Georg Friedrich Haas: ... und ...

Georg Friedrich Haas ... und ...
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Georg Friedrich Haas: ... und ...

Kompositionsjahr:
2008/2009
Instrumentierung:
für Kammerensemble und Elektronik
Komponist:
Georg Friedrich Haas
Instrumentierung:
1 0 2 0 - 1 0 2 0 - Schl(1), Akk, Klav, Vl(3), Va(2), Vc(2), Kb(2)
Instrumentierungsdetails:
Flöte (+Picc
Afl(G))
1. Klarinette in B
2. Klarinette in B
Horn in F
1. Posaune
2. Posaune
Schlagzeug
Klavier
Akkordeon
1. Violine
2. Violine
3. Violine
1. Viola
2. Viola
1. Violoncello
2. Violoncello
1. Kontrabass
2. Kontrabass, Elektronik
Commission:
Im Auftrag von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung für das Collegium Novum Zürich
Dauer:
26’
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Hörbeispiele

... und ...
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

In der Komposition … und …  geht es um Beziehungen zwischen jeweils zwei Elementen.

Elektronik und Kammerensemble:

Die Elektronik hat einerseits ihre eigene klangliche und ästhetische Qualität. Andererseits erfüllt sie aber die Funktion, den SpielerInnen des Ensembles Tonhöhen in exakter mikrotonaler Intonation vorzugeben. Die Instrumente orientieren sich an den Tonhöhen der Elektronik, reagieren darauf – zuletzt befreien sie sich.

Rechte und linke Hälfte des Kammerensembles:

Das Ensemble ist in zwei Gruppen geteilt, anfangs realisieren beide Gruppen jeweils ein und dasselbe harmonische Feld, dann werden zwei voneinander unabhängige harmonische Felder gegeneinander gestellt. Zuletzt treffen sich die beiden Hälften des Ensembles im Unisono.

Instrumente mit fester und mit variabler Tonhöhe:

Klavier, Akkordeon und Schlagzeug können ihre Tonhöhen nicht in einer den Streich- und Blasinstrumenten vergleichbaren Weise verändern. Sie werden einerseits eingesetzt, um gegen die Welt der Obertonharmonik die andere Welt der Temperierung zu setzen, andererseits realisieren sie Obertöne in reiner Stimmung, die auf Grundtönen außerhalb der Temperierung basieren (z. B. indem der 23. Teilton in temperierter Tonhöhe realisiert wird, der dazu gehörende Grundton wird dann vom Kontrabass vier Oktaven plus einen sechsteltönig vergrößerten Tritonus tiefer gespielt).

Verschmelzung und Schwebung:

Obertonakkorde sind (wenn sie richtig intoniert werden) beinahe völlig frei von Schwebungen. Werden zwei Obertonakkorde gegeneinander gesetzt, entstehen aber zwangsläufig immer an einigen Stellen raue und scharf klingende Schwebungsintervalle.

Linie und Klang:

Am Ende des Stückes lösen sich die Instrumente von der durch die Elektronik vorgegebenen Obertonharmonik und versuchen, gegen die Gravitationskraft von sich in extrem langsamen Glissandi bewegenden Obertonakkorden eine Melodie im Unisono zu realisieren. Die Linie dieser Melodie bewegt sich im davon völlig unabhängigen Klangraum der Harmonien.

… und so weiter …

 

Am Ende des Stückes steht ein (variiertes) Selbstzitat, das einer noch nicht fertig gestellten Arbeit entnommen ist. Es handelt sich dabei um die (Variation der) Vertonung eines Textes von Else Lasker-Schüler:

Maienregen

Du hast deine warme Seele

Um mein verwittertes Herz geschlungen

Und all seine dunklen Töne

Sind wie ferne Donner verklungen.

 

Aber es kann nicht mehr jauchzen

Mit seiner wilden Wunde,

Und wunschlos in deinem Arme

Liegt mein Mund auf deinem Munde.

 

Und ich höre dich leise weinen,

Und es ist – die Nacht bewegt sich kaum –

Als fiele ein Maienregen

Auf meinen greisen Traum.

 

Georg Friedrich Haas

Sonderausgaben

... und ...

Georg Friedrich Haas: ... und ...

Dirigierpartitur
für Kammerensemble und Elektronik , 26’
Besetzung: 1 0 2 0 - 1 0 2 0 - Schl(1), Akk, Klav, Vl(3), Va(2), Vc(2), Kb(2)

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Georg Friedrich Haas: ... und ...

Studienpartitur
für Kammerensemble und Elektronik , 26’
Besetzung: 1 0 2 0 - 1 0 2 0 - Schl(1), Akk, Klav, Vl(3), Va(2), Vc(2), Kb(2)

Uraufführung

Ort:
Bern
Datum:
20.09.2008
Orchester:
Collegium Novum Zürich
Dirigent:
Enno Poppe

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