Mauricio Sotelo: Muros de dolor... V: José Ángel Valente – memoria sonora

Mauricio Sotelo Muros de dolor... V: José Ángel Valente – memoria sonora
Muros de dolor... V: José Ángel Valente – memoria sonora

Mauricio Sotelo: Muros de dolor... V: José Ángel Valente – memoria sonora

Kompositionsjahr:
2009
Instrumentierung:
für Violine und Live-Elektronik
Komponist:
Mauricio Sotelo
Solisten:
Violine
Dauer:
10’
Widmung:
con Raquel Rivera a la memoria de Valente
Mehr Weniger

Werkeinführung

Alle Kompositionen der mit Muros de dolor (Mauern des Schmerzes) betitelten Serie folgen derselben Idee: sie wünschen sich, ein Lamento zu sein, ein Lied des Ächzens – sie wollen den Schmerz und die tiefe Trauer der Seele ausdrücken.

Ihr starker und expressiver Charakter wird durch die präzise kalkulierte Abfolge von „Mikrointervallen“ und einer erweiterten Palette an „Mikroqualitäten“ der Klangfarbe erreicht. Allen Stücken liegt ein Stil oder „palos“ des andalusischen „cante hondo“ zugrunde, verbunden mit dem Ausdruck von Schmerz. In diesem Fall handelt es sich um die sogenannte Soleá (Einsamkeit): einer der reichsten Stile des Flamencos, sehr schwer zu interpretieren.

Ausserdem ist die Soleá dieser Komposition als Anerkennung an den großen Dichter José Ángel Valente zu verstehen. Dieser schrieb in seinem unentbehrlichen Essay Die abgrundtiefe Erfahrung: „Der Kantaor singt und ‚singt für sich selbst‘, er singt an seine eigene Innerlichkeit, zieht uns mit sich. Er singt an sein eigenes Innerstes, in einer Stimme die sich absetzt und sich in die engsten Schluchten der Seele zurückzieht.“ Die zwischen Takte 14 und 41 erklingende Melodie ist eine Soleá, aber keine traditionelle – weder Transkription noch Zitat: es ist eine neue Soleá, eine Melodie, die das dramatische Befinden des ursprünglichen Liedes neu erschafft und wieder erfindet – mit einer endlosen Skala von Mikroqualitäten im Klang (ich habe eine sehr detaillierte Spektralanalyse des traditionellen Modells ausgeführt): eine Melodie des heutzutage betitelten „Spektral-Flamenco“ von Sotelo. Die aufeinanderfolgenden Phasen der Komposition zeigen verschiedene Profile der „inneren Stimme“ der Solea, wodurch ihre ausdrucksfähige Beschaffenheit von verschiedenen Seiten beleuchtet wird.

Dieses Werk wurde erstmals in Ourense – dem Geburtstort von José Ángel Valente – von Raquel Rivera, einem Violinisten, dessen Familie eine enge und intensive Beziehung zu dem Dichter pflegte, aufgeführt. Das Konzert fand im Rahmen einer Konferenz zu dessen Ehren am 24. September 2009 statt.

Mauricio Sotelo

Sonderausgaben

Muros de dolor... V: José Ángel Valente – memoria sonora

Mauricio Sotelo: Muros de dolor... V: José Ángel Valente – memoria sonora

für Violine und Live-Elektronik , 10’

Uraufführung

Ort:
Ourense
Datum:
24.09.2009

Weitere Werke

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!

Sie bekommen regelmäßig Informationen über neue Notenausgaben mit Gratis-Downloads, aktuelle Gewinnspiele und News zu unseren Komponistinnen und Komponisten.