Friedrich Cerha: Eine blassblaue Vision

Friedrich Cerha Eine blassblaue Vision
Eine blassblaue Vision

Friedrich Cerha: Eine blassblaue Vision

Kompositionsjahr:
2013-2014
Instrumentierung:
für großes Orchester
Komponist:
Friedrich Cerha
Instrumentierung:
4 0 5 3 - 6 3 5 0 - Str(7 6 5 4 3 Pulte)
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte
3. Flöte (+Picc)
4. Flöte (+Picc)
1. Klarinette in A
2. Klarinette in A
3. Klarinette in A
4. Klarinette in A (+Bkl(B))
5. Klarinette in A (+Bkl(B))
1. Fagott
2. Fagott
Kontrafagott
1 . Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
5. Horn in F
6. Horn in F
1. Trompete in C
2. Trompete in C
3. Trompete in C
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
4. Posaune
5. Posaune
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
4. Schlagzeug
Harfe
Violine I (1. Pult)
Violine I (2. Pult)
Violine I (3. Pult)
Violine I (4. Pult)
Violine I (5. Pult)
Violine I (6. Pult)
Violine I (7. Pult)
Violine II (1. Pult)
Violine II (2. Pult)
Violine II (3. Pult)
Violine II (4. Pult)
Violine II (5. Pult)
Violine II (6. Pult)
Viola (1. Pult)
Viola (2. Pult)
Viola (3. Pult)
Viola (4. Pult)
Viola (5. Pult)
Violoncello (1. Pult)
Violoncello (2. Pult)
Violoncello (3. Pult)
Violoncello (4. Pult)
Kontrabass (1. Pult)
Kontrabass (2. Pult)
Kontrabass (3. Pult)
Dauer:
20’
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Alborada del grazioso und La Valse von Ravel umrahmen in diesem Konzert mein Stück. Ein größerer Gegensatz, eine schärfere Diskrepanz ist kaum denkbar.

Blassblaue Vision: Eigentlich mag ich derartige Titel nicht, weil sie oft der Erwartungshaltung ein Programm nahelegen, und ich habe sie viele Jahrzehnte gemieden. Aber in diesem Fall gab es einen ganz konkreten Anlass zur Wahl des Titels: Sehr oft kommt am Morgen, im Zustand zwischen Schlaf und Wachen Musik auf mich zu. Und eines Morgens war die Musik gekoppelt mit einem visuellen Erlebnis: Eine Gestalt mit unklaren Konturen, wie in Nebel gehüllt, die anfangs leicht von innen heraus pulsierte, eine Bewegung, die später vorübergehend auch beängstigende Ausmaße annahm, bevor sie wieder verebbte. Ich formulierte noch im Traum die Farbe blassblau, vielleicht dadurch beeinflusst, dass ich einige Wochen zuvor „Eine blassblaue Frauenhandschrift“ von Werfel wieder gelesen hatte. In zartes Licht gehüllt, stand die Gestalt zunächst vor einem nachtschwarzen Hintergrund. Mit zunehmender Nähe zum Erwachen löste sie sich langsam in feinen Schwaden auf und zurück blieb eine leere Mandorla. Ich habe zweimal versucht, das Erlebnis malend festzuhalten, aber die Musik war spontan sofort da.

Erst nachdem ich die Partitur abgeschlossen hatte, entdeckte ich in einer alten Ausgabe des Goetheschen Prometheus die Wortschöpfung „Knabenmorgen Blüthenträume”. Ich war fasziniert: Der Geruch dieser Wortschöpfung, die Atmosphäre, die sie verbreitete, entsprach recht genau der meines Traumes und – wie ich hoffe – der meiner Musik. Mittlerweile habe ich erfahren, dass das Wort längst auch anderen aufgefallen ist; in neueren Ausgaben – wie übrigens auch bei Schubert – finden sich nur mehr die Blütenträume.

Friedrich Cerha

Sonderausgaben

Eine blassblaue Vision

Friedrich Cerha: Eine blassblaue Vision

Studienpartitur
für großes Orchester , 20’
Besetzung: 4 0 5 3 - 6 3 5 0 - Str(7 6 5 4 3 Pulte)

Uraufführung

Ort:
Salzburg
Datum:
11.08.2016
Orchester:
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Dirigent:
Cornelius Meister

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