Sir Richard Rodney Bennett: Aubade

Sir Richard Rodney Bennett Aubade
Aubade

Sir Richard Rodney Bennett: Aubade

Kompositionsjahr:
1964
Instrumentierung:
für Orchester
Komponist:
Sir Richard Rodney Bennett
Instrumentierungsdetails:
2 2 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Schl(3) - Hf, Cel - Str
Dauer:
11’
Mehr Weniger

Hörbeispiele

Aubade
00:00

Werkeinführung

Richard Rodney Bennett greift in Aubade auf Worte von John Donne zurück. Er stellt sie der Partitur als Motto voran. John Donne (1573-1631) war ein in weiten reisen geschätzter und einflussreicher Geistlicher der Shakespeare-Zeit. Er hat auch als dichter eine äußerst fruchtbare Tätigkeit entfaltet. 1640, neun Jahre nach seinem Tode, erschien ein umfangreicher Band aus seiner Feder, Sermone betitelt, poetische Paraphrasen von Bibelstellen. Dem 73. Dieser Sermone hat Bennett die oben erwähnten Worte entnommen. Da die Sätze, aus ihrem Zusammenhang gelöst, nicht sinngemäß zu übertragen sind, seien sie hier im Original zitiert. Sie geben zugleich ein Beispiel für die phantasievolle, blumenreiche Sprache des Dichter-Prälaten:

“… And all the powerful Kings and all the beautiful Queens of this world were but as a bed of flowers, some gathered at six, some at seven, some at eight, all in one Morning, in respect of this Day.”

Bennett hat sich durch diesen Text zu einem Tonwerk anregen lassen, das, knapp gehalten, überwiegend in zarten Farben getönt ist. Ein Auftakt leichter Klangwellungen – die Vortragsbezeichnung lautet „Lento flexible“ – leitet zu einem fester gefügten Gesange der Violinen über, dem die ausgedehnte, notengetreue Wiederholung im dritten Teile des Tonpoems die Bedeutung des Hauptgedankens zuweist. Der Gesang erhebt sich, aus sonorer Tiefenlage aufsteigend, in Linienführung und Dynamik zu Höhepunkten, die, kaum erreicht, alsbald wieder zurückgenommen werden. Das im Tempo flüssigere Mittelglied wird, seinen Ausdruck angehend, durch die wiederholt erscheinende Spielanweisung „grazioso“ charakterisiert. Die Komposition, deren Instrumentation einen ausgebildeten Sinn für feine Klangwirkungen verrät, endet in dem gleichen schwerelosen Pianissimo, in dem sie zu tönen begann.

P.W.

Programmheft Berliner Philharmonisches Orchester, 23. September 1963

Aus unserem Onlineshop

Weitere Werke

Melden Sie sich für unseren Newsletter an!

Sie bekommen regelmäßig Informationen über neue Notenausgaben mit Gratis-Downloads, aktuelle Gewinnspiele und News zu unseren Komponistinnen und Komponisten.