Mauricio Sotelo: Cripta – Música para Manuel de Falla

Mauricio Sotelo Cripta – Música para Manuel de Falla
Cripta – Música para Manuel de Falla

Mauricio Sotelo: Cripta – Música para Manuel de Falla

Kompositionsjahr:
2010/2012
Instrumentierung:
für Ensemble und Elektronik
Komponist:
Mauricio Sotelo
Instrumentierung:
1 0 1 0 - 0 0 0 0 - Schl, Git, Hf, Klav, Vl, Va, Vc, Kb, Elektr
Instrumentierungsdetails:
Flöte (+Afl(G))
Klarinette in B (+Bkl(B))
Schlagzeug
Gitarre
Harfe
Klavier
Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Elektronik [Schlagzeug: Marimba, Pauken, Pauke + Becken, Tabla-Set]
Dauer:
15’
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Von den vielen intensiven Erinnerungen in meinem musikalischen Leben, wäre es mir unmöglich das Bild meines Sohnes Mauri jr. – so nennen wir ihn zu Hause – zu vergessen, wie er in einer Haltung von tiefstem Respekt vor dem Grab von Manuel de Falla auf den Knien lag, in der Krypta, die wir gerade unter dem Hauptaltar und schon unter dem Meeresspiegel in der Kathedrale von „Santa Cruz sobre las Aguas“ in Cádiz entdeckt hatten. Mein Sohn kannte schon die außergewöhnliche Musik von Don Manuel, unter anderem über das Ballett „El Loco“ (Der Narr), das ich für das Spanische Nationalballett geschrieben hatte – dieses Ballet wurde im September 2004 im Teatro Real in Madrid uraufgeführt, wo die Musik von de Falla abwechselnd mit meiner frisch komponierten Musik gespielt wurde – und er wusste ganz genau, wie wichtig unser Komponist im Panorama der Weltmusik ist und wie sehr sein Vater (ich) davon begeistert war, wie fruchtbar, als Gedanke, seine Beziehung zum Dichter aus Granada Federico García Lorca war.

Mein Freund Mauro Ceccanti hat mich schon vor einigen Jahren dazu angeregt, eine Hommage an Manuel de Falla zu schreiben. Das vorliegende Werk ist Mario Ceccanti und seiner Familie gewidmet und dient als Gedenkstück zum 20. Jubiläum der Gründung des Contempoartensemble. Das Werk ist für ein Instrumentalensemble komponiert, das in drei Gruppen oder „Chöre“ aufgeteilt ist: (I: Flöte, Harfe und Bassklarinette; II. Geige, Viola, Violoncello und Guitarre; III. Schlagzeug, Klavier, Kontrabass und Elektronik). Am Anfang wird ein zarter Klangschleier langsam auf dem Harmoniespektrum von C ausgebreitet, so dass, als Einführung sozusagen, in einer konstant sich beschleunigenden Bewegung er uns zu einer pochenden Textur führt, deren Getrommel der Beginn eines fernen Tanzes oder eines leisen Regens ist, deren Tropfen mit andauernder Besessenheit klopfen, in einer Art von Dreierwirbeln auf den Dächern einer im Geiste herauf beschworenen oder aus dem Gedächtnis gemalten Stadt Cádiz.

Nach einem immer intensiveren Sturm von aufsteigenden Skalen, wie Finsternisblitzen, wie prasselnde Lichter und Schatten, folgt eine Textur im pianissimo, die uns in ihrer wellenförmigen Bewegung, eine verführerische leichte Brise, Meeres- und Blütendüfte und das ferne Gemurmel von versteckten Marktplätzen ins Gedächtnis bringt. Am Schluss explodiert die Freude in einem sinnlichen Klang mit Schwindel erregendem Rhythmus, wie ein „scherzo“. Eine Bulería, am Ende, auf Spektralkaskaden, die sich auf Harmoniesäulen stützen, so dass die Musik an die phrygische Skala oder an ihre „andalusische“ oder „Flamenco“-Variante erinnert. Am Schluss, um diese Architektur des Gedächtnisses abzuschließen, kommt ein „Lamento“, ein Klagelied auf der Grundlage der traditionellen Formen wie die „Toná“ oder „Martinete“.

Maurico Sotelo

Uraufführung

Ort:
Firenze
Datum:
20.12.2010
Orchester:
Contempoartensemble
Dirigent:
Mauro Ceccanti

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