Nikos Skalkottas

Nikos Skalkottas Biographie

Ist Nikos Skalkottas (1904–1949) der letzte große „unentdeckte” und „missverstandene” Komponist des zwanzigsten Jahrhunderts? Möglicherweise. Norman Lebrecht beschreibt ihn als „Schüler Schönbergs, der mit einer Botschaft, die niemand hören wollte, nach Athen zurückkehrte, für einen Hungerlohn Violine spielte und mit 45 Jahren starb” (1992, S. 327) und bringt damit auf den Punkt, wie dieser oftmals marginalisierte griechische Komponist am häufigsten wahrgenommen wurde.

In den 1920er Jahren aber war Skalkottas ein vielversprechender junger Komponist in Berlin und zwischen 1927 und 1932 ein Student Schönbergs. Erst nach seiner Rückkehr nach Griechenland im Jahr 1933 wurde er, von seinen Landsleuten gemieden und Feindseligkeit sowie harter Kritik ausgesetzt, zur anonymen und obskuren Figur. Er war ein junger, ikonoklastischer Komponist, der seine eigene musikalische Sprache zu einer Zeit gefunden hatte, in der die Kunstmusik Griechenlands noch nach ihrer eigenen Identität suchte, aber vor allem die konservativen und zutiefst nationalistischen Ideale der politischen und kulturellen Umgebung reflektierte.

Obwohl Skalkottas in seiner Musik Elemente griechischer Volksmusik absorbierte und fantasievoll anwendete, passte er sich der herrschenden folkloristischen musikalischen Ästhetik seiner Landsleute nicht an. Stattdessen sind sein Kompositionsstil und seine harmonische Sprache sowohl von stilistischer Variation als auch von stilistischer Synthese gekennzeichnet – Tonalität und Zwölftonmusik. Während seiner gesamten Karriere komponierte er oft Zwölftonmusik, atonale und tonale Werke gleichzeitig oder abwechselnd, und er setzte gelegentlich verschiedene harmonische Ausdrucksweisen im selben Stück ein. Der oft missverstandene Skalkottas komponierte seine Zwölftonwerke bis zu seinem Tod in völliger Isolation, verfeinerte seine ihm eigene musikalische Sprache und blieb seinen hohen Idealen treu. In der jüngeren Geschichte, im zwanzigsten Jahrhundert, wird die Wahrnehmung Skalkottas’ neu bewertet. Heute wird er als eine Leitfigur der frühen musikalischen Moderne Griechenlands angesehen.

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