Friedrich Cerha: Nichtigkeit ist alles

Friedrich Cerha Nichtigkeit ist alles
Nichtigkeit ist alles

Friedrich Cerha: Nichtigkeit ist alles

Kompositionsjahr:
1995
Instrumentierung:
für gemischten Chor a cappella
Komponist:
Friedrich Cerha
Chor:
SSAATTBB
Commission:
Chor des Norddeutschen Rundfunks zum 50-jährigen Jubiläum seines Bestehens
Dauer:
13’
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Werkeinführung

Ich erinnere mich noch meiner Betroffenheit, als ich zum ersten Mal - ich glaube es war 1946 - dem Buch Koheleth begegnet bin, dieser in einer tiefen existentiellen Verzweiflung wurzelnden, erschütternden Klage. 1951 habe ich einen Abschnitt für Alt und Klavier vertont. Zehn Jahre später stellte ich einen Text für ein Chorstück zusammen. Zur Realisation ist es damals nicht gekommen. Im Zusammenhang mit dem Auftrag des NDR habe ich auf diesen Text zurückgegriffen und ihn erweitert.

Er ist in sieben Abschnitte gegliedert. Die sprachliche Fassung ist eine Kompilation aus verschiedenen Übersetzungen. Da mir die deutliche Darstellung des Textes, seine Verständlichkeit, wichtig war, habe ich ihn wenig aufgesplittert und eine eher einfach motettische Technik angewandt. Lediglich Nichtigkeit ist alles, Haschen nach Wind ist immer in gesprochenem Tonfall gehalten.

Keimzelle des Geschehens ist die Folge Sekunde und Terz, die mit Umkehrung und Krebs alle Stimmen des Stücks durchzieht und auch in der Harmonik eine wichtige Rolle spielt. Der Schluß mündet - ähnlich wie mein Verzeichnis (der wegen Hexerei 1629 in Würzburg verbrannten Personen) für 16 Stimmen aus dem Jahr 1969 - in uferlose, stille Resignation. Ich habe daher im letzten Abschnitt bewußt mit den Glissandi der Frauenstimmen auf den Schluß des Verzeichnisses angespielt.

Friedrich Cerha

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Uraufführung

Ort:
Hamburg
Datum:
25.01.1996
Dirigent:
Robin Gritton

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