Mauricio Kagel: Hallelujah

Mauricio Kagel Hallelujah
Hallelujah

Mauricio Kagel: Hallelujah

Kompositionsjahr:
1967-1968
Instrumentierung:
für Stimmen
Komponist:
Mauricio Kagel
Chor:
3 Versionen: a) Gesangschor (4S, 4A, 4T, 4B); b) Sprechchor (8S, 8A, 8T, 8B); c) Gesangs- und Sprechchor zusammen
Anmerkungen:
1) Zu jeder der drei Besetzungsmöglichkeiten können "Improvisation ajoutée" (Musik für Orgel) und/oder "Phantasie" für Orgel und Obbligati hinzugefügt werden. 2) Filmfassung (47'): Westdeutsches Fernsehen, Köln (1968/1969). Vom Verlag lieferbar: Videoband System VHS, U-Matic und Betamax; Filmkopie 16mm / Lichtton und 16mm / Magnetton.
Dauer:
15–40'
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Hallelujah ist als ein Werk absoluter Musik konzipiert: weder die Vertonung eines bedeutungsschwangeren Textes noch ein bestimmter Handlungsablauf liegen dieser Vokalkomposition zugrunde. Es wird vorwiegend in einer Art vielversprechendem Küchenlatein gesungen; eine quasi Sprache, die hier nach musikalischen Prinzipien und den Erfordernissen der stimmlichen Artikulation frei zusammengestellt wurde. Lateinähnliche Wörter kommen häufig vor, sowie zungenschwere Latinismen, liturgische Sprachstörungen, sinnentstellende Deklinationen und verschwommene Ausdrücke der Fachtheologie. Dieses lateinische Kauderwelsch steht für eine erhabene Sprache ebenso stellvertretend wie das Wort Hallelujah für das eigentlich Unaussprechbare, für das unaussprechbare Lob. Das Werk ist für Gesang- und/oder Sprachstimmen geschrieben. Von einer vollständigen Besetzung kann jedoch abgesehen werden, da die Großform des Stückes nicht festgelegt wurde, um Ausführende und Dirigenten vom Zwang des Wiederholens einer bereits erprobten Fassung zu befreien. 16 Solopartien für je vier Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassstimmen und 8 Tuttiabschnitte a cappella sind den Sängern als Grundmaterial gegeben. Jeder Mitwirkende ist bei der Ausführung seiner Solopartie unabhängig von den anderen Sängern. Er pausiert stets am Ende eines Taktes, der mit einer Fermate unbestimmter Dauer versehen ist, und setzt bei neuem Zeichen des Dirigenten wieder ein. Ein fortlaufender Wechsel der Dichte (Anzahl der beteiligten Sänger) und der Farbigkeit des Ensembles (Stimmenbesetzung) ist anzustreben. Die Tuttiabschnitte können den Verlauf der Soli unterbrechen oder gleichzeitig durch einen zweiten Chor bzw. Tonband wiedergegeben werden. Klänge nichtvokalen Ursprungs – aus der Instrumentalkomposition Montage – sind möglich. Eine endgültige Aufstellung wird nicht vorgeschlagen; sie ist je nach räumlicher Gegebenheit vorzunehmen: alle Mitwirkenden auf der Bühne, auf Bühne und Saal verteilt, nur im Saal, im Saal und hinter der Bühne usw. gehen, sitzen, stehen, liegen, lautlose Aktionen realisieren, tanzen, auf dem Fußboden rollen, Requisiten tragen: der Phantasie der Ausführenden in Bezug auf eine geräuschlose, individuelle Inszenierung ist keine Grenze gesetzt.

Mauricio Kagel

Aus dem Programmheft zum 5. Konzert im Abonnement musica viva, 9. Mai 1975

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