Mauricio Sotelo: De imaginum, signorum, et idearum compositione I

Mauricio Sotelo De imaginum, signorum, et idearum compositione I
De imaginum, signorum, et idearum compositione I

Mauricio Sotelo: De imaginum, signorum, et idearum compositione I

Kompositionsjahr:
1995/1996
Instrumentierung:
für Ensemble
Komponist:
Mauricio Sotelo
Instrumentierung:
Fl, Kl, Asax(Es), Tsax(B) - Schl (2) - Klav - Vc, Kb
Instrumentierungsdetails:
Flöte (auch Picc. u. Altfl.), Klarinette (auch Bassklar.), Alt- u. Tenorsaxophon - Schlagzeug (2) - Klavier - Violoncello, Kontrabass
Commission:
Klangforum Wien und der Wittener Kammermusiktage
Dauer:
14’
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Hörbeispiele

De imaginum, signorum, et idearum compositione I
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Giordano Bruno (1548 - 1600) widmete einen Großteil seiner Traktate dem Studium und der Ausarbeitung magisch-mnemonischer Systeme, wobei sein letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Werk De Imaginum signorum et idearum compositione das ausgefeilteste Instrument der Künste innerhalb Brunos Religion vom Geist war. Es ist dies ein Ordnungssystem, das auf dem Raum als erstem Ausdruck der geistigen Inhalte basiert; einem Raum, der den Symbolischen Elementen, die ihn charakterisieren, eine essentielle Rolle zuschreibt und in dem die Begriffe Ort und Materie miteinander verschmelzen. Bruno verwandelt diese Einheit Raum-Materie in ein rationales, von Geist und Intelligenz durchdrungenes Objekt, in ein Raum-System und in ein Prinzip der psychischen und geistigen Ordnung. Ein Ort, der imstande ist, all die unendlich vielen Nuancen der Vibrationen des Klangs und des Lichts aufzunehmen und zu entfalten, die bei der Reibung der Erfahrung mit den äußersten Rändern der Intimität der Seele entstehen.

Die Struktur unseres Werkes De Imaginum ist aufgebaut auf den Angaben Brunos für den Aufriss des locus memoriae - dem Ort der Erinnerung - eine einzigartige gespenstische Architektur, die aus und in der Leere ensteht. Es ist dies eine "Konstellation" von geistigen Vorfeldern und Feldern, die wie eine gauklerische architektonische Maschinerie in sehr langsamer, kreisförmiger Verlagerung nach und nach von Klangbildern bevölkert wird, die sich in einem Raum-System von verwickelten assoziativen Ordnungen bewegen. Tönende Architektur als Theater der Imagination, Klang als universaler Ort und universale Materie, als ausgedehnte Substanz und als monströse, unendliche Leere, die von Energie und Dynamik strotzt. Architektur des Hörens, die die Schrift als Raum-System durchläuft und an jedem Punkt verweilt, um die klangerzeugenden Elemente (Geschwindigkeit, Lauf und Druck des Bogens; Ansatzdruck oder Luftmenge...) zu verschmelzen, aber auch um dieses kleine Universum wieder in tausend Stücke zu zersprengen. 'Mikro-Tonalität', aber nicht als expansiver harmonischer Prozess, sondern als Entfaltung der Klangqualität in ungezählte Intensitäts-, Gewichts- und Helligkeitsgrade.

Mauricio Sotelo

Sonderausgaben

De imaginum, signorum, et idearum compositione I

Mauricio Sotelo: De imaginum, signorum, et idearum compositione I

Studienpartitur
für Ensemble , 14’
Besetzung: Fl, Kl, Asax(Es), Tsax(B) - Schl (2) - Klav - Vc, Kb

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