aderngeflecht

Friedrich Cerha: Aderngeflecht

Studienpartitur
für Bariton und Orchester , 25’
Besetzung: 1 1 2 1 - 2 1 2 0 - Schl(3), Hf, Sax, Str(12 10 8 8 4)

Uraufführung

Ort:
Graz
Datum:
06.10.2007
Orchester:
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Dirigent:
Friedrich Cerha

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