Peter Ronnefeld: Nachtausgabe (Bearbeiter: Ernst Märzendorfer)

Peter Ronnefeld Nachtausgabe
Nachtausgabe

Peter Ronnefeld: Nachtausgabe (Bearbeiter: Ernst Märzendorfer)

Kompositionsjahr:
1955/1956
Untertitel:
Opera piccola in 5 Bildern
Version:
Neufassung
Komponist:
Peter Ronnefeld
Bearbeiter:
Ernst Märzendorfer (1987)
Textdichter:
Peter Ronnefeld
Textbearbeiter:
Richard Bletschacher
Rollen:
Emma Bachofen, Zimmervermieterin ... Bass Anna Pachulke, ihre Freundin ... Sopran Renée Pachulke, deren Tochter ... hoher Sopran Lothar Witzlaff, Student und Dichter ... Bariton Mario Caraccini, Student und Maler ... Tenor Ping Schma Fu, Student und Photo
Instrumentierung:
1 1 1 1 - 1 2 1 0 - Pk, Schl(2), Klav, Str (solistisch)
Instrumentierungsdetails:
Flöte (+Picc)
Oboe (+Eh)
Klarinette in B (+Bkl)
Fagott
Horn in F
1. Trompete in C
2. Trompete
Tenorposaune
Pauken
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
Klavier
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Scenery:
4
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Hörbeispiele

Nachtausgabe
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Peter Ronnefeld komponierte seine Kammeroper Nachtausgabe im Alter von nur 20 Jahren, zwischen 1955–56. Es war nicht sein erstes Bühnenwerk, wobei von früheren nur Fragmente vorhanden sind. Zur damaligen Zeit unterrichtete Ronnefeld bereits am Mozarteum in Salzburg und schrieb Nachtausgabe in erster Linie zu Studienzwecken für seine Studenten der Internationalen Sommerakademie. Inhaltlich ist diese kurze, moderne Opera buffa zeitlos. Es geht um reißerische Geschichten und Klatsch [&] Tratsch in den Boulevardmedien, involvierte Personen, sowie die Leser der Revolverblätter.

Dem Thema nähert sich der hochbegabte Ronnefeld musikalisch und sprachlich auf scharfsinnige, freche, ironisch-witzige Weise, was einem wichtigen Charakterzug des Komponisten entspricht. Im Gespräch erwähnen Zeitgenossen immer seinen glänzenden Humor, den offensichtlich alle in Erinnerung behalten haben. Selbst Thomas Bernhard, der bei der Uraufführung eine Sprechrolle hatte, hat laut eigener Aussage nachher nie mehr so viel gelacht wie zu jener Zeit, mit einem seiner besten Freunde, Peter Ronnefeld. [1]

Musikalisch ist der Einfluss seines ehemaligen Lehrers Boris Blacher, den er sehr verehrte, durchaus zu erkennen. Die freitonale Komposition wartet mit einfallsreichen Ideen auf. So, wenn zum Beispiel der telefonierende Reporter als Sänger vom Orchester durch ein klangliches Stimmengewirr die Antworten in seinem Gespräch erhält. Pointen werden oft nicht verbal, sondern instrumental im Ensemble aufgelöst. 1987 wurde das Werk von Ernst Märzendorfer überarbeit. Die Substanz wurde dabei nicht angetastet, die Oper aber auf behutsame Weise „harmonisiert“. Eine Sekretärin bekam beispielsweise eine Mezzopartie, Bernhards Sprechrolle bei der Uraufführung wurde nun gesungen und es fand eine stellenweise Umgruppierung der Musik statt. Bei der Aufführung dieser Neufassung 1987, auf der Studiobühne der Wiener Staatsoper im Künstlerhaus, war die Presse einhellig begeistert. Zahlreiche österreichische und deutsche Medien lobten Werk und Ausführende in den höchsten Tönen.


[1] Leserbrief:
Thomas Bernhard an die Süddeutsche Zeitung am 20. Februar 1987. Der Leserbrief
erschien unter dem Titel „…allerdings nur als Baß-Stimmführer“

Uraufführung

Ort:
Wien
Datum:
20.03.1987
Dirigent:
Ernst Märzendorfer

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