Roman Haubenstock-Ramati: Cantando

Roman Haubenstock-Ramati Cantando
Cantando

Roman Haubenstock-Ramati: Cantando

Kompositionsjahr:
1984
Instrumentierung:
für 6 Spieler
Komponist:
Roman Haubenstock-Ramati
Instrumentierung:
Fl, Schl, Hf, Cel, Klav, Vc
Instrumentierungsdetails:
Flöte (+Afl(G))
Harfe
Celesta (+Cemb)
Klavier
Schlagzeug: Vibraphon, Marimbaphon, Röhrenglocken, 3 Gongs (klein, mittel, groß), 3 Hängebecken (klein, mittel, groß), Hi-hat, 4 Almglocken (Cow bells), Glas-chimes, Metal-chimes, Wood-chimes
Violoncello
Dauer:
20’
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Werkeinführung

Das Stück ist im Prinzip ein Mobile innerhalb eines vorgegebenen Rahmens mit beweglichen Elementen, oder besser: es wird zum Mobile, denn der Beginn, quasi eine Exposition, ist als Stabile disponiert. Daraus lösen sich allmählich kurze Phrasen und Strukturen, die sich mehr und mehr der Form des Mobiles nähern. Schließlich werden diese Strukturen in einer Art Coda vollends zum Mobile. Dieses Mobile ist als variable Form mit einem Vorgang vergleichbar, nach dem man mit einem bestimmten eingegrenzten Repertoire von Worten eine immer wieder neue Geschichte erzählen kann. Pro Aufführung wird sich das ausführende Ensemble gewiss jeweils einer bevorzugten Geschichte zuwenden.

In diesem Mobile werden Geräusche und Klangmixturen einzelner Instrumente miteinander verknüpft. Daraus ergibt sich ein vibrierendes Klangkontinuum, hier nicht als Klangband zu verstehen, sondern als gleichsam permanenter Klangcharakter. Die Rhythmik verschiebt sich ständig, bleibt also mehrdeutig. Das Stück wirkt wie ein poetisch[-]lyrisches Klangfarbenspiel. Die darin eingenisteten Mikrostrukturen erleben zwar zahlreiche Wiederholungen, verändern aber trotzdem in einem fort das harmonische respektive das vertikale Bild der Musik. Insgesamt ist der Zeitablauf genau disponiert, vor allem sind dies die Zeitproportionen innerhalb der Einzelelemente, aus denen das Stück sich aufbaut. Es ist, einem zarten, fragilen Gewebe vergleichbar, in der Nähe jener Klangwelt angesiedelt, wie sie Haubenstock-Ramati in seinen Nocturnes kultiviert hat. Cantando wurde 1984 im ORF-Funkhaus Wien vom „Ensemble 20. Jahrhundert“ unter Peter Burwik uraufgeführt.

 Lothar Knessl

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