Johannes Maria Staud: Berenice. Suite 1

Johannes Maria Staud Berenice. Suite 1
Berenice. Suite 1

Johannes Maria Staud: Berenice. Suite 1

Kompositionsjahr:
2003/2004–2006
Instrumentierung:
für Ensemble und Tonband
Komponist:
Johannes Maria Staud
Instrumentierung:
1 0 1 0 - 1 2 2 0 - Schl(2), Harm, Klav, Sax, Vl(2), Va(2), Vc(2), Kb
Instrumentierungsdetails:
Flöte (+Picc
Afl(G)
Bfl)
Klarinette in B
Saxophon (Ssax(B)
Asax(Es)
Tsax(B)
Barsax(Es))
Horn in F
1. Trompete in C (+klTrp)
2. Trompete in C (+FlgHr)
Posaune
Kontrabassposaune (+Kbtb)
1. Schlagzeug (1 Spieler): Glockenspiel, Vibraphon, Gongs, 2 Crash-Becken [mittel, hoch], 2 Chinesische Becken [mitteltief, mittelhoch], Shell-Chimes [mittelhoch], Ride-Becken [tief], 2 Triangel [mittelhoch, sehr hoch], Tamburin, Donnerblech [sehr tief], 3 Darabukkas [oder 2 Bongos und 1 Congo], 2 Holzkisten [sehr tief, tief], Tam-Tam [sehr tief])
2. Schlagzeug (1 Spieler): Crotales, Marimbaphon, Gongs, Crash-Becken [mittelhoch], 2 Chinesische Becken [mitteltief, hoch], Ride-Becken [mittel], Sizzle-Becken [mittel], 4 Schnarrsaitentrommeln [Rührtrommel, Tenortrommel, Militärtrommel, kleine Trommel], 2 Holztrommeln [sehr tief, tief], Woodchimes, Sandblock, Donnerblech [sehr tief], 2 Tam-Tams [mitteltief, hoch], große Trommel)
Harmonium
Klavier
1. Violine (+Trgl)
2. Violine (+Trgl)
1. Viola
2. Viola
1. Violoncello
2. Violoncello
Kontrabass
Dauer:
20’
Mehr Weniger

Hörbeispiele

Berenice. Suite 1
00:00

Werkeinführung

In diesen beiden Ensemblewerken, die gemeinsam oder getrennt aufgeführt werden können, wird Musik aus meiner Oper Berenice, die im Mai 2004 bei der Münchener Biennale uraufgeführt wurde und im November 2005 am Theater Heidelberg in einer revidierten und gekürzten Fassung Premiere hatte, nach völlig eigenständigen dramaturgischen Gesichtspunkten zusammengestellt.

Die Musik zu Berenice tritt in den Suiten allein in das Zentrum der Aufmerksamkeit, wird Hauptsache. Sie muss nun das Libretto - Durs Grünbein nach Edgar Allan Poe - ebenso ersetzen, wie sie das Wegfallen der optischen und dramatischen, die Stimmung suggestiv beeinflussenden Komponenten Sänger/Schauspieler/Inszenierung/Bühnenbild/Ausstattung/ Beleuchtung/Video usw. zu kompensieren versuchen muss.

Poes Gothic Story aus dem Jahr 1835 schwingt allenfalls noch in Allusionen mit, bricht 'zwischen den Zeilen' hervor. Ihre Grundkonflikte Meditation und Hysterie, Schönheit und Verwesung, Intimität und Horror werden nun, auch wenn sie das Komponieren maßgeblich inspiriert haben, in 'absolute' Musik transformiert. Berenice. Suiten I [&] II funktionieren deshalb nach von der Oper entkoppelten dramaturgischen Gesetzen, was auch einen anderen Umgang mit der Zeit erforderte. Vieles wurde gestrichen, Übergänge verknappt, entfernt liegende Szenen zusammen geführt, zusammen gehörende Teile aufgebrochen und umgruppiert. Das Wegfallen der Sänger und Schauspieler führte zudem zu erheblichen Uminstrumentierungen.

Berenice. Suite I (ca. 28’) ist als Strang mehrerer entwickelnder Variationen, die mit Fortdauer des Stückes in Wechselwirkung/Kollision treten, labyrinthartig angelegt. Außerdem tritt ein live ausgesteuertes, um das 19-köpfige Ensemble kreisendes, achtkanaliges Tonband, dessen Klänge von diversen Metallbearbeitungsmaschinen abgeleitet sind, zum instrumentalen Geschehen.

Berenice. Suite II (ca. 12’) setzt stilistisch einen Kontrapunkt und vereint die Songs der Oper zu einem Medley.

Berenice. Suite I ist Durs Grünbein, dem Librettisten der Oper, und Berenice. Suite II Claus Guth, dem Regisseur und Christian Schmidt, dem Bühnenbildner der Opern-Uraufführung in Freundschaft gewidmet.

Johannes Maria Staud

Uraufführung

Ort:
Hamburg
Datum:
31.05.2007
Orchester:
Ensemble Modern
Dirigent:
Franck Ollu

Weitere Werke

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!

Sie bekommen regelmäßig Informationen über neue Notenausgaben mit Gratis-Downloads, aktuelle Gewinnspiele und News zu unseren Komponistinnen und Komponisten.