Mauricio Sotelo: Como llora el agua ...

Mauricio Sotelo Como llora el agua ...
Como llora el agua ...

Mauricio Sotelo: Como llora el agua ...

Kompositionsjahr:
2008
Instrumentierung:
für Gitarre
Komponist:
Mauricio Sotelo
Solisten:
Gitarre
Commission:
Commissioned by MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik – Festival of Contemporary Music / Berliner Festspiele”.
Dauer:
12’
Widmung:
Juan Manuel Cañizares, con profunda amistad
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Hörbeispiele

Como llora el agua ...
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Werkeinführung

Die größte Schwierigkeit, auf die ein Komponist bei der Auseinandersetzung mit der Gitarre stößt, ist zweifelsohne die „Handhabung“ des Instruments: die Abhängigkeit von den Positionen der linken Hand zur Erzeugung der Klänge. Deswegen ist es fast unmöglich, Kompositionen für Gitarre zu schreiben, wenn man nicht selbst das Instrument gespielt hat, wenn man die Saiten nicht unter den eigenen Fingern hat schwingen spüren, wenn man nicht ihre Grenzen kennt. Da ich als Kind von Musik (buchstäblich) träumte, musste ich zur Gitarre, dem einzigen Instrument in meinem Elterhaus, greifen, den Corpus der Gitarre umschlingen, um den Versuch zu unternehmen, die Musik, die nachts durch meinen Kopf ging, in reale Klänge zu verwandeln. Heute geht es mir mit Como llora el agua… hingegeben darum, ein Instrument zu erfinden, um dann, wie Helmut Lachenmann zu sagen pflegt, aufs Neue zu lernen, wie man es spielt.

Der Kompositionsprozess dieses Werkes beginnt mit der Suche nach einer „Scordatura“, einer modifizierten Stimmung, die von der herkömmlichen Klangwelt abweicht und das harmonische Zentrum der Komposition abgibt (C, G, d, g#, h, d#). Sozusagen eine harmonische Schwerkraftachse oder ein „solarer Akkord“, wie ich ihn gern nenne, in einem System aus „unendlichen Sonnen“ (Giordano Bruno).

Die „Scordatura“ zwingt einen dann, die Handhabung des Instruments neu zu erfinden. Der Weg beginnt damit, dass die Saiten in der Luft „gestreichelt“ werden – arpeggio espressivo – und die Finger allmählich auf dem Griffbrett eine Spirale der Klänge entstehen lassen, die sich miteinander verweben. In einer zentrifugalen Bewegung zu neuen Klangwelten hat die linke Hand sich neu anzueignen, wie sie auf dem Gitarrenhals läuft, sich neu zu orientieren, neu zu verorten, und es ist die rechte Hand, die ihr beibringt, wie sie den Klangraum erschließt, der eigentlich nichts anderes ist als der urtümliche „canto de gemido“, der Wehklang des Flamencos. Die rechte Hand durchkreuzt Felder, die den Duft der Flamenco-Stile wie Soléa, Bulería, Tarantos und Seguiriya heraufbeschwören. Der neue, bislang unbekannte Klang kommt heute mit edler Ausstrahlung und gereiftem Geschmack unter dem Titel „Flamenco Espectral“ zur Erscheinung. Wie ein Sonnenaufgang wird er neu geboren aus den wundervollen Fingern meines Freundes Juan Manuel Cañizares.

Mauricio Sotelo

Deutsche Übersetzung © Sara Costa-Sengera
(zur weiteren Verwendung und Abdruck bitte die Übersetzerin kontaktieren)

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Sonderausgaben

Como llora el agua ...

Mauricio Sotelo: Como llora el agua ...

für Gitarre , 12’

Uraufführung

Ort:
Berlin
Datum:
13.03.2008

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