Nikos Skalkottas: 5 griechische Tänze

Nikos Skalkottas 5 griechische Tänze
5 griechische Tänze

Nikos Skalkottas: 5 griechische Tänze

Katalognummer:
aus A/K 11
Kompositionsjahr:
1931-1936
Untertitel:
1-5
Instrumentierung:
für Orchester
Komponist:
Nikos Skalkottas
Herausgeber:
Walter Goehr
Instrumentierungsdetails:
2 2 2 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl - Str
Inhaltsverzeichnis:
Peloponnisiakos 1 (Ser. I/3)
Epirotikos 1 (Ser. I/4)
Epirotikos 2 (Ser. III/2))
Hostianos (Ser. III/1)
Kleftikos (Ser. III/3)
Anmerkungen:
Studienpartitur erhältlich bei Musikproduktion Höflich: www.musikmph.de
Dauer:
14’
Widmung:
to M. Benakis
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56,50 €

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Hörbeispiele

5 griechische Tänze
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Werkeinführung

Nikolaos Skalkottas wuchs zunächst auf Euböa in musikbegeistertem Milieu heran. Die Familie zog nach Athen, und der Fünfjährige begann mit dem Geigenspiel. Bereits mit zehn Jahren studierte er am Athener Konservatorium, wo er 1920 mit Beethovens Violinkonzert bravourös abschloss. Ein Stipendium brachte ihn nach Berlin in die Meisterklasse von Willy Hess. Er erwarb sich einen Ruf als hervorragender Virtuose und hochsensibler Kammermusiker. 1923 entdeckte er recht plötzlich seine Leidenschaft fürs Komponieren und nahm Stunden bei Paul Juon und Robert Kahn. Bald wurde die vielversprechende geigerische Laufbahn in den Hintergrund gedrängt. Skalkottas’ frühe Werke, darunter eine ambitionierte Sonate für Solovioline, entstanden im Umfeld von Ferruccio Busonis „Neuer Klassizität“, und Busonis nächststehender Schüler Philipp Jarnach wurde sein erster prägender Lehrer. Als Jarnach 1927 Berlin verließ, trat Skalkottas in die Klasse Arnold Schönbergs ein, der ihn bald hoch schätzte, und erhielt daneben zeitweise Unterricht von Kurt Weill. Er entwickelte schnell seine eigene Art der Reihentechnik, indem er seine Werke auf unterschiedlichen, einander kontrapunktierenden Zwölftonreihen aufbaute, die in harmonisch reizvolle Wechselwirkung treten und quasi-tonale Felder entstehen lassen. Hierin setzte er sich selbstbewusst von Schönberg ab. 1931 endete die Unterweisung bei Schönberg, und im Mai 1933 reiste Skalkottas überstürzt nach Griechenland zurück – mit leeren Händen: seine Lebensgefährtin, mit der er zwei Kinder hatte, und sämtliche Manuskripte blieben in Berlin. Ungefähr 60 seiner ca. 170 Werke sind deshalb heute verschollen. In Griechenland begegnete man ihm mit Ressentiments und Verständnislosigkeit. Er verdiente sein Brot als Orchestergeiger, lebte zurückgezogen und sprach mit fast niemandem über sein Schaffen, das in der Isolation immer kühner und charakteristischer wurde.

Zwischen 1935 und 1945 schuf er ein immenses Œuvre von zunehmender struktureller Komplexität und architektonischer Meisterschaft, das in Werken wie der ursprünglich als Opernvorspiel geplanten, vielgestaltig packenden Sinfonie „Die Heimkehr des Odysseus“ (1942) und der unvollendeten Zweiten Orchestersuite gipfelt. Zu letzterer gehören das weitgespannte Largo sinfonico und die zackig herausfahrende Ouverture concertante (1944-45). Skalkottas erweist sich als fantasievoller, vertikale Balance und weitflächige Steigerungen überlegen disponierender Orchestrator, der 1940 eine „Technik der Orchestration“ verfasste, die bis heute Manuskript geblieben ist. Eine womöglich angestrebte Fusion des folkloristischen Idioms seiner Griechischen Tänze mit den freitonalen, neoklassizistischen und zwölftönigen Ausdrucksmitteln sollte Skalkottas nicht mehr erreichen. Er starb viel zu früh an den Folgen eines unbehandelten Bruchs.

Zwischen 1931 und 1936 komponierte Skalkottas 36 Griechische Tänze in drei Folgen zu je zwölf Tänzen. Sie sind bis heute in ihrem zündenden Idiom, der unmittelbaren Kraft und Ursprünglichkeit seine populärsten Schöpfungen geblieben. Postum veröffentlichte die Universal Edition neben zwei Zyklen für Symphonieorchester 1956 5 Tänze für Streichorchester. Diese waren am 1. Dezember 1953 in der Londoner Royal Albert Hall unter der Leitung von Walter Goehr zur Uraufführung gekommen. Wann genau Skalkottas die Arrangements für Streicher vorgenommen hat, ließ sich nicht ermitteln.

Christoph Schlüren

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