Georg Friedrich Haas: RITUAL

Georg Friedrich Haas RITUAL
RITUAL

Georg Friedrich Haas: RITUAL

Kompositionsjahr:
2004
Untertitel:
Freiluftmusik
Instrumentierung:
für 12 große Trommeln und 3 Blaskapellen, sowie Kirchenglocken ad lib.
Komponist:
Georg Friedrich Haas
Commission:
Im Auftrag des Alpinarium Galtür entstanden und im Rahmen der Landesaustellung 2005 uraufgeführt
Dauer:
70’
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Werkeinführung

Ritual für 3 Blasmusikkapellen, 12 große Trommeln und Kirchenglocken ad lib. wird als bewegter Klang bzw. als bewegte Musik in einem Bereich von insgesamt ca. 2,5 km Durchmesser gespielt werden. Das Stück ist für Galtür konzipiert (dort wird die Aufführung teils im Lawinenhang, teils gegenüber der Schutzmauer stattfinden), ist aber nicht an diesen Ort gebunden und kann für jede andere Landschaft adaptiert werden.

Die Musikerinnen und Musiker sind anfangs nach Instrumentengruppen getrennt aufgestellt, verändern dann ihre Position und versammeln sich schließlich in ihren Orchestern, die zuletzt jeweils getrennte Wege gehen. Die Positionierung der Spielerinnen und Spieler ist Bestandteil der Komposition, auch die damit verbundene Zeitverschiebung von 1 Sekunde pro 330 Metern (Zeitverzögerung durch die Schallgeschwindigkeit).

In der Musik wechseln Klangflächen und expressive (atonale) melodische Linien ab, zuletzt wird eine scheinbar unendlich ansteigende Melodie mit Akkordbegleitung gespielt (wechselnd 3/4-, 4/4- und 2/4-Takt).

Die Koordination erfolgt durch Fahnenzeichen der Gesamtleitung der Aufführung (z.B. spielen alle Saxofone nach dem Zeichen der gelben Fahne ein Es, nach dem Zeichen der grünen Fahne machen sie ein Decrescendo zur Pause – das ist jeweils in den Stimmen genau angeführt), durch die Dirigenten der Ensembles bzw. durch Subdirigenten (Schlagzeuger der Blasmusikkapellen) und ist in der Partitur exakt festgelegt. Ganz am Schluss erfolgt die Kommunikation mit den Dirigenten mittels Handy.

Die großen Trommeln werden durch eine Klickspur gesteuert, die per Funk und Kopfhörern übertragen wird. Sie sind anfangs über eine Strecke von 1400 Metern verteilt und nähern sich allmählich dem Publikum, bis sie zuletzt eine Klangwand zwischen den ZuhörerInnen und dem Lawinenhang bilden.

Die technischen Anforderungen an die SpielerInnen der Blasmusik sind nicht sehr groß, der Probenaufwand wird sich auf die Lösung der organisatorischen Probleme konzentrieren. 

Gesucht werden Musikerinnen und Musiker, denen es Freude macht, in der offenen Natur Klangflächen (ruhige oder vibrierende) zu spielen, einsame Melodien in die Landschaft zu setzen und die offen sind, sich hier mit einer für sie vielleicht neuen Musiksprache auseinander zu setzen.

Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass ich selbst in den Bergen aufgewachsen bin und von Kind an gelernt habe, die Natur in ihrer Gewalt und in ihrer Schönheit zu fürchten und zu lieben.

Organisationsplan: 

  1. Einstudierung der Musik getrennt mit den Dirigenten der Blasmusikkapellen.
  2. getrennte Proben mit dem Gesamtdirigenten und mit den Fahnenschwingern.
  3. Probe am Vortag der Aufführung nur mit den großen Trommeln bei Anwesenheit der 3 Ensembleleiter.
  4. Generalprobe am Aufführungstag um 11 Uhr (korrekt: Beginn um 10 Uhr 56 Minuten und 45 Sekunden, um auch die Kirchenglocken mit einbeziehen zu können)
  5. Konzert von 17 Uhr 56 Minuten und 45 Sekunden bis ca. 19 Uhr 8 Minuten

Georg Friedrich Haas

Sonderausgaben

RITUAL

Georg Friedrich Haas: RITUAL

Studienpartitur
für 12 große Trommeln und 3 Blaskapellen, sowie Kirchenglocken ad lib. , 70’

Uraufführung

Ort:
Galtür
Datum:
03.07.2005
Orchester:
Swarovski Musik Wattens, Stadtmusikkapelle Perjen
Dirigent:
Franz Schieferer

Weitere Werke

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