Vykintas Baltakas

Vykintas Baltakas Biographie

1972 – geboren am 10. Juli in Vilnius/Litauen

1990–1993 Musikakademie in Vilnius (Komposition: Vytautas Barkauskas / Dirigieren: Lionginas Abarius);
Gründung und Leitung des Vokalensembles „Penki vejai“, Vilnius, sowie des Kammerchors „Aidija“, Vilnius

1990 – 2. Preis beim Jugend-Dirigierwettbewerb in Kaunas

1991 – 3. Preis beim Kompositionswettbewerb „Jauna Muzika“ in Vilnius

1993 – Preis beim Dirigierseminar „Extreme“ in Mürzzuschlag

1993–1997 – Hochschule für Musik Karlsruhe (Komposition: Wolfgang Rihm / Dirigieren: Andreas Weiss)

1994 – Centre Acanthes in Avignon

1994–1995 – Internationales Bartók-Seminar in Szombathely;
Arbeitstagung des Institutes für neue Musik in Darmstadt

1994–1996 – Ferienkurse für neue Musik Darmstadt;
Arbeit im ComputerStudio Institut für neue Musik und Medien der HfM Karlsruhe

1996 – Kondrashin Masterclass;
Stipendium der Heinrich-Strobel-Stiftung für Komposition, Freiburg;
Stipendiumspreis für Pasaka für Klavier solo der Ferienkurse für neue Musik in Darmstadt

1994–1997 – Internationales Peter Eötvös Institut

seit 1995 – mehrfach Assistent von Peter Eötvös an der Musikakademie Karlsruhe

1995–1997 – Musikalischer Leiter und Dirigent des L’Ensemble du Nouveau Siècle in Strassburg

1997–1998 – Musikalischer Leiter an der Kammeroper Schloss Rheinsberg, Gastspiele bei den Festspielen Mecklenburg Vorpommern, an der Oper Leipzig, beim Schleswig Holstein Musik Festival

1998 – Conservatoire National Supérieur, Paris;
Arbeitsstipendium des Herrenhauses Edenkoben;
Musikalischer Leiter des Projektes „Voix[time]“ mit dem Ensemble Modern und Vokalensemble Belcanto, Frankfurt, bei den Ferienkursen für neue Musik in Darmstadt;
Konzerte an der Oper Bonn (Reihe „Bonn chance“), beim Festival Musica Strassburg und Wien Modern;
Konzerte mit dem Litauischen Kammerorchester an der Philharmonie Vilnius

1999 – Konzerte beim Landmarks 99 in Duisburg

1999–2000 – Jahreskurs am IRCAM Paris

2000 – Konzerte beim ZKM Karlsruhe, Stedelijke Museum Amsterdam, Cité de la Musique, Paris, und Ars Musica, Brüssel

2001 – Portrait-Konzert im Gasteig München (Reihe Klangspuren), Uraufführung des Auftragswerkes anderes Lied;
double am 28. März für die Münchener Biennale

2002 – 13. September: Uraufführung von Poussla (1. Fassung) für Ensemble und Orchester, Auftrag des
WDR Köln (WDR SO Köln, c. Sylvain Cambreling);
Kompositionspreis für Pasaka beim Concours International de Piano XXème siècle d’Orléans

2003 – Internationaler Kompositionspreis Claudio Abbado;
15. Juni: Uraufführung von about to drink dense clouds für Sprecherin, Kammerensemble und Zuspielband (Klangforum Wien, c. Vykintas Baltakas), Auftragswerk der Wiener Festwochen und des Klangforums Wien;
Konzerte in der Queen Elizabeth Hall, London, bei MaerzMusik, Berliner Festspielen, Festival Musica 2003, Strassburg, Centre Pompidou, Paris

2004 – 18. Mai: Uraufführung der Kammeroper Cantio (c. Christoph Poppen, Münchener Kammerorchester, Regie: Osvaldas Korsunovas), Auftragswerk der Münchener Biennale;
11. September: Uraufführung von Ouroboros für Ensemble, Auftragswerk der Klangspuren Schwaz (Gaida Ensemble, c. Vykintas Baltakas)

2005 – 24. Februar: Uraufführung von (co)ro(na) für Ensemble in Hamburg (NDR SO, c. Vykintas Baltakas);
24. April: Uraufführung von Ouroboros - Zyklus I für Sopran, Ensemble und Zuspielung für die Wittener Tage für neue Kammermusik (Klangforum Wien, c. Johannes Kalitzke)

2006 – 25. März: Uraufführung von Poussla (2. Fassung) für Ensemble und Orchester,
Auftrag der Berliner Festspiele - MaerzMusik (SWR-SO Baden-Baden und Freiburg,
c. Sylvain Cambreling)

2007 – 21. April: Uraufführung des Streichquartetts b(ell tree) für die Wittener Tage für neue Kammermusik (Arditti String Quartet);
3. Mai: Verleihung des Siemens Förderpreises in München

2008 – Dozent für Komposition bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt
14. Februar: Uraufführung von Instruktionen zur Durchführung einer alten Liebesbeschwörung, die Ihre/Ihren Geliebte(n) auf einmal und für immer an Sie binden wird

2009 – 27. Mai: Uraufführung des Ensemblewerks Lift to Dubai für das Ensemble Modern

2009 – gründete das Lithuanian Ensemble Network

2010 – 29. Mai: Uraufführung von Eine Josquin-Promenade für Stimmen und Live-Elektronik;
24. September: Uraufführung von Scoria für großes Symphonieorchester, SO des Bayerischen Rundfunks, Dir. Lucas Vis, Herkulessaal München;
25. Oktober: Uraufführung von Redditio für Ensemble durch Champs d'Action, dirigiert vom Komponisten; Leuven, Belgium, als Teil des Transit Festivals

2011 – 2. Juni: Uraufführung von Commentum für Violoncello und Klavier

2013 – 28. April: Uraufführung von Saxordionphonics für Saxophon, Akkordeon und Kammerorchester

2013 – 24. August: Eselsbrücke für Ensemble wird bei denSalzburger Festspielen uraufgeführt

2014 – 10. Jänner: Uraufführung von Redditio 2 in London


Zusammenarbeit mit folgenden Orchestern:

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Deutsches Symphonie-OrchesterBerlin, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, SWR Sinfonieorchester Baden-Badenund Freiburg, WDR Sinfonieorchester Köln, Münchener Kammerorchester, LithuanianState Symphony Orchestra, Lithuanian Chamber Orchestra, etc.

und Ensembles:

Ensemble Modern, Klangforum Wien, London Sinfonietta, MusikFabrik, Scharoun Ensemble Berlin, ICTUS, Arditti Quartet, Neue Vocalsolisten Stuttgart,Ensemble Resonanz Hamburg, Gaida Ensemble Vilnius, Lithuanian EnsembleNetwork, Remix Ensemble, Champ d'Action, Het Collectief, etc.

Rundfunkaufnahmen: BR (München), Deutschlandfunk (Berlin), Hessischer Rundfunk (Frankfurt), SWR (Stuttgart), WDR (Köln), Lithuanian State Radio (Vilnius), Radio France (Paris).

Alle Werke

Werke von Vykintas Baltakas in der UE

Über die Musik

Vykintas Baltakas wurde am 10. Juli 1972 in Vilnius/Litauen geboren. Das Jahr und der Ort sind in seinem Leben bestimmend gewesen: er kam auf die Welt spät genug, um als junger Mann schon von der Freiheit und Offenheit seiner Heimat profitieren zu können. Wenn man seine Biographie anschaut, ist man von seiner ungeheueren Mobilität beeindruckt. Mobil im Sinne der unaufhörlichen Aktivität auch bevor er seine Geburtstadt verließ, um seine Studien im Ausland fortzusetzen, und mobil auch im Sinne der häufigen Ortswechsel, sobald er sich im Westen niederließ. Wohl eine Rastlosigkeit, um möglichst viel kennen zu lernen, möglichst viele Eindrücke zu sammeln, sich weiter zu entwickeln und in verschiedenen Funktionen (als musikalischer Leiter oder gar als Assistent, etwa eines seiner Dirigierlehrer, Peter Eötvös) auszuprobieren.

Als Komponist und Dirigent ist er überall in Europa in Erscheinung getreten – hier seien nur die wichtigsten Städte in seinem bisherigen Leben aufgelistet: außer Vilnius, Karlsruhe, wo er Komponieren bei Wolfgang Rihm und Dirigieren bei Andreas Weiss studierte, Darmstadt wo er immer wieder die Ferienkurse besuchte, Paris, wo er an der Conservatoire National Supérieur studierte und am IRCAM arbeitete und natürlich das belgische Städtchen Wilsele, wo er mit seiner Familie lebt.

In Ost-Europa ist die Volksmusik immer noch Teil des kulturellen Bewusstseins und Selbstverständnisses der Bevölkerung. Pusline (1997-2000) für Kammerensemble oder Poussla (2002/2006) für Ensemble und Orchester berufen sich auf ein „litauisches Instrument mit einer Tierblase als Resonanzkörper, welches sehr scharf klingt“ – so der Komponist. Der Klang dieses Volksinstrumentes war wohl in seinem Kopf, als er die Stücke in Angriff nahm, aber die Musik selbst verrät wenig von der Herkunft des Komponisten. Wohl eher von seinem Denken über Musik, seiner Originalität, die in seinen Programmeinführungen und in seinen Kompositionen beeindruckt und besticht.

Über Poussla schreibt er: „Ein Energiefeld, das in jedem Augenblick präsent ist, sich ständig dreht und immer wieder neue Hörperspektiven bietet. Ein riesiges Rad.“ Über Pasaka/ein Märchen (1995-1997): „Man erzählt ein Märchen. Für sich, für jemand anderen…Es ist unwichtig. Wichtig ist, erzählen zu wollen. Unbedingt! Das ist ein Märchen!!...oder…das ist auch ein Märchen…“

Solche Texte verraten viel über den Komponisten. Mit seiner Musik etwas erzählen zu wollen, mit dem Hörer zu kommunizieren, ihm etwas mitzuteilen: eine wesentliche Grundeinstellung eines Künstlers, auf welchem Gebiet er auch tätig sein mag.

Jahre später entstand ein weiteres Zeugnis für Baltakas’ Bedürfnis, mit seiner Musik zu kommunizieren. Über about to drink dense clouds (2003) für Sprecherin, Kammerensemble und Zuspielband schrieb er einen Einführungstext, der selbst wie ein Märchen anmutet:
Es war einmal…

„Es gab ein Gedicht, einen Gedanken, einen zerbröckelten Gedanken,
einen zerbröckelten Gedanken aus der Antike,
so zerbröckelt, dass er fast kein Gedanke mehr ist.

Ein Fragment eines Gedanken,
Ein Fragment von Simonides.

Nach dem Zitat des Fragments fährt er fort:

Und trotzdem ist ein Gedanke dahinter! Vielleicht sogar ein Gedicht.
Der da war, aber jetzt doch wieder gefunden werden muss.

Nach dem ich auf der Suche bin. Mit meiner Fantasie als Werkzeug.
Damit er wieder spricht.“

Ja, Musik muss sprechen und man wünscht dem jungen Mann aus dem litauischen Märchen viel Glück und Erfolg in der weiten Welt, mit seiner Fantasie als Werkzeug die Instrumente zum Sprechen zu bringen.

Zukünftige Aufführungen

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