Mauricio Sotelo: Klang-Muro ... II

Mauricio Sotelo Klang-Muro ... II
Klang-Muro ... II

Mauricio Sotelo: Klang-Muro ... II

Kompositionsjahr:
2012
Instrumentierung:
für Ensemble
Komponist:
Mauricio Sotelo
Instrumentierung:
2 0 2 0 - 0 0 1 0 - Schl(2), Klav, Tsax(B), Vl(2), Va, Vc(2), Kb
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte (+Picc)
1. Klarinette in B
2. Klarinette in B
Tenorsaxophon in B
Posaune
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
Klavier
1. Violine
2. Violine
Viola
1. Violoncello
2. Violoncello
Kontrabass
Widmung:
a Reinhart Meyer-Kalkus
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Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Im Oktober 2009 hat das Wiener Musikensemble Klangforum in Graz und in Wien mein Werk Klang-Muro…I uraufgeführt. Mit diesem Ensemble verbinden mich seit seiner Gründung im Jahre 1985 unzählige Musikerlebnisse, die bereits Teil meiner Klangsprache geworden sind, sowie eine starke Freundschaft und Zuneigung.

Dieses Werk, wie fast meine gesamte Musik, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit mit bestimmten Interpreten, mit denen ich einen Teil meiner eigenen Musiksprache entwickelt habe. Mit diesem Klang-Muro…II konnte es auch nicht anders sein, denn das Instrumentalensemble Grup Instrumental de Valencia ist das Ensemble, mit dem ich die meisten Konzerte in Spanien gegeben habe und mit dem ich eine intensive pädagogische Arbeit betrieben habe, und zwar sowohl in den Kursen von Mollina als auch im ständigen Seminar für Komposition dieser Gruppe.

Während ich in KlangMuro…I zwei Soloinstrumenten hatte, nämlich Flöte und Kontrabass, so liegt die Betonung in diesem neuen Werk bei den Linien der beiden Geigen, insbesondere bei der ersten Geige, die für Maria Carmen Antequera gedacht war. Eine Art Eröffnungsschleier offenbart dem Hörer eine Serie von herab fallenden Kaskaden, aufgebaut auf einem Spektrum von violett getöntem Licht, das nach und nach eine intensivere Brombeerfarbe annimmt und dessen absteigendem Flug auf der Note A ruht. Als Hintergrund verwandelt sich ein Harmoniespektrum auf derselben Tonlage A allmählich in eine intensivere Textur (in der technischen Sprache würde man von der Entstehung eines „chord-morphing“ zwischen der Serie von Harmonien 1,2,4,8,32,64 auf einem Fundament von A (3300 midic) und einem Schlussakkord bestehend aus den Harmonien 1,3,5,7,9,12,15,18,21,25,29,33,37 sprechen). Dieser Prozess entwickelt sich in 21 Schritten harmonischer Modulation.

Dieses Gewebe mündet in ein Universum aus tiefen, schweren, fast maritimen Tönen, deren harmonische Glitzerlichter – „Diamanter“ – von den beiden Geigen gesungen werden, so wie die Lichtreflexe des Himmels auf dem Meer. Hier würde Alberti sagen: „Meer: immenser Himmel, der vom Himmel herabgefallen ist“ oder vielleicht auch wie die Ölfarbe auf der 1970 von dem genialen Maler Gerhard Richter gemalten Leinwand mit dem Titel „Seestück“ (so sehr hat mich dieses Ölgemälde in der Retrospektive von 2012 in der Nationalgalerie in Berlin beeindruckt). Auf diese langsame, gemächliche „Bewegung“ folgt eine Struktur, die sich wie eine Spirale oder Band oder eine Schleife auf einer Drehscheibe oder einem Dreierrhythmus dreht, tanzt und sich verflicht, so dass man sich an den Herzschlag einer Bulería aus Jerez erinnert. In ihrer spiralförmigen Bewegung bereitet diese Schleife – oder Locke – den Eingang zu einer Kadenz der ersten Geige vor, die auf das Material aufgebaut ist, das bereits im vorangehendem „Scherzo“ angekündigt wird. Eine wellige Fläche mit schnellen Reflexen, aber statisch, führt uns zu der erneuten Aufführung mit Variationen der Lichtkaskaden des ersten Teils, diesmal umgekehrt in aufsteigender Richtung, mit komprimierter Architektur und auf einer spektralen Achse auf der Note E. Diese Musik bereitet schon das Material vor, auf dem sich die „Coda“, das Schlussstück entwickelt… Eine pochende Skala, die sich in immer stärkeren Wellen wiederholt „Wie eine Welle aus Kraft und Licht“, wie mein Lehrer Luigi Nono schon mal gesagt hat.

In Dankbarkeit an Joan Cervero undzu allen Musikern des Ensembles „Grup Instrumental de Valencia“. Für Inmaculada Tomás und für Jordi Bernàcer, der die Uraufführung dirigiert. Die Partitur widme ich meinem Freund Reinhart Meyer-Kalkus.

Mauricio Sotelo

Uraufführung

Ort:
Valencia
Datum:
29.05.2012
Orchester:
Grup Instrumental de Valencia
Dirigent:
Jordi Bernàcer

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