Jay Schwartz: Music for Voices and Orchestra

Jay Schwartz Music for Voices and Orchestra
Music for Voices and Orchestra

Jay Schwartz: Music for Voices and Orchestra

Kompositionsjahr:
2008
Instrumentierung:
für Stimmen und Orchester
Komponist:
Jay Schwartz
Textdichter:
Ruskin Watts
Chor:
8 S, 8 A, 8 T, 8 B
Instrumentierung:
4 4 4 4 - 6 4 4 2 - Schl(4), Str(16 14 12 10 8)
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte (+Picc)
2. Flöte (+Picc)
3. Flöte
4. Flöte
1. Oboe
2. Oboe
3. Oboe
4. Oboe
1. Klarinette in B
2. Klarinette in B
3. Klarinette in B (+Kl(Es))
4. Klarinette in B (+Kl(Es))
1. Fagott
2. Fagott
1. Kontrafagott
2. Kontrafagott
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
5. Horn in F
6. Horn in F
1. Trompete in B
2. Trompete in B
3. Trompete in B
4. Trompete in B
1. Posaune
2. Posaune
Bassposaune
Kontrabassposaune
1. Basstuba
2. Basstuba
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
4. Schlagzeug
Violine I (1. Pult)
Violine I (2. Pult)
Violine I (3. Pult)
Violine I (4. Pult)
Violine I (5. Pult)
Violine I (6. Pult)
Violine I (7. Pult)
Violine I (8. Pult)
Violine II (1. Pult)
Violine II (2. Pult)
Violine II (3. Pult)
Violine II (4. Pult)
Violine II (5. Pult)
Violine II (6. Pult)
Violine II (7. Pult)
Viola (1. Pult)
Viola (2. Pult)
Viola (3. Pult)
Viola (4. Pult)
Viola (5. Pult)
Viola (6. Pult)
Violoncello (1. Pult)
Violoncello (2. Pult)
Violoncello (3. Pult)
Violoncello (4. Pult)
Violoncello (5. Pult)
Kontrabass (1. Pult)
Kontrabass (2. Pult)
Kontrabass (3. Pult)
Kontrabass (4. Pult)
Commission:
Kompositionsauftrag des Südwestrundfunks
Dauer:
25’
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Hörbeispiele

Music for Voices and Orchestra
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Music for Voices and Orchestra ist die musikalische Umsetzung eines Chiasmus, eine musikalische Anordnung von Schnittlinien wie jene eines Kreuzes. Diese musikalische Struktur entspricht der Struktur des Gedichts „Elegy Howlers” des zeitgenössischen englischen Dichters Ruskin Watts. Phonetik und Semantik der deutschen und der hebräischen Sprache verbinden und schneiden sich in diesem Gedicht in derselben schismatischen Form in sieben Wortpaaren.  Die Sprachfamilien bilden auf diese Weise eine geographische Kreuzung der Wege, kurzgeschlossene gekreuzte Verbindungen von Orient und Okzident.

(ELEGY)                                                                                        SHOFAR ...
                HERRSCHER                                            SHAVAH
                                    HEILIG                SHOFÊT
                                                 REGEL
                                    cHOLIY                SCHOeFFE
                cHOSHECh                                               SCHUFT-DER
(HOWLERS)                                                                                   SCHUFTET ...

 

Ruskin Watts dazu: „Die Elegie ist kein Gedicht. Sie ist gemeißelter Stein, unbeschriebener Grabstein, leeres Grab, stilles Grabmal, Mauer ohne Melos, Fußspur auf einer Tontafel, sinnlose Gesetzesvorschrift, falsche Belegung, Nach-Auschwitz-Schautafel. Sie hat keinen realen Autor, und es gibt keinen authentischen Ort, an dem sie gelesen werden kann. Die Elegie thematisiert das Niemandsland zwischen Kulturen inmitten aller Unterschiede und Unterscheidungs-merkmale, inmitten geliebter Freunde und ihrer Verschiedenheiten.”   

Die gesamte Struktur der musikalischen Komposition basiert auf dieser Kreuzung im Text. Die Musik ist eher architektonisch angelegt als anekdotisch, eher objektiv konstruiert als den Text beschreibend. Zwei diametral entgegengesetzte Linien nähern sich einander in einer ausgedehnten musikalischen Entwicklung allmählich und beharrlich an. 

Die hebräischen Worte beginnen mit einem lautlosen cHOSHECH, erreichen polternde Tiefen und steigen in einem langsamen und gewaltigen, zunehmend verzierten Glissando auf, um bei SHOFAR zu enden und sich in nicht mehr wahrnehmbare Höhen zu verlieren. Die deutschen Worte dagegen beginnen zeitgleich in hellstem, weißem Rauschen mit dem Wort HERRSCHER und sinken in kontrapunktische Glissandi ab, um mit SCHUF(TET) in äußerster profundis zu enden. Die Linien schneiden sich in zentralem Unisono in dem Wort REGEL, einem Wort, das phonetisch sowohl im Deutschen als auch im Hebräischen gebräuchlich ist. Seine Bedeutung im Deutschen ist „Regel“ und im Hebräischen „Fuß.  (Die Tatsache, dass diese Worte eine gemeinsame Phonetik, aber verschiedene Bedeutungen haben, bildet die Grundlage von Watts' Sprachphilosophie und erweckt eine endlose Kette historischer und kultureller Assoziationen.)  Das Tutti-Orchester und alle Stimmen hallen in diesem Einklang auf dem tiefen D. wider. Alle Kräfte bleiben auf dem mittleren Punkt ihrer gemeinsamen Register gebündelt – ein kathartisches Ereignis, das eine Reihe von Trichterklängen einleitet (jeder von ihnen ein winziger Teil aus der ersten Hälfte des Stücks). Hier verschmälern sich wiederholt große Terzen zu Mikrointervallen und Einklängen, eine Entwicklung, die eine eindringliche Passage mit komplexen, konsonanten Akkorden entstehen lässt, die näher kommen, auftreten und weiter ziehen. Die verschlungenen Linien lösen sich nach und nach voneinander und entschwinden in einem gespiegelten Bild der ersten Hälfte des Stücks in diametral entgegengesetzte Richtungen. 

Der strenge Rahmen der Komposition bietet dem großen Bogen einer nachvollziehbaren Form Raum und lässt gleichzeitig ein komplexes Netzwerk kontrapunktischer Stimmen zu. Der strenge Rahmen der Komposition bietet dem großen Bogen einer nachvollziehbaren Form Raum und lässt gleichzeitig ein komplexes Netzwerk kontrapunktischer Stimmen zu. Der extreme Umfang der Instrumentierung von schneidenden Höhen bis hin zu Sub-Bässen, analog zu den weiten Flügeln des X, sowie die stringente Zusammenstellung der mikrotonalen Intervalle drücken das Exzessive und das Ursprüngliche in der Musik aus. 

Jay Schwartz

Sonderausgaben

Music for Voices and Orchestra

Jay Schwartz: Music for Voices and Orchestra

Studienpartitur
für Stimmen und Orchester , 25’
Besetzung: 4 4 4 4 - 6 4 4 2 - Schl(4), Str(16 14 12 10 8)

Uraufführung

Ort:
Stuttgart
Datum:
29.11.2008
Orchester:
SWR RSO Stuttgart
Dirigent:
Matthias Pintscher

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